EM 2008 - Beziehungskrisen, Sex und Meditation

Eurosport - Fr 21.Mrz. 13:43:00 2008

Ein Sportjournalist hat's grundsätzlich schön: Ein bisschen Fernsehen schauen, mit Sportlern plaudern, ein bisschen schreiben. Klingt gut. Ansonsten kann so ein Redaktionsalltag aber auch mal trist sein. Gut dass da Pressemitteilungen aus Österreich für Abwechslung sorgen...

FOOTBALL 2008 Euro 2008 Austria Fans - 0

Die Marketing-Maschinerie im Hinblick auf ein sportliches Großereignis kann schon eigenartige Züge annehmen. In regelmäßigen Abständen laufen Agenturmeldungen ein, die nur als Aufhänger das Wort "Fußball-EM" führen. Mit dem Ballsport auf dem grünen Rasen haben sie ansonsten wenig zu tun.

So erfährt man zum Beispiel, dass die Österreicher einer Umfrage zufolge während der Euro mit weniger Sex rechnen. "30 Prozent der Befragten stellen sich auf weniger Liebesspiele während des Fußball-Ereignisses ein. 14 Prozent rechnen jedoch mit einer deutlichen Steigerung der Libido", schreibt die österreichische Nachrichtenagentur APA.

Das Privatleben, fürchten die Österreicher, könnte durch die EM arg beeinträchtigt werden. "Jeder Zweite rechnet mit Streit ums Fernsehprogramm, 33 Prozent stellen sich auf größere Beziehungskrisen ein."

"Fußballchristen" machen mobil

An einem anderen Tag berichtet die APA über die Initiative "Christen am Ball". Demnach planen evangelische Gläubige vor dem Spiel Deutschland gegen Österreich einen meditativen Gottesdienst mit dem Titel "30 Jahre nach Cordoba". Die "Fußballchristen" wollen den Menschen als Alternative zur lauten Fanmeile eine sogenannte Friedensmeile mit Gesprächen, Ruhe und Spiritualität anbieten.

Ein hohes Ziel haben sich Österreichs Brauereien gesetzt. Sie wollen nämlich, wie wir informiert werden, den Bierkonsum der Deutschen bei deren Heim-WM 2006 während der EM übertrumpfen.

Warum all diese Meldungen verbreitet werden? Gemunkelt wird, dass es sich um ein geschicktes Ablenkungs-Manöver der zu erwartenden Leistungen der österreichischen Nationalmannschaft handeln könnte. Das lief nämlich auch über die Agentur: "Österreicher rechnen mit katastrophalen EM-Auftritt"...

Birgit Riezinger / Eurosport