Amstel Gold Race - Showdown am Cauberg

Eurosport - So 20.Apr. 15:27:00 2008

Nach dem Kopfsteinpflaster nun die Ardennen-Anstiege: Mit dem Amstel Gold Race beginnt das große Finale der Frühjahrsklassiker. Die "Achterbahnfahrt" über 31 Anstiege auf dem Zickzack-Kurs um Maastricht (ab 15:30 Uhr im Live-Ticker) wird den packenden Rennen der letzten Wochen nicht nachstehen.

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Im Blickpunkt werden dabei aber andere Hauptdarsteller stehen: Denn Fabian Cancellara, Tom Boonen und Stijn Devolder pausieren nach ihren großen Siegen bei den drei bislang ausgetragenen "Monumenten" des Radsports ebenso wie der verletzte Weltmeister Paolo Bettini.

Umso heißer sind die Spezialisten für das anspruchsvolle Terrain im Dreiländereck darauf, der 43. Austragung des niederländischen Klassikers ihren Stempel aufzudrücken. Besonders im Blickpunkt steht dabei Rabobank - beim Heimspiel wartet der Rennstall nun bereits seit 2001 auf den erlösenden Sieg. Abhilfe schaffen soll dabei Oscar Freire. Der dreifache Weltmeister könnte nach seinem Erfolg bei Gent-Wevelgem auch beim nächsten berühmten Eintagesrennen als erster Spanier überhaupt triumphieren. "Das Finale am Cauberg ähnelt jener Etappenankunft bei Tirreno-Adriatico, die ich im März gewonnen habe", fürchtet er den Schlussanstieg nicht.

Triple im Visier

Noch lieber wäre den einheimischen Fans wohl, wenn ein Niederländer im orangfarbenen Trikot in Valkenburg vorne läge - und mit Thomas Dekker und Robert Gesink hat Rabobank zwei Asse im Ärmel. Daneben ruhen die Hoffnungen auf Karsten Kroon (CSC), der im dänischen Rennstall eine Doppelspitze mit dem Luxemburger Frank Schleck (Sieger 2006) bildet. "Natürlich würde ich gerne wieder gewinnen und bin in guter Form, aber für viele der Konkurrenten gilt das auch", so Schleck, der in seinem Team "mindestens drei weitere Fahrer mit Chancen auf das Podium" sieht.

Dazu zählt sicher sein jüngerer Bruder Andy - und damit sind die Chancen für das Großherzogtum noch nicht erschöpft: Kim Kirchen (High Road) hat mit seinen zwei Etappensiegen im Baskenland keinen Zweifel an seiner Topform gelassen, auch wenn er laut eigener Aussage "eher den Fleche Wallonne als das Amstel Gold Race im Visier" hat. Weniger bescheiden gibt sich Alejandro Valverde (Caisse d'Epargne) nach seinem Erfolg bei Paris-Camembert: "Ich bin gut in Schuss und ich träume vom Sieg bei allen drei anstehenden Rennen!"

Allerdings muss der Spanier dazu erst einmal Titelverteidiger Stefan Schumacher und "Triple-Vorbild" Davide Rebellin hinter sich lassen, die das enorm starke Gerolsteiner-Team anführen. Die deutsche Mannschaft ist in der komfortablen Lage, nicht nur zwei absolute Sieganwärter an den Start schicken zu können, sondern mit Fabian Wegmann und Andrea Moletta noch über weitere Topfahrer zu verfügen, die für taktische Schachzüge im Finale extrem wertvoll sind.

Sieg bei Premiere?

Auf Revanche beim Amstel Gold Race brennen die in San Remo, Flandern und Roubaix geschlagenen Topfahrer wie Leif Hoste (Silence), Philippe Gilbert (Francaise des Jeux), Alessandro Ballan (Lampre) oder Sylvain Chavanel (Cofidis). Ein ganz spezielles "Kunststück" könnte derweil Damiano Cunego (Lampre) gelingen: Nachdem er mit zwei Siegen in Spanien seine aktuelle Leistungsstärke eindrucksvoll bewiesen hat, könnte er gleich bei seiner ersten Teilnahme direkt zum Triumph stürmen - wer Valverde und Alberto Contador in Schach hielt, muss auf diesem Terrain keinen Gegner fürchten.

Neben den großen Stars gilt es aber auch, etliche hochkarätige Außenseiter im Auge zu behalten: Sollte er seinen Sturz gut überstanden haben, ist Riccardo Ricco (Saunier Duval) an den steilen Rampen im Finale immer für eine gefährliche Attacke gut. Joaquin Rodriguez (Caisse d'Epargne) hat seine Klasse bei Anstiegen mit über 20% während Tirreno-Adriatico beeindruckend unter Beweis gestellt - und wenn Rebellin zu den Favoriten zählt, darf man seinen "Schatten" Rinaldo Nocentini (ag2r) nicht außer Acht lassen: Schon dreimal in diesem Jahr feierten die beiden italienischen Rivalen "Doppelsiege".

Hinweis:

Verfolgen Sie die Ardennen-Klassiker nicht nur im Live-Ticker bei eurosport.yahoo.de: Auch im TV präsentiert Ihnen Eurosport die Rennen hautnah LIVE: Es geht los mit dem "Amstel Gold Race" (Sonntag, 20. April ab 15:45 Uhr), gefolgt vom "Flèche Wallonne" (Mittwoch, 23. April, 14:00) und zum krönenden Abschluss "Lüttich-Bastogne-Lüttich" (Sonntag, 27. April ab 14:00 Uhr)!

Andreas Schulz / Eurosport