Eurosport - Fr 20.Mrz. 18:07:00 2009
Team Milram will einen Neuanfang starten - nur beim Anti-Doping-Programm gibt es keine Änderungen: Angeführt von Linus Gerdemann und Gerald Ciolek setzt das letzte deutsche Top-Team auf seine Alleinstellung. Team-Manager van Gerwen ist überzeugt, dass seine Fahrer 25 Saisonsiege erringen können.
"Der Fokus liegt auf uns. Das ist eine Chance, aber auch eine große Verantwortung", sagte Team-Manager Gerry van Gerwen bei der Vorstellung seiner Equipe in Dortmund. Diese Saison solle es einen "Kulturumbruch" mit der Ausrichtung auf junge deutsche Fahrer geben, kündigte der Niederländer an. Sponsor Nordmilch AG will im Herbst sein Engagement erneut auf den Prüfstand stellen.
"Wer dopt, fliegt raus", kündigte der kommissarische Nordmilch-Vorstand Claus Peter Fischer harte Konsequenzen bei einem Dopingfall an. Erst im Dezember hatte das Unternehmen sein Sponsoring für die Saison 2009 bestätigt. Fischer wollte keine definitive Zusage dafür geben, dass die Zusammenarbeit bis zum Vertragsende 2010 weitergeführt wird. "Wir überprüfen unsere Budgets jedes Jahr und befinden uns in einer schwierigen Lage. Wir brauchen wieder Helden im Radsport", erklärte Fischer.
Ziel: 25 Saisonsiege
Für diese Rollen sind bei Milram zwei Fahrer auserkoren, die vom amerikanischen Team Columbia geholt wurden: Rundfahrspezialist Gerdemann soll ebenso wie Sprinter Ciolek den Rennstall in das Rampenlicht rücken. "Ich hoffe, wir können etwas Positives in Rad- Deutschland bewegen", sagte Gerdemann und spekuliert auf einen Etappenerfolg bei der Tour de France.
Beim Anti-Doping-Programm will Milram keine Neuerungen einführen. "Alles ist so geblieben, wie es war", sagte van Gerwen. Das Bekenntnis zu "maximaler Transparenz" solle aufrechterhalten bleiben. Im vergangenen Jahr waren die Verträge mit dem ehemaligen Weltmeister Igor Astarloa und Sprinter Alessandro Petacchi wegen Dopingverdachts aufgelöst worden. "Das zeigt das konsequente Handeln der sportlichen Leitung", erklärte Nordmilch-Vorstandsmitglied Fischer.
Gerolsteiner-Asse in neuem Gewand
Unter dem Motto "Alles wird neu - alles wird anders" orientiert sich das nach dem Rückzug von Gerolsteiner einzige deutsche Team komplett auf den heimischen Markt. 17 der 25 Profis kommen aus Deutschland. "Für den Wettbewerb wäre es nicht schlecht, wenn es in der Zukunft hier wieder eine weitere oder zwei weitere Mannschaften geben würde", hofft van Gerwen auf nationale Konkurrenz.
Zunächst profitiert Milram jedoch vom Gerolsteiner-Aus: Gleich acht Fahrer, darunter der Klassiker-Spezialist Fabian Wegmann und Kletterer Markus Fothen, kamen ebenso wie der Sportliche Leiter Christian Henn aus dem ehemaligen Team von Hans-Michael Holczer.
Kommentare 1 - 3 of 3
Macht den j.zingler nicht so platt (-4) und hebt den andrehawkeye nicht so in den Himmel (+4). Ich kann zinglers Sentiment gut nachvollziehen, auch ich verfolge Radsport nur noch sehr distanziert und ich glaube, jeder der ein bisschen Denkpower unterm Skalp hat muss zu dem Schluss kommen, dass die Wahrscheinlichkeit des fortwaehrenden Dopings gross ist. Ich daechte moeglicherweise anders wenn die UCI rigoros auf einen Neuanfang setzen wuerde. Das hiesse aber fuer mich, dass alle alten Dopingsuender rausfliegen. Man laesst aber den Armstrong fahren, was natuerlich nur mit dem US-Markt zusammenhaengt. In USA kuemmert man sich (wenn ueberhaupt) nur um cycling, wenn da ein illustrer Ami mitfaehrt. Es ging also schlicht um Werbeminuten und Sponsorenvertraege. Um die Sache fuer mich so richtig abzurunden diskutiert man in sogar, einen Winokurow mitmachen zu lassen.
andre, ich wuerde mir wuenschen, dass Du recht hast, aber ich glaube das ist nichts weiter als Wunschdenken. Der naechste Dopingskandal kommt... wetten?
Ich glaube der Radsport ist auf dem richtigen Weg.
Ich bin zwar überzeugt, dass schwarze Schafe noch in Herden vorhanden sind, jedoch werden auch Diese
erwischt werden und zur Rechenschaft gezogen werden.
So leid wie es mir tut, leider habe ich überhaupt kein Vertrauen in die Ehrlichkeit der Fahrer, es wurde zu häufig gelogen. Früher habe ich mit Begeisterung den Radsport verfolgt und bin zu tiefst erschüttert, was aus diesem Radsport geworden ist, zu mal ja auch nicht konsequent gehandelt wird, da das Astana-Team ja immer noch fahren darf.
Ich wünsche dem Team Milram viel Glück, aber ich werde weiter den Radsport meiden und mir anderen Sport zuwenden.
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