Eurosport - Fr 20.Nov. 18:04:00 2009
Nächster Rückschlag für Claudia Pechstein: Die fünfmalige Olympiasiegerin darf auch nicht beim Weltcup am Wochenende in Hamar starten und muss wohl beim Richterspruch des Internationalen Sportgerichtshofes CAS mit der Bestätigung ihrer Sperre rechnen. Der CAS lehnte auch den erneuten Eilantrag ab.
Mit diesem wollte die wegen auffälliger Blutwerte gesperrte Berlinerin ihren Start am Samstag in Hamar erzwingen. Damit wollte Pechstein die Chancen auf ihre sechste Olympia-Teilnahme wahren. Der CAS hatte am Vortag mitgeteilt, das Urteil in der Causa Pechstein erst am 25. November zu veröffentlichen.
Pechsteins Anwalt Christian Krähe hatte die Dringlichkeit des Antrags mit "irreparablen Schäden" für die Olympia-Qualifikation Pechsteins begründet. Schließlich sei das 5000-Meter-Rennen von Hamar das einzige für die Olympia-Qualifikation relevante Wettkampf über Pechsteins Spezialdistanz.
Die CAS-Richter sahen dies nicht so. In ihrer Begründung teilten die Juristen mit, dass "in Anbetracht aller verfügbarer Information die Erfordernisse für die Zustimmung zum Eilantrag" nicht gegeben seien.
"Muss sich schämen"
Sie folgten damit der Argumentation des Weltverbandes ISU, wonach die Athleten die Startplätze nicht für sich selbst, sondern für ihren Verband herauslaufen. Damit sei es Sache des deutschen Verbandes, Pechstein im Falle des Freispruchs für einen Olympia-Platz zu nominieren, den andere erkämpft hätten.
"Mit dieser Argumentation hat die ISU für jeden offen dargelegt, dass Fairplay nicht zu ihren Grundsätzen zählt", erklärte Pechstein frustriert und fügte hinzu: "Da muss man sich ja schämen, jemals für diesen Verband gelaufen zu sein." Mit der Ablehnung des Eil-Antrags ist aber die von vielen erwartete definitive Tendenz für das Urteil nicht vorgegeben.
Am Freitag hatte Pechstein den gesamten Tag auf gepackten Koffern gesessen, um im Falle eines positiven Bescheids durch den CAS dem deutschen Team noch nach Norwegen nachreisen zu können. Für die Maschine der Norwegian Airways um 20:35 Uhr ab Berlin-Schönefeld hatte sie vorsorglich das Ticket nach Oslo reserviert.
Geduld gefordert
Arg in die Bredouille geriet in Hamar durch die späte Entscheidung des CAS auch der deutsche Teamchef Helge Jasch, der sich in der Teamleader-Sitzung vor der Auslosung in Hamar für alle Eventualitäten der CAS-Entscheidung absichern musste. "Eigentlich ist ja in den ISU- Regularien alles streng geregelt, aber so einen Fall hat es ja noch nie gegeben", meinte der Teamchef.
Indes hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) Pechstein zur Geduld bis zum abschließenden CAS-Urteil gemahnt. "Wir als DOSB kommentieren den Aufschub des Urteils durch die CAS-Richter nicht. Wir üben uns in Geduld, und auch Claudia Pechstein tut gut daran, mit Geduld zu warten, bis das Urteil vorliegt", erklärte DOSB- Generaldirektor Michael Vesper.
Im Info-Radio des RBB hatte Vesper zuvor erklärt, dass in der jetzigen Situation auch "kein Druck auf das Gericht" ausgeübt werden sollte, relativierte seine Worte dann aber mit der Bemerkung, dass dies nicht nur für Claudia Pechstein gelte.
"Alle Athleten, die es betrifft, sollten stets die Unabhängigkeit der Richter achten." Vesper nahm damit Bezug auf jüngste Äußerungen Pechsteins, die zuvor erklärt hatte, dass die für sie "Grenze des Zumutbaren erreicht" sei. Zudem hatte Pechstein die CAS-Richter mit den Worten angegriffen: "Ich bin es leid, immer die starke Frau zu mimen. Ich empfinde es als beschämend, wie ich behandelt werde."
Kommentare 21 - 40 of 40
@ Sam S:
Es geht hier nicht um den Fall Pechstein, sie ist nur die Person an der man es diesmal durchzudrücken versucht.
Das das IOC fast zusammengebrochen wäre in der letzten Amtszeit des Spaniers fast zusammengebrochen, weil es durch und durch korrupt war.
Schau Dir doch mal an wo im Moment Unternehmen ihr Sponsoring abziehen, BMW ist aus der F1 raus Honda auch, Toyota ist weg.
