Eurosport - Do 21.Mai. 15:51:00 2009
Der Vorhang ist gefallen: Nie mehr UEFA-Pokal. Werder Bremen und Schachtjor Donezk boten eine mäßige Abschlussvorstellung. Echte Final-Atmosphäre mochte in Istanbul nicht aufkommen.
Im Moment des großen Triumphs behielt Mircea Lucescu die Ruhe. Als der spanische Schiedsrichter Luis Medina Cantalejo nach 120 Minuten abpfiff, rannten Ersatzspieler und Betreuer von Schachtjor Donezk jubelnd aufs Feld.
Der rumänische Trainer des ukrainischen Klubs blieb jedoch gelassen, winkte nur kurz ins Publikum und lächelte. "Ich liebe Istanbul. Ich war sehr glücklich darüber, in diese Stadt zurückzukehren", sagte Lucescu. Kein Wunder: er arbeitete erfolgreich bei Besiktas und Galatasaray, gewann mit "Gala" 2000 den UEFA-Cup gegen Arsenal.
Nun gelang ihm der zweite Coup auf internationaler Bühne - ein Triumph für die Ewigkeit, schließlich war Schachtjors 2:1 nach Verlängerung gegen Werder Bremen das letzte Spiel im UEFA-Pokal überhaupt. Ab der kommenden Saison heißt das Ganze Europa League und wird in einem Champions League ähnlichen Gruppensystem ausgetragen. Vermutlich ist dies aber weniger der Grund, weshalb sich UEFA-Präsident Michel Platini wüste Pfiffe aus dem Bremer Lager anhören musste. Die Werder-Fans fühlten sich vom Referee benachteiligt und entluden ihren Zorn an oberster Stelle.
Immerhin war es spannend
Zum Abschluss des nun eingemotteten Wettbewerbs wählte der europäische Fußballverband zum ersten Mal eine Austragungsstätte auf einem anderen Kontinent. Im asiatischen Teil Istanbuls boten die Norddeutschen und ihr ukrainischer Kontrahent freilich ein Fußballspiel auf bescheidenem Niveau. Als Ligapartie wohl todlangweilig, hielt einzig der Endspielcharakter die Aufmerksamkeit der Besucher aufrecht. Für die Tore sorgten drei Brasilianer: Luiz Gustavo schoss Schachtjor in Front (25. Minute), Naldo glich für Werder zehn Minuten später aus. Den Siegtreffer besorgte Jadson in der siebten Minute der Verlängerung. Der prominenteste Brasilianer musste indes zuschauen, was zum Abend passen wollte. Bremens Superstar Diego fehlte gelbgesperrt.
Bremen gegen Donezk - ManU gegen Barcelona. Selten wurde die Diskrepanz zwischen dem ungeliebten "Cup der Verlierer" und dem europäischen Premium-Produkt, der Champions League, so deutlich wie am Klang der Finalpaarungen 2009. Istanbuler Erfahrungen sammelte die so genannte Königsklasse auch schon. 2005 duellierten sich am Bosporus die Weltvereine Liverpool und Milan, Zehntausende Engländer und Italiener machten sich aus Westeuropa auf den Weg ins Atatürk-Stadion. Ganz anders verhielt es sich in diesem Jahr. Gerade einmal 5000 Deutsche und 7000 Ukrainer lösten ihr Ticket in die türkische Metropole. 12.000 Karten hätte jeder Klub haben können.
Donezk: Erfolg ja, Euphorie nein
Somit stellte sich in der Zehn-Millionen-Stadt einzig in Stadionnähe so etwas wie Finalatmosphäre ein. Spätestens auf der anderen Seite des Bosporus war von einem Europacup-Endspiel kaum etwas zu merken. Auch die eigens eingerichteten "Fan Zones" waren karg besucht. Die Stimmung war gedämpft. Selbst im ukrainischen Lager legte sich die Freude über den ersten internationalen Titel merklich schnell. Laute Spontanpartys auf der Straße, in den Bussen oder am Flughafen? Fehlanzeige! Die Fans aus der Bergbaustadt reisten derart ruhig vom Finalstadion ab, als gehörten Triumphe im Europapokal zum Standard.
