Afrika Cup - Afrika Cup: Die Favoriten

Eurosport - Mo 21.Jan. 15:22:00 2008

Alle reden von der Cote d'Ivoire, Nigeria oder Kamerun als Titelfavoriten beim Afrika Cup. Aber eurosport.yahoo.de präsentiert Ihnen neben den üblichen Verdächtigen noch zwei Geheimtipps.

FOOTBALL African Cup of Nations Ghana Essien - 0

Cote d'Ivoire:Alles Drogba oder was?

Kaum ein anderes Team hat ähnliche Großkaliber im Sturm aufzubieten wie die "Elefanten". Neben Drogba, der nach langer Verletzung wieder fit ist, stehen Torjäger wie Bakary Kone (Nizza, 8 Ligatore), Boubacar Sanogo (Bremen, 7) oder Aruna Dindane (Lens/5) zur Verfügung, um nur die Bekanntesten zu nennen. Mit Kolo Touré und Emmanuel Eboué (beide Arsenal) verfügt der Top-Favorit über zwei überdurchschnittliche Verteidiger. Aus Deutschland sind Sanogo (Bremen), Arthur Boka (Stuttgart) und Steve Gohouri ( Mönchengladbach) dabei.

Nigeria: Höhenflug der "Super-Eagles" dank Vogts?

Die "Super Eagles" haben zwar immer glänzende Einzelspieler in ihrem Aufgebot, aber in den letzten Jahren gelang es den Stars nicht, das indivduelle Potenzial in einem harmonischen Kollektiv einzubringen und Titel zu holen. "Als wir im März 2007 angefangen haben, hatten wir elf tolle Einzelspieler, aber keine Mannschaft. Jetzt sind wir dabei, ein Team zu werden", sagt Vogts.

Doch auch beim diesjährigen Turnier gilt Nigeria wieder als Mitfavorit. Prunkstück des Kaders ist die Offensive: Allein sieben (!) Stürmer nominierte der ehemalige Bundestrainer. Der Duisburger Mannaseh Ishiaku schaffte nicht einmal den Sprung in den qualitativ hochwertigen Kader. Was den Nigerianern allerdings fehlt, ist die klassische "Zehn", die die trickreichen und schnellen Stürmer um Kapitän Nwankwo Kanu ins Szene setzen.

Kamerun: Die Löwen sind zahm geworden

Der Kader der "Unbezähmbaren Löwen" ist fast ausschließlich mit Europa-Legionären besetzt und zählt von den klangvollen Namen her gesehen zum Besten, was beim Afrika-Cup aufgeboten wird. Angeführt von Stürmerstar Samuel Eto'o (Barcelona), Mittelfeld-Regisseur Geremi (Newcastle) zählt auch Rigobert Song (Galatasaray, früher Köln) zu den Leistungsträgern.

Barcelonas Torjäger Eto'o ist der Schlüsselspieler bei Kamerun, ob er allerdings nach langer Verletzungspause pünktlich zum Afrika-Cup in Top-Form ist, darf bezweifelt werden. Im Sturm steckt der Wurm - außer Eto'o haben die "unzähmbaren Löwen" keinen weiteren Vollstrecker. Daran kann auch die Teilnahme des Duisburgers Mohamadou Idrissou nichts ändern, der eher ein Vorbereiter ist. Deutschland-Legionär sind zudem Timothée Atouba (Hamburg) und Joel Epalle (Bochum) dabei. Bill Tchato (K'lautern) und Song (Köln) kennen die deutschen Fans noch von ihren kurzen Gastspielen in der Bundesliga.

Ghana:Faustpfand Heimvorteil

Mit dem Heimvorteil im Rücken und einem starken Kader für den Cup 2008 rechnen sich die Ghanaer einiges aus. Stephen Appiah, das Herzstück der ghanaischen Mannschaft, kann wegen einer schweren Knieverletzung allerdings nur moralischen Beistand leisten. So ruhen die Hoffnungen auf Michael Essien, dem teuersten Fußballer Afrikas (Ablöse 2005 etwa 38 Millionen Euro). Der Abräumer des FC Chelsea fehlte 2006 verletzungsbedingt, soll jetzt aber mit Portsmouth-Legionär Sulley Muntari im Mittelfeld die Fäden ziehen. In den der Vergangenheit war die Torausbeute das Problem: Im Sturm liegen die Hoffnungen auf Asamoah Gyan, der in Udinese seine Brötchen verdient.. Aus Leverkusen ist Abwehrspieler Hans Sarpei dabei.

Senegal: Der "Geheimtipp"

Senegal war 2007 die Mannschaft Afrikas. Neun Länderspiele in Folge ungeschlagen, ehe es zum Jahresabschluss gegen Marokko eine Niederlage setzte. Die Stärken der "Löwen von Teranga" liegen im Sturm, wo Mamadou Niang in dieser Saison mit Marseille einen Lauf hat (zehn Tore). Die Veteranen El Hadji Diouf und Henri Camara geben kongeniale Partner ab. Dieses Trio ist allerdings davon abhängig, ob das Mittelfeld um Papa Bouba Diop (traf bei der WM 2002 zum Siegtreffer über Weltmeister Frankreich) und Bayal Sall die Stürmer entsprechend ins Szene setzen können.

Ägypten: Titelverteidiger und Rekordmeister

Fünf Mal Champion beim Afrika-Cup - kein Land war bei der Kontinentalmeisterschaft erfolgreicher als Ägypten. Der Titelverteidiger muss aber in Ghana auf das Faustpfand von 2006 verzichten: Den Heimvorteil. Denn "die Pharaonen" schwächeln in der Fremde. In der Qualifikation gelang in Burundi, Botswana und Mauretanien gerade mal ein Törchen. Um wieder weit zu kommen, muss auch Keeper Al Hadary wie 2006 zur Höchstform auflaufen, als er sich den Spitznamen "Die Wand" verdiente.

Alexander Beisse / Eurosport