Eurosport - Fr 20.Feb. 09:16:00 2009
Marco Fu wird langsam zum Angstgegner für Ronnie O'Sullivan. Wieder einmal scheiterte der Weltmeister am 31-jährigen aus Hongkong: Im Achtelfinale der Welsh Open in Newport setzte sich Fu mit 5:3 gegen O'Sullivan durch. Dabei machte Fu auch einen 1:3-Rückstand wett.
Das Spiel von Ronnie O'Sullivan im Newport Centre war nicht zwingend genug; immer wieder stolperte er über eigene Fehler. In der Anfangsphase der Begegnung machte auch Marco Fu nicht genug aus seinen Chancen, doch er steigerte sich und war so der verdiente Sieger.
Dabei hatte O'Sullivan mit Breaks von 48 und 61 Punkten, seinem höchsten Break im gesamten Match, die ersten beiden Frames gewonnen. Mit einer 117 verkürzte Fu zwar, aber zur Pause hatte O'Sullivan mit 3:1 wieder zwei Frames Vorsprung.
Frame fünf brachte die Wende. Fu hatte 38 vorgelegt, ehe er die Stellung verlor und aussteigen musste. O'Sullivan bekam seine Chance, doch nach 45 verschoss er. Fu nutzte dies zu einer 45er-Clerance und war wieder auf einen Frame herangekommen. Den Ausgleich schaffte er dank einer 93. Nachdem er dann sogar erstmals in Führung gegangen war machte Marco Fu seinen achten Sieg über Ronnie O'Sullivan mit einer 115 perfekt.
Robertson siegt nach Krimi
Für den Thriller des Tages sorgten Neil Robertson und John Higgins mit dem 5:4 für Robertson. Dabei hatte Higgins die ersten beiden Frames mit Breaks von 66 und 76 Punkten schnell gewonnen. Dann aber zog der Australier auf und davon: Serien von 70, 94 und 75 Punkten brachten ihn in Führung und er holte auch den umkämpften sechsten Frame.
Doch Higgins gab sich nicht geschlagen: Mit 129 verkürzte er, und mit einem brillanten 69er-Break unter Druck erzwang er einen Entscheidungsframe. Der dauerte fast 40 Minuten und bot ein Wechselbad der Gefühle für beide Spieler. Am Ende lagen nur noch pink und schwarz auf dem Tisch und Higgins brauchte zwei Snooker, als Robertson pink per Fluke lochte und so Frame und Match holte.
Maguire dreht Partie
Top-Form bewies Shaun Murphy im Achtelfinale: Der Ex-Weltmeister schaffte bei seinem 5:2 über Mark King mit 116, 109 und 105 Punkten gleich drei Century-Breaks. Im siebten Frame lag King schon deutlich vorne, aber mit einer 53er-Clearance holte Murphy den Frame doch noch und damit auch das Match. Ebenfalls das Viertelfinale erreichte Anthony Hamilton, der beim 5:2 über Michael Judge mit 100 ebenfalls eine Hunderter-Serie schaffte. Bis zum 2:2 war das Match ausgeglichen, doch nach der Pause zog der Robin Hood des Snooker davon.
Einen Rückschlag musste Ding Junhui hinnehmen: Der Chinese hatte sogar schon einen Matchball zum 5:3, zog am Ende aber gegen Stephen Maguire mit 4:5 den Kürzeren. Mit 101 und 64 hatte Maguire losgelegt wie die Feuerwehr, doch dann bekam Ding Junhui einen Lauf: Unter anderem Mit Breaks von 76 und 94 Punkten gewann er vier Frames in Folge. Auch in Frame sieben legte er eine 69 vor, verschoss aber den Frameball.
Maguire räumte mit einer 71 den Tisch ab und schöpfte neue Hoffnung. In Frame acht legte Maguire eine 52 vor und erzwang schließlich den Entscheidungsframe, nachdem Ding ein riskantes Double neben die Tasche setzte. Mit einer 75 rettete der Weltranglistenzweite dann sein Viertelfinalticket.
