Tirreno-Adriatico - Cancellara triumphiert

Eurosport - Fr 21.Mrz. 08:52:00 2008

Neuer Höhepunkt in der Karriere von Fabian Cancellara: Der Schweizer entschied das einwöchige Etappenrennen Tirreno-Adriatico für sich und feierte an seinem 27. Geburtstag einen seiner größten Erfolge. Die Schlussetappe entschied der Italiener Francesco Chicchi (Liquigas) für sich.

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Er ließ seinen Landsmann Danilo Napolitano (Lampre) und High-Road-Sprinter Mark Cavendish (Großbritannien) hinter sich. Cavendishs Teamkollege Gerald Ciolek war in der vorletzten der sieben Schlussrunden zusammen mit Kim Kirchen (Luxemburg) und Ronny Scholz (Gerolsteiner) gestürzt und konnte nicht in den Kampf um den Etappensieg eingreifen. Danilo Hondo (Diquigiovanni) gelang mit Platz fünf sein bestes Ergebnis im Verlauf der sieben Etappen.

Erik Zabel wurde auf der Schlussetappe von seinem Milram-Mannschaftskapitän Alessandro Petacchi ins Schlepptau genommen, musste sich aber mit Rang neun begnügen: "Ich war im entscheidenden Moment einen Tick zu weit hinten platziert, deshalb war heute leider nicht mehr drin", so Zabel. "Meine ganze Konzentration gilt jetzt dem kommenden Samstag. Ich denke, dass wir gut vorbereitet sind und mit einer starken Mannschaft in Mailand an den Start gehen werden." Auch Petacchi blickte direkt im Anschluss an das Rennen nach vorne. "Ich wollte heute in Hinblick auf Mailand-San Remo (LIVE bei Eurosport-TV und hier im Ticker) nicht volles Risiko gehen und bin deshalb für Erik angefahren. Tirreno-Adriatico war eine sehr gute Vorbereitung auf unser erstes großes Saisonhighlight nächstes Wochenende."

Fothen & Lövkvist stark

Für Cancellara war es der erste Rundfahrt-Erfolg seit dem Gewinn der "Post Danmark Rundt" im August 2006, deren Schwierigkeit und Besetzung nicht mit dem Klassiker in Italien zu vergleichen sind. Die Grundlage für den Sieg des CSC-Fahrers war zwar sein Triumph im Kampf gegen die Uhr, doch auch bei den schwierigen Zielankünften verkaufte er sich stark und sorgte so für den ersten Triumph eines Eidgenossen seit zehn Jahren: Rolf Järmann hatte 1998 zuletzt das "Rennen zwischen den Meeren" für sich entschieden.

"Ich bin gar nicht hierher gekommen, um die Rundfahrt zu gewinnen - aber als sich die Chance bot, habe ich zugeschlagen", sagte der Zeitfahr-Weltmeister.

Allerdings profitierte Cancellara auch vom Sturzpech Linus Gerdemanns: Der Tour-Etappensieger war beim Zeitfahren knapp zwei Kilometer vor dem Ziel nach glänzenden Zwischenzeiten zu Fall gekommen, hatte die Etappe zwar noch beendet, sich aber schwer verletzt und musste aufgeben. Ohne diesen Tiefschlag hätte der Münsteraner wohl aufgrund seines Vorsprungs gegenüber Cancellara die Spitze in der Gesamtwertung übernommen und hätte die Nachfolge von Vorjahresieger Andreas Klöden angetreten. Der Astana-Profi fehlte, weil die Organisatoren sein Team nicht zur 43. Auflage eingeladen hatten.

Dafür machte Markus Fothen seine Ankündigung war und erkämpfte sich mit Rang vier ein Spitzenergebnis bei einem der hochkarätigen Etappenrennen im Frühjahr. Der Gerolsteiner-Profi lag am Ende 53 Sekunden hinter Cancellara. Noch dreizehn Sekunden vor ihm reihte sich Thomas Lövkvist ein: Der junge Schwede vom Team High Road sicherte sich damit auch noch den Triumph in der Nachwuchswertung.

"Es lief super. Ich bin sehr glücklich mit diesem Ergebnis", erklärte Fothen: "Sicher habe ich gehofft, dass die Beine gut sind und ich möglichst weit vorne landen kann. Aber dass es so gut läuft, damit habe ich eigentlich nicht gerechnet. Der Rückhalt im Team und meine harte Trainingsarbeit im Winter haben sich jedenfalls bemerkbar gemacht."

Andreas Schulz / Eurosport