Das man das IOC als übermächtige, unantastbare Institution ansieht ist ein Trugbild. Vorallem wenn sich solche weitsichtigen Vergaben wie die nach Sotchi wiederholen!
@Arthur
Dir ist doch klar, dass deutsche Funktionäre beim IOC und oft auch in anderen Spitzenverbänden ganz oben dabei sind? Schau mal nach, was allein der Bach beim IOC an Jobs hat. Den lächerlichen Songcontest mit Sport zu vergleichen ist sehr weit hergeholt. Das IOC ist finanziell nicht von nationalen Verbänden abhängig. Das IOC verdient an und mit den Olympischen Spielen das Geld und gibt den nationalen OKs was ab. Du glaubst doch nicht im ernst, dass im Fall Pechstein die Skandinavier oder die Niederländer auf der Seite des DESG stünden? Deutschland wäre in der Frage isoliert. Der DOSB, in Person von Vesper, hat sich ja auch deutlich von den Pechstein-Äusserungen distanziert.
Du hast eine sehr seltsame Sicht auf die Dinge und solltest mal die Brille putzen. Vielleicht ist sie sogar national eingefärbt? - dann hilft auch putzen nicht.
Lass besser diese Fantasien. Kein deutsche Sportverband (vielleicht Mingolf?) will und wird sich international isolieren.
@Sam S.:
Auch, das IOC selbst steht auf mehr als tönenrden Füssen.
Eine weitere Amts von Samaranch hätte es sich absolut nicht leisten können.
Das selbe erleben wir bei der FIFA, die beiden reichen Verbände kommen eben aus Europa und Südamerika, wenn sich die UEFA entschliessen würde, unter Platine zwar unwahrscheinlich, ihre Zahlungen an die FIFA zu verringern, dann stände der Blatter Sepp auch ziemlich dumm da.
Denn die anderen Kontinetalen Verbände sind sicher nicht so zahlungskräftig und willig.
Die Industrie wird nicht ohne weiteres Millionen aufwenden ohne sicher Absatzchancen.
@Sam S:
Jones wurde wegen Meineides und Drogenmissbrauchs verurteilt, BALCO Verfahren, nicht weil sie nur gedopt war.
Da würde ich aber mal ein wenig vorsichtig mit deiner Meinung sein, auf wen oder was die Welt im Sport verzichten kann.
Du kannst mal davon ausgehen das der DOSB und anderen Verbände ans IOC und die anderen internationalen Verbände Summen jährlich zahlen, die im ordentlichen Millionen Bereich liegen und dass das Fehlen dieser Summen ordentlich schmerzen würden.
Beim European Songcontest war es ja mal eine Zeit genauso, als fast nur noch kleinere mittel- osteuropäische gewonnen haben und Länder wie Deutschland, Frankreich und Großbritanniuen , nur noch unter ferner liefen, geführt wurden.
Da haben die ganz klar gesagt, wir Zzahlen die Shows, also sind wir auch gesetzt., egal wie gut oder schlecht wir sind. Denn es läuft nicht, dass wir denen die Shows zahlen und am Ende wir die Dummen sind.
@ruopph:
genau das und man wollte "Franzi" pushen, sah ja besser als als die Strauß ausm Osten.
Wobei sie kaum Leistung gebracht hat.
Keiner fragt sich hier warum man nicht Armstrong mal richtig unter die Lupe nimmt, es gab immer wieder Berichte und alles, aber keiner ging je konkret gegen ihn vor.
Das in der US-Leichathletik flog auch nur auf weil man an das Labor "BALCO" kam.
Übrigens Armstrong hat vor seinem ersten Tour-Sieg völlig legal Epo gekriegt, weil er das im Zuge seiner Krebstherapie brauchte.
Im Falle Pechstein wird unterstellt, das sie professioneller dopen könne, als irgend ein Profi-Team, dabe ist sie maximal Semi-Profi und hat sicher weniger Logistik zur Verfügung als das kleinste Radsportteam.
Bisher wird ja auch nur gegen Pechstein selbst vorgegangen, weder gegen den deutschen Verband noch gegen ihren Trainer oder irgendeinen anderen Betreuer.
Pechstein ist nochnichtmal Ärztin oder irgendwie Medizinerin, als das sie wüsste wie man ohne Hilfe von außen dopen könnte.
Das genau wird ihr aber unterstellt.
Kein deutsches Gericht würde deshlab ein Verfahren eröffnen.
