Tiger Woods droht US-Open-Aus

Eurosport - Sa 20.Jun. 12:59:00 2009

Nach Abbruch der zweiten Runde in Farmingdale (Par 70) lag der 24 Jahre alte Martin Kaymer nach seiner 76er-Auftaktrunde auf dem 101. und Superstar Woods (74) auf dem geteilten 65. Platz. Die Führung übernahm Außenseiter Lucas Glover (USA) mit sechs Schlägen unter Par nach 13 Löchern.

GOLF 2009 US Open PGA Tour Woods - 0

Weder Kaymer noch Woods, der 33 Minuten nach dem Mettmanner ins Turnier eingestiegen war, konnten wie 76 weitere der 156 Konkurrenten wegen der einbrechenden Dunkelheit ihre zweite Runde im Bethpage State Park in Angriff nehmen. "Irgendwie war da der Wurm drin. Aber auf diesem Platz ist bis zuletzt immer noch alles möglich. Auch der Cut", meinte Kaymer, der trotz der Nacht über Long Island "zur Entspannung" noch eine Stunde Joggen ging.

Die besten 65 sowie die, die nach 36 Löchern nicht mehr als zehn Schläge hinter dem Führenden liegen, erreichen bei dem mit 7,5 Millionen Dollar dotieren Grand Slam die Halbzeit-Qualifikation.

Außenseiter in Führung

Außenseiter Lucas Glover (USA) bei Sonnenuntergang mit sechs Schlägen unter Par am 13. Grün die Führung mit einem Zähler vor seinem Landsmann Ricky Barnes übernommen, der am neunten Grün seine Arbeit vorzeitig beenden musste. Der Kanadier Weir hatte nach 18 Löchern und einer 64er Platzrekordrunde die alleinige Führung übernommen, fiel aber nach neun Bahnen auf Rang vier zurück.

"Das war unser großes Pech bei den schlechten Spielbedingungen mit Regen und Sturm am Donnerstag", sagte Kaymer und haderte wie Woods nur kurz mit dem frühen Start um 07.33 Uhr für Runde eins und der dann - zu späten - Abschlagszeit für die zweiten 18 Löcher auf den immer noch wasserdurchtränkten Spielbahnen. "Ärgerlich, dass ich die Runde nicht so beenden konnte, wie ich wollte", konstatierte Woods nach dem zweitschwächsten Major-Auftakt, den er je als Profi seit 1996 gespielt hat.

Woods pessimistisch

Zehn Schläge hinter dem Führenden sind auch für den 14-maligen Major-Sieger fast zu viel "Holz". "Wenn es nicht wieder so regnet wie am Donnerstag und alle sich den Bedingungen stellen müssen, wird es kaum möglich sein", bemerkte der 33 Jahre alte Kalifornier, der nach 67 Siegen auf der US-Tour seine Chancen sehr gut bewerten kann: Immer dann, wenn der Tiger nach der ersten Runde schon 7 Schläge hinten lag, konnte er das Turnier nicht mehr gewinnen.

Auch Publikumsliebling Phil Mickelson litt unter erschwerten Bedingungen. Tief bewegt von der Brustkrebs-Diagnose, die die Ärzte vor drei Wochen bei seiner Frau Amy festgestellt hatten, "trugen" die Fans den Weltranglisten-Zweiten drei Tage nach seinem 39. Geburtstag mit ihren Anfeuerungsrufen über den Platz. "Die New Yorker sind die sportverrücktesten Fans der Welt. Das Anfeuern hat mir heute viel geholfen", lobte Mickelson, der während der notwendigen Therapie seiner Frau von Juli an eine längere Spielpause einlegen will.

Entscheidung wird voraussichtlich vertagt

Bereits Runde eins des Grand-Slam-Turniers war wegen Dauerregens um 20 Stunden nach hinten verschoben worden. Die Veranstalter haben sich nach den schlechten Wetterprognosen für Samstag und Sonntag darauf eingerichtet, möglicherweise erst am Montag den Sieger mit dem 1,35 Millionen Dollar dotierten Siegerscheck küren zu können. Sollte allerdings wie im Vorjahr bei ein Stechen um den Titel notwendig werden, muss nach dem Reglement eine fünfte Runde über 18 Löcher - eventuell sogar noch mehrere Extra-Löcher - entscheiden.

dpa / Eurosport

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