Auch vor dem Spiel war nicht allzu viel los - jedenfalls deutlich weniger als bei jedem Heimspiel von Fenerbahce. Rund um den Verkehrsknotenpunkt Kadiröy unweit der Spielstätte boten fliegende Händler Fanartikel feil, bei denen die Rechtsabteilungen beider Vereine ihre helle Freude gehabt hätten. Doch selbst abstruse Fälschungen der grünen und orangefarbenen Trikots fanden Abnehmer. Weniger die von Schwarzhändlern angebotenen Tickets. Mangels Nachfrage wurden diese zu Dumpingpreisen von 20 Euro verscherbelt. Etliche Sitze im Stadion blieben unbesetzt. Zum Abschied hätte der UEFA-Cup einen würdigeren Rahmen verdient.
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Kommentare 1 - 15 of 75
Na ja das jetzt solche Kommentare von HSVern kommen ist schon klar, so reagiert jeder Fan, wenn er in einem Wettbewerb rausfliegt!
Was mir nur auf den Senkel geht und wirklich nicht gut ist für den Footie, das Werder wieder einmal einen Schiri vorgesetzt bekommen hat, der nicht gerade "Neutral" gewesen ist!
Das Werder schon in dem Halbfinale gegen die Hamburger von denen und dem Schiri benachteiligt worden ist ist ja auch Fakt!Brauch man gar nicht dementieren oder schön reden!
Vielleicht sollten sich die Herren Platini auch mal über das Schiri System gedanken machen und nicht nur darüber, einen Uefa Cup in eine Euro League zu verwandeln!
Trotz allem wünsche ich allen Fußball Fans einen schönen Vatertag und viele spannende Spiele und gegen den FC.B.sind die "Vernünftigen"ja eh einer Meinung!
also nochmal zum spiel...
donezk hat schon besser gespielt und hat damit verdient gewonnen...
aber wenn der schiri konsequent gewesen wäre hätter entwerder das halten an prödl im strafraum pfeifen müssen oder das tor geben müssen wo pizarro ein bisschen gezogen hat...
er sah auch in vielen anderen situationen nicht soo gut aus... vor allem mit den karten hat er es total verbockt...
ich finds hauptsächlich schade dass der schiri am schluss in den entscheidenen situationen daneben lag und auch wenn donezk besser gespielt hat, es muss nicht immer die bessere manschaft im fußball gewinnen, aber der schiri hat gestern abend gut mitgeholfen dass die bessere manschaft gewonnen hat
KOPF HOCH WERDER!!!
Es gibt ihn doch, den Fußballgott.
Zum Glück liegen nicht in jedem Stadion "Papierkugeln" herum.
Ein HSV´er
Hallo,
Ich möchte hier eine falsche Info im Artikel hinweisen. Im Artikel lautet: "Kein Wunder: er arbeitete erfolgreich bei Besiktas und Galatasaray, gewann mit "Gala" 2000 den UEFA-Cup gegen Arsenal." Als Gala UEFA-Cup gewann, war der Trainer von Galatasaray Fatih Terim. Lucescu gewann nach Terim Super-Cup gegen Real Madrid.
Grüß
Öztas
Bremen muss und wird sich im Laufe der nächsten Saison einen neuen Trainer suchen. Da wette ich!
Ich wüsste da einen, der gerade frei geworden ist...
"Cup der Verlierer" Den Artikel hat bestimmt ein Bayernfan geschrieben. Nja am Samstag sind die Bayern ja auch im "Cup der Verlierer".
@ Michael B.
Jaja, Schadenfreude ist doch die schönste Freude... Deine Reaktion kann ich voll und ganz nachvollziehen, nach diesen Schmährufen seitens der Bremer in eure Richtung. Hätte ehrlich gesagt auch lieber den HSV im Finale gesehen.
Leider muss ich dir als BVB-Fan die Illusion rauben, dass ihr doch noch in die Europe-Leage einziehen könnt. Dieser 5te Platz ist für den BVB reserviert und den werden wir nicht mehr abgeben!
mfg,
BVB 4ever!