Arthur
Das kommt mir jetzt aber reichlich fantastisch vor. Es ist eine komische Vorstellung, nationale Verbände könnten, weil sie sich ungerecht behandelt fühlen, Zahlungen oder Mitarbeit einstellen. Wenn deutsche Sportler an internationalen Wettkämpfen teilnehmen sollen, dann müssen die nationalen Verbände international dabei sein. Auf Deutschland, sollte es sich allzu seltsam anstellen, kann die internationale Sportwelt im Zweifelsfall verzichten. Es gibt übrigens keine Beschwerde aus dem deutschen Sport über eine Ungleichbehandlung gegenüber den USA. Wie kommst Du darauf? In den USA wurden schon zahleiche Sportler gesperrt. Marion Jones wanderte sogar wegen Meineids im Zusammenhang mit Doping in den Knast. Da warte ich z.B. bei Jan Ullrich immer noch drauf. Deutsche Sportfunktionäre hatten sogar Dieter Baumann freigesprochen, der dann international doch gesperrt wurde.
An Arthur.
Ach,lass es Bleiben.die Mehrheit hier im Forum ist Geistig zu Einfach gestrickt.
Um etwas zu Verstehen!Deshalb auch die Negativ Bewertung deiner Kommentare. Sie haben vor der Wahrheit Angst!Und weil sie vor der Wahrheit Angst haben,Verstehen sie nicht das viele Urteile von Sportgerichten bei Zivilgerichten keine Fünfminuten bestand haben würde. Sie Verstehen nicht das viele Urteile von Sportgerichten im Grunde Rechtswidrig sind.
Und zum Fall von 1992. Du sprichst hier denn Fall der Schwimmerin:Astrid Strauss an.
Die Damals dess Dopings verdächtig wurde.Und sich am Ende ihre Unschuld heraus gestellt hatte.Die schlimmsten Hetzer von damals:Simone Ossyguss und Harm Bayer haben sie bis heute für ihre Hxenjagd nicht Endschuldigt!Vielleicht Lag es daran das Astrid Strauss aus der ehemaligen DDR kam. Und die Westdeutschen Schwimmerinnen(Kicher) ach so Sauber und Dopingfrei waren.Und zu Harm Bayer komisch bei der Wende 89/90 hatte er noch ganz anderst gesprochen. Da war es ihm Egal das es in der ehemaligen DDR von Oben angeordnetes Flächendeckendes Doping gab. Hauptsache die Schwimmer und Schwimmerinnen hatten Erfolg.Da könen man Ruhig darüber hinweg sehen. Das der Erfolg vieler Schwimmer und Schwimmerinnen der EX-DDR nur dem Doping zuverdanken hatten.Heute reagiert dieser Herr nach dem Motto:" Was Interssiert mich mein Gerede von Gestern."
@Sam S:
Das mag sein, dass man nur vor dem Schweizer Bundesgericht eine Revision einlegen kann.
Aber wie sieht der Schadensersatz Weg gegen die ISU aus?
Gut die sietzzt auch in Lusanne, also gilt auch wieder Schweizer Recht.
Vom DOSB sollte man sich allerdings mal grundsätzlich überlegen, wie man mit Aktioen von bestimmten internationalen Verbäden umgeht.
Es geht nicht an, dass zum Beispiel US-Leichtathleten vorsichtiger angefasst werden, weil sie Ihrem Verband mit höheren Schadensersatzforderungen drohen können, die die wirtschaftliche Existenz des jeweiligen Verbandes gefährden würden.
Der DOSB täte gut daran bis auf Weiteres jegliche Zahlungen sowohl an die ISU, als auch an das IOC zu stoppen, bish die Sache geklärt ist.
Denn es kann nicht angehen, dass Deutschland, aufgrund seines stark gedeckelten Schadensrechts Zielscheibe für Aktionen wird wie diese hier.
Sollte Frau Pechstein vor einem Zivilgericht ddurchkommen stünde de facto die gesamte Sportgerichtsbarkeit wieder in Frage.
Übrigens haben Schweizer Gerichte schonmal die Organisation und die Finazierung des CAS moniert.
Könnte die Evi Sachenbacher( Langlauf ) nicht der Frau Pechstein, sie hatte ähnliche Blutwerte, ein paar Tipps geben wie man ohne große Klappe und Arroganz wieder am Sport teilnehmen kann, trotz Doping. Dann wären uns hier auch einige Dummbatzbeiträge erspart geblieben.
Eckstein, Eckstein, alles muß versteckt sein . . . wäre meine Erinnerung, oder ?
Um das mal eben zu klären:
Eine internationale Startberechtigung (es geht um Olympia) kann man von keinem deutschen Gericht bekommen. Die ISU ist auch kein deutscher Verband - deutsche Gerichte würden eine Klage wohl gar nicht annehmen. Ein Beispiel dafür lieferte der Fall Dieter Baumann. Der wurde von einem deutschen Sportgericht freigesprochen(!) - aber die IAAF sperrte den Zahnpasta-Dieter trotzdem für zwei Jahre. Ein e Klagae Baumanns vor einem ordentlichen Gericht wurde abgewiesen. Das wart es dann. Gegen die Urteile des CAS kann nur vor dem Schweizer Bundesgericht geklagt werden. Der hat in hunderten von Fällen nur 2 mal gegen das CAS entschieden. Ein Prozess dieser Art in der Schweiz dauert aber ziemlich lange, gegen den offensichtlichen Doper Jan Ullrich läuft das schon drei Jahre. Selbst bei einem (unwahrscheinlichen) positiven Urteil wäre Olympia für Frau Pechstein schon vorbei.
