Australian Open - "Kurzarbeiter" Nadal im Glück

Eurosport - Mo 21.Jan. 08:51:00 2008

Rafael Nadal musste auf dem Weg ins Viertelfinale nur einen Kurzeinsatz absolvieren. Der Spanier profitierte bei seinem Sieg gegen Paul-Henri Mathieu von der verletzungsbedingten Aufgabe des Franzosen. Beim Stand von 6:4, 3:0 für Nadal gab Henri offenbar wegen Probleme mit der linken Wade auf.

TENNIS 2008 Australian Open Mathieu P. - Nadal R. - 0

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der Mallorquiner das Geschehen ohnehin im Griff. Im ersten Satz genügte Nadal ein Break. In Durchgang zwei fingen bei seinem Kontrahenten die Beschwerden an. Mathieu ließ sich mehrfach behandeln. Nach einem weiteren Break des Weltranglisten-Zweiten signalisierte der an Nummer 23 gesetzte Franzose, dass es für ihn nicht mehr weiter ging. Nadal trifft nun auf den Bezwinger von Philipp Kohlschreiber, den Finnen Jarkko Nieminen.

Jo-Wilfried Tsonga entpuppt sich unterdessen zu einem wahrhaften Favoritenschreck. Der Franzose bezwang im Achtelfinale seinen an Nummer acht gesetzten Landsmann Richard Gasquet mit 6:2, 6:7 (5:7), 7:6 (8:6), 6:3. Im russischen Duell fertigte Mikhail Youzhny Nikolay Davydenko 7:6 (7:2), 6:3, 6:1 ab.

Tsonga entwickelt sich in Melbourne immer mehr zum Publikumsliebling. Der locker aufspielende Franzose zeigte auch in seinem Match gegen Gasquet, warum der Überraschungserfolg gegen den Schotten Andy Murray in der ersten Runde kein Zufall war: Unbekümmert zog der 22-Jährige sein Spiel durch und überzeugte mit einem starken Grundlinienspiel. Vor allem zu Beginn der Partie dominierte der Mann aus Le Mans die Begegnung.

Davydenko ohne Rhythmus

Enttäuschend fällt hingegen die Bilanz von Davydenko aus. 48 unforced errors standen bei dem an Nummer vier gesetzten Russen nach der Pleite gegen Youzhny zu Buche, der zum ersten Mal ein Match gegen seine Landsmann gewann. Der hoch gehandelte Davydenko fand zu keinem Zeitpunkt der Partie seinen Rhythmus, produzierte viele einfache Fehler und ließ sich von seinem Kontrahenten ein Spiel aufzwingen, das ihm nicht liegt: Lange, ennervierende Ballwechsel, die von Taktik statt von Dynamik geprägt sind. Besonders in den letzten beiden Sätzen zeigte der 26-jährige Wolgograder kaum mehr Gegenwehr, Youzhny genügte es, auf die Fehler seines Landsmannes zu warten.

Die aufgrund des Regens verschobenen Drittrunden-Partien Juan Carlos Ferrero gegen David Nalbandian und David Ferrer gegen Vincent Spadea konnte am siebten Turniertag ebenfalls nachgeholt werden. Dabei setzte sich der Spanier Ferrero überraschend klar mit 6:1, 6:2, 6:3 gegen Nalbandian aus Argentinien durch.

Ferrer (Spanien) hatte bei seinem Drei-Satz-Sieg gegen den US-Amerikaner Spadea ebenfalls kaum Probleme. Am Ende hieß es 6:3, 6:3, 6:2 für Ferrer.

Stefan Zürn / Eurosport