Eurosport - Sa 20.Jun. 17:47:00 2009
Doping-Experte Robin Parisotto erwartet vor Beginn der Tour die Veröffentlichung neuer Fahrer-Namen mit Unregelmäßigkeiten in ihren Blutpässen. Er rechne "mit weiteren in naher Zukunft, wir vergleichen die Profile jede Woche", so der Australier, einer der neun Experten, welche die Daten analysieren.
Zuvor hatte die UCI die ersten fünf Fahrer genannt, die wegen Doping-Verdachts aufgrund von abweichenden Werten mit Disziplinarmaßnahmen rechnen müssen.
Verglichen mit 1998, dem Jahr des großen Festina-Skandals bei der Tour, hält Parisotto die kommende Ausgabe für "wesentlich sauberer". In den "90er Jahren mussten die Betrüger nur ihre Drogen verstecken - das war es", so Parisotto gegenüber 'cyclingnews'. "Heute sind es nicht nur die Drogen. Sie müssen die Doping-Vorrichtungen verstecken, die Doktoren und was bei der Beschaffung und Durchführung alles dranhängt. Die Einführung des sogenannten Blutpasses hat den Betrug ungleich schwieriger gemacht."
Kohl? "Wie Petroleum ins Feuer"
Argumente des geständigen Dopingsünders Bernhard Kohl, der behauptete, regelmäßig gedopt zu haben, während sein Blutbild keine Auffälligkeiten gezeigt habe, lässt der Wissenschaftler nicht gelten.
"Cera wurde ihm im Urin nachgewiesen. Seine Bluttests kenne ich nicht, aber ich bin sicher, dass es da auch Doping-Spuren gibt", sagte Parisotto, der Kohl attestierte, "Russisch Roulette" gespielt zu haben, als er Eigenblut reinfundierte und gleichzeitig EPO nahm. "Das ist, als ob man Petroleum ins Feuer gießt".
Kommentare 1 - 2 of 2
in keiner anderen sportart wird derartig in massen betrogen, was soll die aufregung? das macht ja nicht mal bei amateuren halt. ein blick in die ledergesichter genügt restlos
Den Kritkern des Radsports muss man entgegenhalten: 'Welche andere Sportart hat das Kontrollsystem so erweitert?' Ich denke, dass Manche es nicht möchten, dass Überall so vorgegangen wird. Einige negative Überraschungen könnten kommen.
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