Bundesliga - Trainersuche: BVB lässt sich Zeit

Eurosport - Di 20.Mai. 20:47:00 2008

Nach der Trennung von Thomas Doll steht bei Borussia Dortmund der dritte Trainerwechsel binnen 18 Monaten an. Anders als bei Doll und Vorgänger Jürgen Röber wollen die BVB-Verantwortlichen diesmal bei der Suche nach einem Nachfolger nichts überstürzen.

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"Wir stehen nicht unter Zeitdruck. Präzision geht vor Schnelligkeit", sagte der Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke der "Westfälischen Rundschau". Nach Einschätzung von BVB-Präsident Reinhard Rauball wird die Suche jedoch nicht allzu viel Zeit in Anspruch nehmen: "Die Entscheidung wird sicher zeitnah fallen. Es macht keinen Sinn, öffentlich Parameter für den neuen Coach zu nennen. Wichtig ist, dass er den Verein in der kommenden Saison auch international repräsentieren wird."

Die Verantwortlichen sind demnach auf der Suche nach einem erfahrenen Trainer mit Autorität. Deshalb kursieren in den Medien die Namen von Leo Beenhakker (Nationaltrainer Polen), Christian Gross vom FC Basel und Branko Ivankovic von Dinamo Zagreb. Beenhakker hatte den Dortmundern nach eigener Aussage unlängst eine Absage erteilt.

"BVB immer noch attraktiv"

Der zunächst als heißester Anwärter auf die Doll-Nachfolge gehandelte Jürgen Klopp, der bei Zweitligist Mainz 05 nach 18 Jahren seinen Abschied gibt, passt jedoch nicht so ganz in das vorgegebene Profil des Ruhrgebiet-Klubs. Neben internationaler Erfahrung sollte der 39. Trainer in der 41-jährigen Bundesliga-Historie der Borussia auch kein Kumpeltyp wie Doll sein. Das würde weniger auf Klopp zutreffen.

Egal wen der BVB präsentieren wird, leicht wird es der Neue nicht haben. Schon vor Amtsantritt steht der künftige Coach nicht nur unter dem Druck, bessere Ergebnisse einzufahren. So hat sich der Hauptsponsor über die zumeist dürftigen und spielerisch schwachen Auftritte der Mannschaft beklagt. Vor allem die deutlichen Worte von Evonik-Vorstandschef Werner Müller dürften mögliche Trainerkandidaten eher abschrecken: "Wenn man Gäste mit ins Stadion bringt, schämt man sich manchmal, was da für ein Fußball geboten wird". Sportdirektor Michael Zorc geht dennoch zuversichtlich in die finale Suche nach einem neuen Fußball-Lehrer: "Der BVB ist immer noch ein attraktiver Club."

Maik Eckardt / Eurosport