Grand Prix Singapur - Vettel: "Wann es klappt, ist egal"

Di 20.Sep. 12:00:00 2011

Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel spricht im Interview der Woche mit Eurosport über den emotionalen Sieg in Monza, die Titelverteidigung und das, was sein Auto in dieser Saison ausmacht. Zudem verrät der 24-Jährige, wie er reifenschonend lenkt und bremst.

Vettel 2011 Interview Exklusiv - 0

Das Interview führte Sebastian Tiffert

Nach Ihrem achten Saisonsieg in Monza haben Sie ungewohnt viele Emotionen gezeigt. Was war der Grund dafür?

Sebastian Vettel: In Monza habe ich 2008 meinen allerersten Sieg in der Formel 1 gefeiert. In den letzten zwei Jahren hatten wir ein gutes Auto, wir waren aber nie gut, um in Monza zu glänzen und aufs Podium zu fahren. Der Sieg in diesem Jahr war schon was Besonderes, in dem Moment lässt man dann einfach los. Die Erinnerungen kamen hoch und ich war extrem gerührt.

Was macht das neue Auto so viel besser als das alte? In diesem Jahr konnte Red Bull in Spa und Monza gewinnen. Die Konkurrenz war sehr erstaunt über den Abtrieb, den das Auto bei wenig Flügel produziert.

Vettel: Es ist einerseits der Abtrieb, der produziert wird. Das Auto in diesem Jahr ist eine Weiterentwicklung vom letzten Jahr. Es wurden viele Feinheiten korrigiert, noch verbessert. Wir haben gerade auf den Strecken, auf denen wir im letzten Jahr nicht so gut waren, unsere Hausaufgaben besser gemacht, und auf Strecken, auf denen mit weniger Anpressdruck gefahren wird, es trotzdem geschafft, dass die Balance erhalten bleibt. Ich glaube, das war bis jetzt der Schlüssel zum Erfolg.

Es wird auch viel über die Reifen gesprochen und über die Tatsache, dass Sie gut mit denen umgehen können. Wie macht man das als Fahrer?

Vettel: Es sind Kleinigkeiten. Unter dem Strich geht es immer noch darum, so schnell wie möglich um die Strecke zu fahren, alles rauszuholen. Man kann das anpassen: Wie bremse ich? Wie stark bremse ich am Anfang oder am Ende des Manövers? Wie hart bin ich am Lenkrad? Wie sanft lenke ich ein?

Wie lenkt man am reifenschonendsten?

Vettel: Man versucht natürlich, wenig mit dem Reifen zu rutschen, wenig quer zu stehen, weil dann die Temperatur steigt. Und das kann wieder dazu führen, dass der Reifen beschädigt wird, dann eben leidet und schneller abbaut. Andererseits ist es ganz wichtig, die Traktion im Auge zu behalten, dass man den Reifen nicht zu viel durchdrehen lässt, weil dann wieder die Temperatur steigt.

Aber Reifen ist nicht gleich Reifen.

Vettel: Es ist immer ein gewisser Mix. Nicht jeder Reifen, nicht jede Mischung reagiert gleich. Jede Strecke ist anders, jedesmal sind die Bedingungen anders. Es ist jetzt nicht so, als öffne ich meine Schubladen und sage: Rezept rausholen, anwenden, alles klar, passt. Man muss sich jedes Mal neu anpassen und offen sein, wieder was zu lernen.

Ab Singapur gibt es Matchbälle für Sie. Ein Sieg noch und Sie verteidigen Ihren Weltmeistertitel. Wie schläft es sich damit?

Vettel: (lacht) Wenn wir von Matchbällen sprechen, dann ist es wie beim Tennis. Das Geheimnis ist, sich mehr auf die Chance zu konzentrieren, dass es klappt, als darauf, dass es nicht klappen könnte. Wir sind in einer guten Position. Wir haben bis jetzt sehr wenige Fehler gemacht, versuchen einfach genauso weiterzumachen, also genauso befreit aufzuspielen beziehungsweise aufzutreten, und in jedem Rennen das Beste rauszuholen. Ob es klappt, das ist unsere große Frage. Wann es klappt, ist eigentlich egal – so lange wir auch nach dem letzten Rennen noch ganz vorne sind, ist das in Ordnung.

TV-Tipp:

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itw Vettel

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