Eurosport - Sa 20.Jun. 21:49:00 2009
Regel-Chaos, kaum Zuschauer, Hitze und wenige exzellente Leistungen beeinträchtigten den ersten Akt der Premiere der Mannschafts-EM im portugiesischen Leiria. Die Auswahl des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) lagen am Samstag zur Halbzeit mit 158,5 Punkten auf Platz vier.
Die Führung in der Zwischenwertung übernahm Großbritannien mit 165 Punkten vor Russland (164) und Frankreich (159,5). Herausragende Athletin war die Olympia-Dritte Christina Obergföll mit der Weltjahresbestleistung von 68,59 Metern im Speerwerfen.
Die 27-jährige aus Offenburg übertraf ihre eigene Saisonbestmarke (68,40) im zweiten Versuch. Olympiasiegerin Barbora Spotakova (Tschechien/65,89) kam an der Deutschen nicht vorbei und wurde Zweite. "Ich bin rhythmisch durchgelaufen. Das war ein runder Wurf", sagte Christina Obergföll.
Esser in WM-Form
Vor nur 5.000 Zuschauern und bei Temperaturen um 30 Grad Celsius siegten Antje Möldner über 3000 Meter Hindernis, Hammerwerfer Markus Esser und Stabhochspringerin Silke Spiegelburg, die jeweils Rang drei erreichten. International sorgte der britische Sprinter Dwain Chambers mit 10,07 Sekunden über 100 Meter für die beste Leistung.
In 9:32,65 Minuten kam die deutsche Rekordlerin Möldner aus Potsdam deutlich vor Sophie Duarte (Frankreich/9:33,63) ins Ziel. Die Leverkusenerin Spiegelburg übersprang 4,60 Meter, scheiterte aber an der Höhe von 4,65. Der aus dem gleichen Verein kommende Olympia-Siebte Esser warf 77,62 Meter weit und übertraf erneut die Norm für die Weltmeisterschaften im August in Berlin. "Es ist meine beste Leistung, die ich bei einem Europacup abgeliefert habe", sagte Esser, der allerdings mit dem neuen Wettkampfmodus haderte: "Das war total verwirrend. Da wusste keiner genau, wie es geht."
Sack einfach "unterirdisch"
Beim Debüt der Team-EM wird eine radikale wie umstrittene Wettkampf-Reform, mit der die Fernsehfreundlichkeit und Attraktivität erhöht werden soll, ausprobiert. So wird unter anderem beim Hochsprung und Stabhochsprung nach vier Fehlversuchen ein Teilnehmer ausgeschlossen. In den Wurfdisziplinen sowie im Weit- und Dreisprung scheiden nach zwei Versuchen die sechs schlechtesten Teilnehmer aus und nach dem dritten Versuch zwei weitere.
Langsam Fahrt nahm Kamghe Gaba auf. Über 400 Meter rannte der Frankfurter in 45,88 Sekunden die drittschnellste Zeit, kam erstmals in dieser Saison unter die 46-Sekunden-Marke, verpasste aber die WM- Norm (45,55). Nur Platz sechs sprang für den Wattenscheider Thomas Goller über die 400 Meter Hürden heraus. Auf den gleichen Rang kam Jana Hartmann über 800 Meter in 2:00,71. Damit steigerte die Dortmunderin ihre Bestzeit um zwei Sekunden, blieb aber knapp über der Berlin-Anforderung (2:00,00).
Unzufrieden war Kugelstoßer Peter Sack mit Platz vier und schwachen 19,76 Meter. "Unterirdisch", lautete der Kommentar des Leipzigers. Pech hatte der Olympia-Fünfte Raul Spank. Der 20 Jahre alte Hochspringer aus Dresden knickte mit dem Fuß beim Einspringen um und musste passen.
Kommentare 1 - 3 of 3
Das waren keine Regeln, das waren Sabotageversuche.
Wer sich die "neuen " Regelungen ausgedacht hat, hätte nach einer durchfeierten Nacht besser eine Woche geschlafen; Wettkämpfer wussten nicht Bescheid und die Kommentatoren der übertragenden Anstalt waren auch hoffnungslos überfordert. So macht man die Leichtathletik kaputt !!
So was peinliches wie das 3000m Rennen der Damen hat man noch selten gesehen. Weg mit den Ausscheidungsrennen.
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