Auch Ali Carter steht im Viertelfinale der Welsh Open. Der Captain geriet gegen Graeme Dott zwar nie in Rückstand, musste aber über die volle Distanz, bis sein 5:4-Erfolg feststand. Die Entscheidung fiel mit einem 67er-Break von Carter, der in Frame drei auch eine 119 geschafft hatte, im Entscheidungsframe gegen den kampfstarken Dott.
Kommentare 1 - 6 of 6
@Leonidas
Du hast völlig Recht. Auch ich habe hier drei offensichtliche Fouls von Spielern gesehen, die diese nicht gestanden haben.
Warum hat ein Spieler nicht genug A.... in der Hose, dazu zu stehen. Mehr als traurig!!
Seltsamerweise sind das alles Spieler gewesen, die mir wie eine Maschine vorkommen.
Die zum Lachen in den Keller oder sonstwohin gehen.
Mir ist völlig klar, dass die Anspannung bei einem Turnier, in welchem es um sehr viel geht (nicht nur um Geld), sehr hoch ist. Jedoch sollte die Fairness IMMER an ERSTER Stelle stehen. Warum sind es immer dieselben Spieler, die diese Fairness einhalten???
Und andere eben nicht.
Momentan stehe ich noch immer unter dem Eindruck der letzten drei Frames zwischen
Stephen Maguire und Joe Swail. Das war Snooker vom Allerfeinsten. Besonders
der Snooker von Joe Swail im letzten Frame auf Braun, als die Blaue vor der Tasche lag.
Ärgerlich, dass mein DVD-Recorder das nicht aufgenommen hat.
Ich hoffe sehr, dass wieder Stil in den Snookersport einzieht, und Matches nicht durch
nicht gesehene und nicht zugegebene Fouls entschieden werden.
Möge der Beste und (momentan leider) Fairste gewinnen.
@ frankieboy
Ich kann dir nur zustimmen, nach meiner Erinnerungen hat hier fu schon zum dritten Mal ein für für ihn als Spieler offensichtliches Foul nicht gestanden. Im UK Champs Finale kam es zu einem ähnlichen Vorfall, dort konnte man es notgedrungen mit dem Druck und der Anspannung in diesem Moment erklären, aber hier bin ich nicht mehr gewillt, irgendwelche Entschuldigungen oder Rechtfertigungen gelten zu lassen. Fu hat sicher gut gespielt, auch wenn er eher Vertreter eines "negativen" Spielstils ist, aber diesem Sieg haftet defintiv ein fader Beigeschmack an, zumal Fu gerade gegen nominell stärkere Spieler für sein destruktives Snooker bekannt ist.
das sehe ich freilich ganz anders.
Higgins war auf dem Weg zum 3:0 in den Frames und wird von einem Kick gestoppt.
Außerdem hatte Robertson bei eigenen Fehlern unglaubliches Glück. Fast immer wenn er einen Ball verschossen hat, bliebt hinterher ein Snooker oder zumindest eine relativ sichere Ablage liegen.
Aber wie dem auch sei, spannend war es in der Tat.
@Tut Nichts Z
ich finde es war ein richtig guter Tag,alleine schon wegen dem Robertson-Higgins Match,welches wirklich mega spannend war.Und dort gab es meiner Meinung nach den richtigen Sieger,weil Neil besser gespielt hat.
Ich habe immer gedacht, Snooker sei ein Gentleman-Sport.
Das Verhalten von Marco Fu war eine Frechheit als er, ich meine es war der siebte Frame, anstatt eine rote zu treffen definitiv Pink zuerst traf. Das muss er genau gesehen haben!!!
Ich kann mich an z.B. Steve Davis erinnern, der ein Kleiderfoul auf Schwarz zugab, das der Schiedsrichter nicht gesehen hat. Steve Davis verlor darauf den Frame und das Match.
So zu gewinnen, ist eine Schande für den Snookersport.
was für ein deprimierender Tag. Alle Spiele haben (aus meiner Sicht) den falschen Sieger gesehen.
Gott sei dank waren es nur die Welsh Open, wäre es die WM bräuchte ich eine Woche Urlaub...
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