Was ist gegen einen Indizienprozess zu sagen? Das Blutprofil ist durchaus aussagefähig. Die Fehlerquote ist nicht größer als die bei Fingeabdrücken und Genanalysen. Jedenfalls ist es ein zugelassenes Verfahren.
Noch gibt es im Fall Pechstein kein Urteil, also abwarten Leute.
Sollte sie aber frei gesprochen werden, muss Pechstein mit Hilfe des DOSB die CSA vor einem ordentlichen Gericht verklagen.
Erinnert mich an einen Kinderreim:
Pechstein, Pechstein - alles muss versteckt sein...
IN DUBIO PRO REO !!!!!!!!!!
dieter : Mien Jong, auch in Deutschland gilt solange die Unschuldsvermutung, bis zweifelsfrei die Schuld nachgewiesen wurde ! Nicht wie bei den Amis wo aufgrund von Indizien der Angeklagte auf dem Stuhl gegrillt wird !
GOTT sei DANK !
dieter : Mien Jong, auch in Deutschland gilt solange die Unschuldsvermutung, bis zweifelsfrei die Schuld nachgewiesen wurde ! Nicht wie bei den Amis wo aufgrund von Indizien der Angeklagte auf dem Stuhl gegrillt wird !
GOTT sei DANK !
Also "Dreck am Stecken" sagt man glaube ich nur bei Männern. Kann mich täuschen. Bei Ihr werden wir es nicht verwenden. Wenn es aber um Doping geht, hat sie wahrscheinlich mehrere Stecken voller Dreck, auch noch zu feige und verlogen endlich Ruhe zu geben. In 14 Fällen lag der Retikulozyten Wert über dem Grenzwert von 2,4 Prozent. Bei allen Sportlern mit ähnlichen Werten wurde Blut Doping nachgewiesen, was soll also dieses Kasperletheater ? Ihre Betreuer, Trainer, Funktionäre, alle mit abstrafen ! Das war sie nicht allein !
tibormumu
@The Zonk:
Na ich denke mal, dass sie es bei anderen Athleten mit Leuten zu tun haben aus Ländern, die asie vor ein Zivilgericht zerren würden oder wo die Regierung ziemlich rührig wird, wenn jemand der ISU versucht ihren Sportlern was am Zeug zu flicken.
Da ist das Kostenrisiko für die ISU sicher um ein vielfaches höher, als wenn man sich jetzt einen Sportlern aus Deutschland greift, weil die Schadensersatzforderungen, wenns denn nicht klappen sollte viel begrenzter sind als in den USA oder anderswo.
@The Zonk
Ist Arthur eigentlich der Nick von Frau Pechstein?
Naja, genug Zeit hat sie ja jetzt! Zwischen all den Unschuldstränchen...
@Merlin0678
Welches peinliche Jura Gesülze?
Wenn es die Regeln im Sport nicht gäbe, dann würde keiner diesen Sport mehr betreiben.
Es würde keine OS mehr geben und keine WMs etc.
Kein Sponsorin von Fast-Food-Ketten oder Brauseherstellern.
Kein in den A R S C Hkrischen bei China. etc.
Auch keine Bundesliga, jedefalls nicht in der Form wie heute.
Kein Bayern München etc.
Eine Regel sollte aber immer gelten, wenn man schon Regeln aufstellt, dann muss man sich auch an sie halten und nicht nur dann wenns einem in den Kram passt.
@ tibormumu:
Warum wurde es ihr dann nicht nachgewiesen?
Die Kommentare tun hier alle so, als hätte Frau Pechstein und der deutsche Verband professionellere Mittel und mehr Geld, als die Pro-Tour im Radsport, wobei das wirkliche Profi-Teams sind.
Also wir sollten, doch mal die Kirche im Dorf lassen.
@ Merlin0678:
Also,aufgrund Deines Alters hätte ich einwenig mehr Sachkenntnis erwartet:
Wie sieht denn das Eisschnelllaufen beid en Damen international aus?
Da gibt es maximal zehn Top Nationen und eine davon sind die Niederlande.
Das die sich über jede Deutsche freuen, die nicht gegen sie läuft ist doch wohl klar, das ist so als wenn ein enge Markt existiert mit wenigen Anbietern und einer von denen geht Pleite, dann weinen die anderen ihm sicher auch keien Träne nach.
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