Eurosport - Fr 20.Jun. 19:01:00 2008
Thomas Haas, Philipp Kohlschreiber und Nicolas Kiefer starten mit lösbaren Aufgaben in das am 23. Juni startende Turnier in Wimbledon. Kiefer bekommt es zunächst mit dem Franzosen Julien Benneteau zu tun. Kohlschreiber erwartet zum Auftakt den Spanier Fernando Verdasco.
Auch Haas durfte mit der Auslosung in London glücklich sein, obwohl er gegen den Argentinier Guillermo Canas von fünf Matches nur eines gewonnen hat.
"Damit kann man zufrieden sein, auch wenn Vorsicht immer geboten ist", sagte Davis-Cup-Teamchef Patrik Kühnen nach der Auslosung. Kiefer, der als Nummer 27 einziger gesetzter der elf deutschen Tennis-Herren ist, bekommt es in Benneteau mit jenem Spieler zu tun, den er bei den All England Championships vor drei Jahren in der ersten Runde geschlagen hat.
Duelle mit Nadal und Djokovic
Doch nicht alle aus dem sechzehn Tennisprofis (zwölf Herren/vier Damen) starken deutschen Aufgebot konnten sich über die Auslosung für das Rasenturnier freuen. Besonders arg traf es die Stuttgarter Andreas Beck und Michael Berrer. Während der deutsche Meister Beck erstmals auf den Spanier Rafael Nadal trifft, erwartet Davis-Cup-Spieler Berrer gegen Novak Djokovic eine nicht minder schwere Aufgabe. Der Serbe ist diesmal in die Hälfte von Topfavorit Roger Federer gerückt und kann im Halbfinale auf den fünfmaligen Champion aus der Schweiz treffen.
Für Federer beginnt das Unternehmen Titelverteidigung mit einem schweren Brocken. Dominik Hrbaty ist einer der ganz wenigen im Tennis-Zirkus, gegen die der Branchenprimus eine negative Bilanz hat. Die bislang zwei Partien gegen den Slowaken hat er beide verloren - allerdings war die letzte vor mehr als vier Jahren, und Hrbaty, den Probleme mit dem rechten Ellenbogen plagen, wird derzeit nur noch auf Platz 272 der Weltrangliste geführt.
Leicht wird es für Champion Federer auch danach nicht. In der dritten Runde könnte French-Open- Halbfinalist Gael Monfils aus Frankreich warten, danach der Champion von 2002, Lleyton Hewitt aus Australien. Nadal könnte im Halbfinale auf den Russen Nikolai Dawidenko treffen, der in der ersten Runde Gegner des Mettlachers Benjamin Becker ist. Als "Lucky Loser" rutschte Tobias Kamke aus Hartenholm ins Hauptfeld und spielt gegen Andreas Seppi (Italien).
Lisicki gegen Finalistin
Sabine Lisicki trägt bei ihrem Wimbledon-Debüt die Hoffnungen der deutschen Tennis-Damen, die diesmal nur noch als Quartett auftreten. Die Berlinerin spielt gegen Vorjahresfinalistin Marion Bartoli aus Frankreich und hat dabei "nichts zu verlieren", wie Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner meinte. Ein sehr schweres Los hat auch Julia Görges aus Bad Oldesloe erwischst. Katarina Srebotnik aus der Slowakei "ist eine solide Top-30-Spielerin", sagte Rittner und fügte hinzu: "Aber Jule ist sehr gut auf Rasen und kann einfach drauflos spielen."
Auf ein Erfolgserlebnis auf dem "Heiligen Rasen" hoffen die Kielerin Angelique Kerber gegen die britische Wildcard-Spielerin Jelena Baltacha sowie Martina Müller, die es mit der Spanierin Maria Jose Martinez-Sanchez zu tun bekommt. Sollte alles optimal laufen, könnte die Hannoveranerin in der dritten Runde auf Titelverteidigerin Venus Williams treffen. Die Amerikanerin wurde wie die Russin Maria Scharapowa nicht in die Hälfte von French-Open-Siegerin Ana Ivanovic aus Serbien und ihrer Schwester Serena gelost. Ein drittes Endspiel der Williams-Schwestern nach 2002 und 2003 wäre also möglich.
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