BBL - Baldi für Pokal-Reform

Eurosport - Do 20.Nov. 10:55:00 2008

ALBA Berlins Geschäftsführer Marco Baldi hat Kritik am deutschen Basketball-Pokal geübt und sich für Veränderungen ausgesprochen. "Im Pokal kommen normalerweise nur 50 Prozent der Zuschauer", beklagte Baldi und schlägt einen Modus wie in Spanien vor, wo die Top8-Teams den Pokal-Sieger ausspielen.

BASKETBALL 2006-2007 Bundesliga Alba Berlin, Marco Baldi - 0

"Man darf schon über eine Modus-Änderung nachdenken, so wie sich das in Spanien, Italien und Frankreich bewährt hat", sagte Baldi nach dem 70:59-Sieg seiner "Albatrosse" im Achtelfinale gegen den letztjährigen Finalisten EnBW Ludwigsburg. Die Partie hatte lediglich 5173 Besucher in die 14.800 Zuschauer fassende neue Arena gelockt - nur 213 mehr als tags zuvor die Premiere der SCC-Volleyballer in der Max-Schmeling-Halle, wo ALBA früher spielte.

Für den deutschen Meister bedeutete das Minusrekord in dieser Saison - in den vorangegangenen Heimspielen in dieser Serie lagen die Besucherzahlen stets im fünfstelligen Bereich. "Pokal in dieser Phase, in der wir stecken, reißt eigentlich keinen so richtig vom Hocker", meinte der ALBA-Geschäftsführer und fügte schmunzelnd hinzu: "Und wir hatten parallel noch eine Veranstaltung von so einer Randsportart im Olympiastadion." Fast zeitgleich wurde das Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und England ausgetragen.

Pokal-Kulisse ein Ausreißer nach unten

Baldi hält den Pokal-Modus in Spanien, Italien und Frankreich für reizvoller. In diesen Ländern spielen die Teams, die an einem Stichtag in der höchsten Spielklasse auf den ersten acht Plätzen stehen, binnen vier Tagen ein Final-Eight aus. Das sei in Spanien und mittlerweile auch in Italien und Frankreich ein Riesenspektakel, meinte Baldi.

Dass die Heimspiele von Eishockey-Meister Eisbären Berlin, der sich die Arena mit ALBA teilt, in der laufenden Saison mit einer Ausnahme ausverkauft waren, nimmt der ALBA-Geschäftsführer gelassen hin: "Die Eisbären haben gut gearbeitet, natürlich mit dem großen Vorteil, dass sie zweieinhalb, drei Jahre vorher wussten, dass sie hier einziehen werden - wir wussten es zweieinhalb Monate vorher." Die Kulisse im Pokal sei ein Ausreißer nach unten gewesen, aber bisher könne man mit den Zuschauerzahlen in der O2-World sehr zufrieden sein. Dort gibt es bereits am Sonntag gegen den TBB Trier in der Bundesliga das nächste Heimspiel.

dpa / Eurosport

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