Eurosport - Mi 20.Jun. 16:20:00 2007
BMW International Open - Schwergewicht John Daly ist seinem Ruf als Exzentriker unter den Golfstars einmal mehr gerecht geworden. Minuten vor seinem Abflug zur BMW Open International in München-Nord Eichenried informierte er Turnier-Direktor Marcus Kaussler, dass er seinen Trip aus privaten Gründen annulliert hat.
"Wir akzeptieren seine Entscheidung und hoffen, dass er im nächsten Jahr kommt", meinte Kaussler 24 Stunden vor dem Start auf dem Par 72-Kurs im Norden Münchens. Damit fehlt dem ersten von drei deutschen Turnieren auf der Europa-Tour der große Publikumsmagnet. Daly, der den Spitznamen "Wild Thing" hat, sollte den Topfavoriten wie dem Weltranglisten-Fünften Ernie Els (Südafrika), Titelverteidiger Henrik Stenson (Schweden), dem Briten Paul Casey und vor allem Bernhard Langer kräftig Konkurrenz machen.
Der Anhausener unternimmt den 16. Anlauf, um den mit zwei Millionen Euro dotierten Wettbewerb erstmals zu gewinnen. An diesem Donnerstag geht er beim letzten Start in München vor seinem Wechsel zu seinem 50. Geburtstag am 27. August auf die US-Championstour zusammen mit Stenson um 13.30 Uhr zum Abschlag auf die erste Runde.
Im vergangenen Jahr war der British-Open-Sieger von 1995 zwar angereist, fiel aber aus gesundheitlichen Gründen mit einer Infektion direkt vor dem ersten Abschlag aus. Der "Haudrauf", der in Europa die größte Anziehungskraft auf das Publikum neben Superstar Tiger Woods ausübt und die Fans mit "butterweichen" Putts auf den Grüns fasziniert, hat seit langer Zeit neben seiner strapazierten Gesundheit auch große familiäre Probleme.
Daly war vor Jahren immer wieder durch Exzesse in die Schlagzeilen geraten. Er zertrümmerte im Hotelzimmer schon einmal das Mobiliar oder warf Fernseher aus dem Zimmerfenster. Seine sportliche Formschwäche in dieser Saison entlarvt die Statistik von Daly, der von zwölf Turnieren in diesem Jahr lediglich vier komplett beendete und deswegen erst knapp 117 000 Dollar verdiente. In seiner wechselvollen Karriere hat er dagegen bisher fast neun Millionen Dollar an Siegprämiene kassiert.
Eurosport - dpa