Amstel Gold Race - Coup von Cunego: Sieg bei Premiere

Eurosport - Mo 21.Apr. 12:21:00 2008

Von wegen Erfahrung sei alles beim Amstel Gold Race: Bei seiner ersten Teilnahme hat Damiano Cunego auf Anhieb den Klassiker in den Niederlanden gewonnen. Der Italiener siegte im Sprint einer Spitzengruppe am Cauberg vor Frank Schleck (Luxemburg), Davide Rebellin (Gerolsteiner) wurde Vierter.

CYCLING 2008 Amstel gold Race Lampre Damiano Cunego - 0

Eine neunköpfige Gruppe hatte sich am vorletzten der 31 Anstiege gelöst und hielt die Verfolger bis ins Ziel nach 257 Kilometern in Valkenburg auf Distanz. Auf der 22% steilen Rampe hinauf zum Keutenberg hielten nur die stärksten Fahrer das Tempo von Schleck, als der Sieger des Jahres 2006 antrat.

Auf den letzten Kilometern zum Ziel konnte sich niemand mehr entscheidend lösen, ein Vorstoß durch Rebellin war nicht von Erfolg gekrönt. So musste der Zielanstieg am Cauberg die Entscheidung bringen: Dort konnte nur Cunego der Tempoverschärfung von Schleck folgen, im Sprint hatte der Giro-Sieger von 2004 dann keine Mühe, als "Novize" zum Sieg zu stürmen.

Cunego fügte damit seinen beiden Triumphen bei der Lombardei-Rundfahrt einen weiteren Klassiker-Sieg hinzu und wurde dafür nicht nur mit 16.000 Euro Prämie, sondern auch der Führung in der ProTour belohnt. "Das war meine erste Teilnahme hier und sie sollte vor allem ein Test für die nächsten Rennen sein - ich habe gewonnen, also war er erfolgreich", so der 26-Jährige. "Zum Glück kannten meine Teamkollegen das Rennen gut - sie haben mir sehr geholfen, mich vor gefährlichen Kurven gewarnt und mir Tipps für die Anstiege gegeben", verriet er. Und sie beließen es nicht bei Worten: Mit Alessandro Ballan stellte sich ein Topfahrer ganz in den Dienst des "Kleinen Prinzen", der durchaus selbst Chancen auf das Podium gehabt hätte.

Erster Spanier auf dem Podium

Hinter dem Lampre-Kapitän und Schleck fuhr Alejandro Valverde (Caisse d'Epargne) als erster Spanier in der Geschichte des Rennens aufs Podium. Rebellin verwies den Hoffnungsträger der Fans an der Strecke, Rabobank-Ass Thomas Dekker, bei dessen Heimspiel auf Rang fünf. Vorjahressieger Stefan Schumacher hatte der entscheidenden Attacke am Keutenberg nicht folgen können und kam in der zweiten Gruppe mit rund einer halben Minute Rückstand ins Ziel.

Der 26-Jährige belegte schließlich den 15. Rang, womit seit fast 30 Jahren keinem Fahrer mehr die Titelverteidigung beim größten Eintagesrennen der Niederlande geglückt ist. Bester Deutscher war sein Teamkollege Fabian Wegmann, der Elfter wurde. Auf einen exzellenten sechsten Rang fuhr der Österreichische Meister Christian Pfannberger (Barloworld).

Krämpfe bremsen Gerolsteiner

Bei sonnigem Wetter gingen 181 Fahrer von 23 Teams in Maastricht auf den mit 31 Anstiegen und zahllosen Richtungsänderungen gespickten Kurs. Kurz nach dem Start setzten sich der Niederländer Albert Timmer (Skil-Shimano), der Ukrainer Yuri Krivtsov (ag2r) sowie der Belgier Kristof Vandewalle (Topsport Vlaanderen) vom Hauptfeld ab konnten zwischenzeitlich einen Vorsprung von etwa 14 Minuten herausfahren. An der Abfahrt des Loorbergs - rund 35 Kilometer vor dem Ziel - wurden die drei Ausreißer dann jedoch vom Feld gestellt.

Immer wieder kam es im hektischen Finale zu Attacken, die jedoch meist nur von kurzer Dauer waren. Rund 16 Kilometer vor dem Ziel griff der Russe Sergei Ivanov (Astana) am Fromberg an - nur Pfannberger konnte ihm folgen. Am berüchtigten Keutenberg schlossen sieben Favoriten zu diesem Duo auf, während andere Sieganwärter wie Schumacher (Gerolsteiner) oder Oscar Freire (Rabobank) dort die entscheidenden Meter verloren. "Ich konnte nicht mehr mitgehen, weil ich Krämpfe bekam", erklärte Schumacher - ähnlich erging es Rebellin dann am Schlussanstieg.

Hinweis:

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David Schaub / Eurosport