DIE ÜBERSCHRIFT
cup der verlierer, das ist doch nur von denn medien erfunden worden
oder der beckenbauer redet diesen misst allen rein!
das ist doch völler mist, es gibt genügend gute teams die nicht alle in der CL spielen können
darum gibts einen 2, cup und der hat jetzt denn nachem europa league
wenn mir hier nocht einer mit cup der verlierer kommt, gehört nur zu denn verwöhnten real manu fans
irgendwie schade. schade für bremen, schade für den fußball insgesamt, schade für die fans.
ich glaube beide mannschaften spielten unter ihren möglichkeiten. ich habe nicht gesehen, dass schatjor um so viel besser war wie so viele behaupten aber von bremen hat man schlicht mehr erwartet.
für bremen kann man sagen, dass dieses spiel ziemlich genau zeigte woran es in der gesamten saison haperte: an einheitlicher qualität. wenn relativ gute spieler gemeinsam über einen längeren zeitraum gute form haben und sich an ein, zwei ausnahmekönnern orientieren können dann kommt u.u. mal etwas wirklich gutes heraus. bremen hat dies über mehrere jahre jetzt bewiesen. obwohl der abwärtstrend schon im vergangenen jahr merkbar war und sich in diesem jahr deutlich fortsetzte.
andersherum, wenn relativ gute spieler mehrheitlich keine stabilität in ihre leistungen bringen und dann noch der eine oder zwei ganz wichtige spieler fehlen dann kommt das heraus was wir gestern gesehen haben.
bremen wird nicht umhin kommen einen echten neuaufbau voranzutreiben. spieler wie baumann, frings haben das zenit überschritten, diego geht weg.
wenn brmeen nächstes jahr nicht internat. spielt dann kann es sein dass mehr spieler weg sind.
mich wundert ohnehin dass für einen naldo, mertesacker, wiese keine großen interessenten da sind.
ha ha werder so noch 2mal verlieren dann ist bremerrecht. auch ein gruss an tim wiese!
ein hsver
was für ein schöner abend für einen hsv-fan. jetzt wissen die bremer wie wir uns gefühlt haben. nach den ganzen sprüchen und häme der der bremer muß ich sagen, es hat mir richtig gut getan diese bremer fans jetzt heulend auf der tribüne zu sehen. und das auch noch wiese mit schuld am gegentreffer war ist eine noch größere befriedigung.
jetzt drücken wir narürlich leverkusen noch ganz fest die daumen und hoffen das bremen auch dieses finale verliert.
gruß an alle HSVer
samstag machen wir den einzug nach europa noch klar.
NUR DER HSV
Es gibt leider einige, die über normale, sachliche Kommentare öfter, weit hinaus schießen.
Vielleicht hilft solchen „Experten“mal ein „Kettenkampf“ in einem Gitterkäfig, damit mal Licht in die Birne kommt.
Wenn man selber Sport über längere Zeit betrieben betrieben hat und zu der Einsicht kommt, das auch verlorene Endspiele oder Erfolge im oberen Feld der Tabelle eine Leistung bedeutet, hat man schon viel erreicht. Fairness und Anerkennung auch des Gegners sollten im Vordergrund stehen und nicht Hass und Niederträchtigkeit.
Muss ich Andreas zustimmen. Ein " Verlierercup" ist das bestimmt nicht. Selbst Herr Marner müsste wissen, dass es am Ende einen sehr glücklichen Gewinner gibt. Eurosport...Wieder mal solltet ihr euch für so einen Redakteur schämen.
Cup der Verlierer, was fur eine bloedsin.
Liebe Redaktion! Nur weil ein Verterer eines erfolgsverwöhnten Clubs mal den Begriff "Verlierercup" in den Raum geworfen hat, muss man gewiss nicht den Wettbewerb durch Verwendung in der Schlagzeile abqualifizieren.
Nennt man so was seriöse redaktionelle Arbeit? Wer dafür verantwortlich ist, möge sich bitte bei der Bild-Zeitung bewerben. Da sucht man solche Leute.
Die Erwähnung des "würdigeren Rahmens" ist vor diesem Hintergrund doch der blanke Hohn!
Zum Thema: schade, das unser deutscher Vertreter keinen guten Abend hatte. Wäre schön gewesen, den letzten UEFA-Cup-Siegen im Lande zu haben.
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