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Greg Norman: Comeback eines «Hobbygolfers»

So 20 Jul, 13:04 Uhr


Southport (dpa) - Ohne Vorbereitung, aber mit der Kraft der Liebe sorgt der Australier Greg Norman bei der 137. British Open für eines der größten Comebacks der Golfgeschichte.

«Ich habe mich so gut wie gar nicht vorbereitet», sagte der 53-Jährige in der «Welt am Sonntag». Als Führender ging der Altmeister in die Schlussrunde des mit rund 6,5 Millionen Euro dotierten Major- Turniers. Druck verspürte er nicht. «Ich habe überhaupt nichts zu verlieren. Mein Leben ist großartig, so wie es ist. Es wäre auch großartig, wenn ich hier am Cut gescheitert wäre», meinte Norman.

Zweimal hat der in den USA lebende Australier die British Open gewonnen, zuletzt 1993. Mit dem «großen Sport» hat er abgeschlossen. Seit zehn Jahren hat er kein Turnier mehr gewonnen, seit drei Jahren nicht mehr bei einem Major-Turnier gespielt. Eigentlich, so sagt er, sei er nur noch ein Hobbygolfer, der als erfolgreicher Geschäftsmann in Sachen Golf die Sonnenseiten seines Privatlebens genießt.

Vor allem, seit er am 29. Juni 2008 die frühere Weltklasse- Tennisspielerin Chris Evert heiratete. «Die Liebe gibt mir neue Kraft», bekannte Norman. Die Vorbereitung der Hochzeit stand vor den British Open im Vordergrund. «Ich spiele ja schon lange nicht mehr ambitioniert Golf. Schon gar nicht in letzter Zeit, wo meine Aufmerksamkeit der Hochzeit mit Chris galt», erklärte der Mann mit dem schlohweißen Haar, das ihm den Spitznamen «Weißer Hai» einbrachte.

«Ich bin sehr relaxed, und entsprechend relaxed gehe ich an meine Schläge heran», sagte Norman, der den widrigen Bedingungen bei den British Open am besten trotzt. «Ich werde einfach rausgehen und versuchen, so viel Spaß wie möglich zu haben. Dann werde ich sehen, was am Ende herauskommt», erklärte der Australier, der seine immense Erfahrung aus mehr als 20 Profijahren als großen Vorteil sieht. «Alles hängt von der körperlichen Fitness ab. Natürlich wird es immer schwieriger, wenn man die 40 erst einmal überschritten hat», sagte Norman. Er sieht sich aber auch mit 53 Jahren in der Lage, ein großes Turnier zu gewinnen.

Fit hält er sich mehr auf dem Tennis- als auf dem Golfplatz. Bis zu fünfmal in der Woche steht er mit seiner Frau auf dem Court. «Ich bin noch Anfänger. Sie füttert mich mit Bällen und ich versuche, diese über das Netz zu bekommen», erklärte Norman. «Mir macht Tennis richtig viel Spaß und offenkundig ist es auch nicht das Schlechteste für mein Golf.» Dass er familien-intern selbst im Falle des dritten Major-Sieges die Nummer zwei bleiben würde, stört Norman nicht. «Meine Frau hat in ihrer Tenniskarriere 18 Majors gewonnen. Das werde ich mit Sicherheit nicht mehr einholen. Mit ihr kann ich mich ohnehin nicht messen. Aber wir vergleichen nicht. Zwischen uns gibt es keinen Wettbewerb», sagte Norman.

 

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