Eurosport - Mo 21.Jan. 18:41:00 2008
Roger Federer hat wie erwartet das Viertelfinale der Australian Open erreicht. Der Schweizer setzte sich nach knapp zwei Stunden mit 6:4, 7:6 (9:7), 6:3 gegen Tomas Berdych durch. Nun trifft der Weltranglisten-Erste auf US-Boy James Blake, der Marin Cilic aus Kroatien keine Chance ließ.
Blake setzte sich klar mit 6:3, 6:4, 6:4 gegen den erst 19-jährigen Cilic durch. Ebenfalls in der Runde der letzten acht ist der Spanier David Ferrer. Er gewann das Match gegen seinen Landsmann und Kumpel Juan Carlos Ferrero in vier Sätzen 7:5, 3:6, 6:4, 6:1. Der Serbe Novak Djokovic setzte sich gegen Lleyton Hewitt aus Australien klar mit 7:5, 6:3, 6:3 durch.
Im Gegensatz zum Fünf-Satz-Thriller gegen Janko Tipsarevic machte Federer gegen den Tschechen kurzen Prozess. "So ist es mir dann doch lieber", sagte der 26-Jährige nach der Partie.
Konzentrierter Beginn
"Ehrlich gesagt, ich habe mich heute gut gefühlt und freue mich darauf, zu sehen, wie es mir wohl im nächsten Match gehen wird", wagte der Schweizer direkt nach der Begegnung schon einen Ausblick auf die kommenden Partien. Sowohl Berdych als auch Federer starteten sehr konzentriert in das mit Spannung erwartete Match. Bis zum Stand von 4:4 brachten beide Spieler ihre Aufschläge souverän durch. Doch dann nutzte Federer den einzigen Breakball des ersten Satzes und gab diesen Vorteil auch nicht mehr aus der Hand.
Im zweiten Durchgang legte Federer allerdings einen Fehlstart hin. 0:3 lag die Nummer eins der Setzliste schon zurück, doch dann schlug er eiskalt zurück und schaffte den 3:3-Ausgleich. In der Folgezeit sahen die Zuschauer in der Rod Laver Arena ein ausgeglichenes Match und somit musste der Tiebreak die Entscheidung bringen. Dort behielt Federer die Nerven, wehrte zwei Satzbälle ab und gewann diesen mit 9:7. "Gott sei Dank hat er diesen Satz nicht gewonnen. Wer weiß, was dann passiert wäre", so Federer.
Auch im dritten Satz hatte Federer die Nase vorn. Der 26-Jährige bestimmte nun das Geschehen und entschied vor allem die "Big Points" für sich. Letztlich kassierte der entnervte Tscheche beim Stand von 2:3 ein Break und lief diesem Rückstand bis zum Ende des Matches hinterher.
Wettbewerbsnachteil für Hewitt
Das Match von Hewitt gegen Djokovic stand von Beginn an unter besonderer Beobachtung. Der Australier brach in der Drittrunden-Partie gegen den Zyprer Marcos Baghdatis von Samstag auf Sonntag einen zweifelhaften Rekord: Erst um 4:33 Uhr war das Match zu Gunsten von Hewitt entschieden - später hatte noch nie ein Grand-Slam-Spiel geendet. Die Frage, ob der aufbrausende Hewitt dadurch einen Wettbewerbsnachteil gegenüber dem Serben hatte, kann nur mit "Ja" beantwortet werden. Auch der Gewinner stellte nach dem Match das Prozedere, den Spielplan mit Biegen und Brechen durchsetzen zu wollen, in Frage. "Er ist ein echter Kämpfertyp, aber man hat gesehen, dass Lleyton noch müde war", sagte Djokovic, merkte aber auch an: "Im Profisport musst du mit allen Bedingungen und Voraussetzungen zurecht kommen."
Beide Akteure begannen hoch konzentriert. Hewitt, der mit einem Eisbad seine müden Muskeln wieder auf Trab bringen wollte, zeigte zunächst keine Anzeichen von fehlender Frische. Djokovic versuchte gleich, die Initiative zu übernehmen. Sein Kontrahent reagierte mit vorsichtigem Tennis und hatte damit Erfolg. Hewitt nahm Djokovic das Service zum 3:2 ab, kassiert aber in der Folge das Re-Break zum 4:4. Erst dann gelang dem Serben der Durchbruch im ersten Durchgang und damit auch der Satzgewinn.
Djokovic lässt Hewitt laufen
Im zweiten Satz machte sich zum ersten Mal bemerkbar, dass Hewitt körperlich und auch geistig nicht auf der Höhe war. Zahlreiche Unkonzentriertheiten brachten den Lokalmatador immer häufiger in die Bredouille, Djokovic realisierte, dass er den Australier viel laufen lassen muss. Zwar schaffte Hewitt das Break zum 2:1, verlor aber sein Service direkt danach wieder.
Danach lief es für den Weltranglisten-Dritten wie am Schnürchen - Hewitt hatte kaum mehr Energie, sich gegen den immer sicher werdenden Serben zu wehren. "Bisher läuft das Turnier für mich hervorragend", bilanzierte Djokovic, der noch keinen Satz verloren hat. Gegen Ferrer erwartet den erst 20-Jährigen ein schweres Match. "David ist ein unglaublicher Spieler, das wird eine ganz schwierige Aufgabe", so der Serbe.
Armin Schlicht / Eurosport