Eurosport - Di 20.Mai. 21:07:00 2008
Um 20 Sekunden hat Andreas Klöden den Etappensieg im schweren Zeitfahren auf der 11. Giro-Etape verpasst. Am Ende der 39,4 Kilometer musste er sich in 57:01 Minuten dem Italiener Marzio Bruseghin (Lampre/56:41) sowie seinem Astana-Teamkollegen Alberto Contador (Spanien/56:49) geschlagen geben.
Das "maglia rosa" verteidigte Giovanni Visconti (Quick Step), der mit dem zwölften Tagesrang seine Führung ausbauen konnte. Der Italiener liegt nun 3:31 Minuten vor Matthias Ruß (Gerolsteiner), der 56. wurde. "Matthias ist absolut im Rahmen seiner Möglichkeiten und sehr anständig gefahren", meinte der Sportliche Leiter Christian Henn.
"Ich bin sehr zufrieden mit meinem Zeitfahren und es ist schön, Zeit auf die Rivalen herausgeholt zu haben", meinte Contador, "aber ich hätte gerne die Etappe gewonnen. Der Sieg wäre drin gewesen, aber das Kopfsteinpflaster hinauf zum Ziel war nass und das hat mich einige Sekunden gekostet." Seine Sturzverletzung habe ihn nicht allzu sehr behindert: "Am Anfang hat sie mich etwas gestört, aber dann ging es. Jetzt müssen wir von Tag zu Tag sehen."
Klöden lag bei der Zwischenzeit nach 23,2 Kilometern noch in Führung, acht Sekunden vor Bruseghin, konnte aber doch nicht seinen ersten Giro-Etappensieg holen. "Am Ende war ich etwas müde, aber ich kann mich nicht beschweren. Gegen diese beiden zu verlieren ist keine Schande," sagte Klöden.
Vorteil Astana statt Vorteil Italia
Die großen Favoriten auf den Gesamtsieg liegen nach dem ersten der drei Einzelzeitfahren weiter innerhalb von rund zwei Minuten - allerdings hat sich die Ausgangsposition für etliche Asse auf dem Teilstück von Pesaro nach Urbino deutlich verändert.
Durch sein exzellentes Zeitfahren trotz eines Haarrisses im Ellbogenknochen liegt Contador nun fast eine Minute vor dem Rest seiner großen Konkurrenten, der von Klöden angeführt wird. Titelverteidiger Danilo di Luca (LPR/19.) hat nun statt 30 Sekunden Vorsprung auf den Tour-Sieger aus Spanien jetzt 1:34 Minute Rückstand, Riccardo Ricco (Saunier Duval/16.) verlor 1:56 auf Contador und reiht sich nun ebenfalls hinter dem Astana-Duo ein.
Allerdings brachte ein Sturz Ricco um ein besseres Ergebnis: "Ich hätte rund 40 Sekunden schneller sein können und dann wäre das ein wunderbares Ergebnis für mich gewesen", so der zweifache Etappensieger.
Durch starke Leistungen im Kampf gegen die Uhr unterstrichen Paolo Savoldelli (LPR/5.), Denis Menchov (Rabobank/6.) und Vincenzo Nibali (Liquigas/7.) ihren Anspruch auf einen Spitzenplatz auch im Gesamtklassement. Auch Routinier Gilberto Simoni (Diquigiovanni/10.) verkaufte sich weitaus besser als allseits erwartet, er verlor auf dem Kurs mit zwei längeren Anstiegen und einer steilen Rampe zum Ziel nur eine Sekunde auf Levi Leipheimer (Astana/9.).
Hinweis:
Mit dem Giro d'Italia steht die erste der drei großen Landesrundfahrten an - und Eurosport präsentiert Ihnen den dreiwöchigen Kampf um das "maglia rosa" vom 10. Mai bis 1. Juni täglich LIVE im TV sowie im Ticker auf eurosport.yahoo.de!