Grenzenloser Jubel bei Friedrichshafen

Eurosport - So 20.Apr. 13:14:00 2008

Als die Spieler des VfB Friedrichshafen den neunten Meistertitel noch wie ausgelassene Kinder feierten, schilderte der Vater des Erfolges bereits seine Volleyball-Vision für die kommenden Jahre. "Es ist mein großer Wunsch, dass wir in Zukunft immer eine volle Halle haben", sagte Trainer Moculescu.

VOLLEYBALL 2007-2008 Vfb Friedrichshafen Muculescu - 0

"Wir wollen hier so etwas schaffen wie der THW Kiel im Handball oder ALBA Berlin im Basketball", so Trainer Stelian Moculescu nach dem 3:0 (25:18, 25:13, 25:18) im dritten Playoff-Finale gegen den SCC Berlin. Mit dem Heimsieg machte der Rekordmeister sein viertes nationales Double aus Pokal und Meisterschaft in Serie perfekt.

So weit in die Zukunft blicken wollte Christian Pampel inmitten des Sektduschen-Freudentaumels rund um den 19. nationalen Titel seit 1998 noch nicht. "Wir haben eine viel zu kurze Nacht vor uns", meinte der nur noch mit Meister-Shirt und Unterhose bekleidete Nationalspieler, nachdem er Trikot und Sporthose an einen jugendlichen Fan verschenkt hatte.

33 Siege in 33 Spielen

Besonders stolz war der 28-Jährige auf die makellose Bilanz von 33 Siegen in 33 Spielen in Pokal und Bundesliga des Serien-Meisters vom Bodensee. "Ohne Niederlage durch die Saison zu gehen, ist fantastisch", jubelte Pampel. "Dieses Jahr hat uns ausgezeichnet, dass wir in den wichtigen Spielen immer das Richtige gemacht haben. Und mit so einer Leistung wie heute sind wir momentan in Deutschland einfach unschlagbar." Nur dem Viertelfinal-Aus in der Champions League gegen Sisley Treviso trauerte der VfB-Angreifer hinterher: "Im Rückspiel haben wir leider die entscheidenden Punkte nicht gemacht, sonst wäre es noch einen Schritt weiter gegangen."

Neidlose Anerkennung gab es von den unterlegenen Berlinern. "Wir haben versucht, noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren, aber der VfB ist zu Recht Meister geworden. Wir sind stolz auf Platz zwei", sagte SCC-Trainer Michael Warm.

Champions-League-Sieg in weiter Ferne

Dass der VfB nach zwei Siegen (3:2, 3:0) in der Finalserie "best of five" seine denkwürdige Dominanz auch im letzten Saisonspiel vor 3900 Zuschauern eindrucksvoll bestätigt hatte, brachte selbst den Perfektionisten Moculescu ins Schwärmen. "Dadurch, dass wir noch ohne Matchverlust waren, lag sehr viel Druck auf uns. Die Mannschaft hat sensationell gespielt. 33 Spiele ohne Niederlage sind eine herausragende Leistung", lobte der Coach. Für sich persönlich bewertete der 57-Jährige den Durchmarsch noch höher als den Erfolg Mitte der 70er Jahre, als ihm das gleiche Kunststück schon einmal mit 1860 München gelungen war. "Da war ich noch Spieler und es war leichter, weil ich immer wusste, was ich zu tun habe. Als Trainer muss ich allen anderen sagen, was sie machen sollen."

Eine baldige Wiederholung des Champions-League-Gewinns vom Vorjahr wäre für Moculescu aber trotz der nationalen Ausnahmestellung eine Überraschung. "Dafür müsste man den ein oder anderen Topspieler aus dem Ausland holen und das schafft man nicht. Denn was außerhalb von Deutschland im Volleyball bezahlt wird, ist eine andere Welt."

dpa / Eurosport