Eurosport - Fr 20.Jul. 21:41:00 2007
Der Höhenflug von Sergio Garcia hält trotz tückischer Seewinde bei der 136. British Open Championship an. Auf der Jagd nach dem ersten Major-Titel setzte sich der Weltranglisten-13. mit 136 Schlägen auf dem Par 71-Kurs an der schottischen Nordseeküste mit zwei Schlägen vom Verfolgerfeld ab.
Nur der Südkoreaner K.J. Choi (138) konnte als Zweiter in direkter Sichtweite "El Nino" folgen, während Top-Favorit und Titelverteidiger Tiger Woods (142) bei dem mit 6,24 Millionen Euro dotierten Major einen rabenschwarzen Tag erwischte und zurückfiel.
Den Schläger werfend, spuckend und stampfend vor Wut über seine vielen (Quer- )Schläger in Runde 2, entfernte sich der Branchenführer weit davon, nach 2000, 2005 und 2006 zum vierten Mal zu gewinnen. Beim Start mit einem Doppelbogey am ersten Loch durch den Abschlag ins Wasser verlor er gleich zwei Schläge. Das Bogey am letzten Grün kostete ihn einen weiteren Schlagverlust und ließ ihn zumindest vorerst weit abfallen.
Damit sind auch die Hoffnungen auf einen ersten europäischen Major-Sieg seit dem Triumph des Schotten Paul Lawrie 1999 in Carnoustie stark gewachsen. "Die Konditionen waren nicht einfach, aber ich in guter Position. Redet bloß nicht mehr von einer Revanche", meinte Garcia. "Es wäre aber super, wenn Tiger und ich am Sonntag wieder im letzten Flight spielen könnten." Zuletzt 2006 beim Triumph in Liverpool war Woods mit Garcia auf die Schlussrunde gegangen und hatte damals den Spanier mit einer strategischen Meisterleistung matt gesetzt.
Garcia stabilisierte dieses Mal sein kurzes Spiel auf den Grüns mit einem von der Konkurrenz oft verspotteten "Belly"-Putter, der zur besseren Balance beim Schlagen am Bauch des Spielers angelehnt wird. "Und wenn ich mit einem Plastikschläger den Ball versenken müsste, wäre es mir egal. Hauptsache Erfolg", lachte Garcia. Er hatte das Gerät bei der Scottish Open erstmals getestet und wurde dort 19.
Sein Landsmann Miguel Angel Jiménez (139), der sich im Flight mit dem "Wunderknaben" Rory McIlroy (Nordirland) auf Rang 3 vorarbeitete, machte wie der Kanadier Mike Weir (139) Boden gut. Der 18 Jahre alte Europameister McIlroy (144) konnte seine 68er-Vortagesrunde nicht bestätigen, lag aber noch sicher im Cut (146). Der Amateur ist erster Anwärter auf die Silbermedaille als bester Nicht-Profi.
Der als Zweiter in das Verfolgungsrennen gestartet irische Ryder- Cup-Held Paul McGinley (142) fiel zurück, während sich das Favoritensterben rasant fortsetzte. Der zweimalige Major-Sieger Phil Mickelson (148/USA) brach schwer ein und musste abreisen. Das galt auch für den Weltranglisten-Siebten Henrik Stenson (150/Schweden) und John Daly (150/USA), der tags zuvor sogar noch zeitweise geführt hatte. 1995 hatte er die British Open im nahen St. Andrews gewonnen.
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