The Masters - Robertson und Murphy im Halbfinale
Seine Nervenstärke und seine Klasse halfen Neil Robertson, zum ersten Mal in seiner Karriere das Halbfinale beim Masters zu erreichen. Der Australier setzte sich trotz einer defekten Pomeranze gegen Mark Williams mit 6:4 durch.
Der Waliser war im Gegensatz zu seinem Gegner zu fehleranfällig in den Schlüsselmomenten. Typisch schon der erste Frame, der über 40 Minuten dauerte: Williams lag vorne, doch nach einer schwachen Safety von ihm räumte Robertson den Tisch mit einer 35er-Clearance ab und gewann den Frame auf Schwarz. Nachdem Williams mit einer 78 ausgeglichen hatte musste er in Frame drei wieder einen Rückschlag hinnehmen: Er bekam einen Kick auf Gelb, Robertson räumte die Farben ab und gewann wieder auf Schwarz. Nach einer 95 führte der Australier zur Pause mit 3:1.
Spannung im siebten Frame
Nach Wiederbeginn baute Neil Robertson seine Führung in einem umkämpften Frame gar auf 4:1 aus. Er behielt auch die Nerven, als Mark Williams mit Breaks von 47 und 68 Punkten zum 3:4 aufschloss. Nach einer 119 hatte Robertson wieder zwei Frames Vorsprung. Zwar kam Williams dank einer 78 noch einmal heran, doch als er in Frame zehn Schwarz verschoss spielte Robertson eine Serie von 57 Punkten zum Sieg. Der letzte Frame war der 100. Frame, den der Australier in seiner Masters-Karriere gespielt hatte, der 50., den er gewonnen hatte, und der, der ihm in sein erstes Halbfinale bei diesem Prestige-Turnier brachte.
Zu seinem Problem mit der Pomeranze meinte Neil Robertson: "Die löste sich mehr und mehr; ich habe nur gehofft, dass ich durch das Match komme." Über Nacht will er nun eine neue aufkleben und einspielen, aber ideal ist das nicht: "Normalerweise dauert das vier, fünf Tage, und das dann auf dem eigenen Tisch. Mal abwarten, wie das im Halbfinale funktioniert."
Das Halbfinale beim Masters komplettiert Shaun Murphy. Der Magier erreichte zum ersten Mal in seiner Karriere die Vorschlussrunde dieses Traditions-Events durch ein überraschend klares 6:2 über Mark Selby. Selby, der zweifache Masters-Champion, hatte eine zu hohe Fehlerquote, während Murphy eine sehr gute Leistung ablieferte und sich gewohnt lochsicher zeigte. Selby hatte den ersten Frame noch gewonnen, doch Murphy glich auf Schwarz aus und zog dann auf 5:1 davon. Im fünften Frame hatte er dabei sogar neun Rote und neun Schwarze gelocht, ehe er sich verstellte.
Mark Selby hatte bis dahin durchaus seine Chancen gehabt, aber viel zu wenig daraus gemacht. Im siebten Frame allerdings sorgte er für Spannung, als er ebenfalls Kurs auf ein Maximum nahm. Nach 112 Punkten verstellte aber auch er sich und vergab die Chance, als er eine lange Rote verschoss; trotzdem war dies das 1.000. Century-Break der Saison. Die Niederlage zögerte er damit aber nur heraus. Im achten Frame ging Shaun Murphy mit 68:0 in Führung; Selby brauchte Snooker. Der machte dann zwar 31 Punkte, verlor aber das taktische Duell um die letzte Rote.
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Kommentare 1 - 8 of 8
Mich wundert, dass Neil nicht wie üblich eine eingespielte Ersatzpomeranze dabei hat. Oder hat er und die muss dann trotzdem noch stundenlang eingespielt werden?
@ Karl: Selbstverständlich lese ich auch die Kommentare zu den Artikeln (und natürlich auch die in meinem Blog).
ich weiss nicht ab wann man eine Leistung als gut bewertet, ich weiss auch nicht was du für ein Spiel gesehen hast Murphy war absolut lochsicher und ganz klar der bessere Mann in allen Belangen ,aber man merkt hier raus das du absoluter Selby Fan bist , hier bei darf man nicht vergessen das dei beiden sich in und auswendig kennen dieser Sieg von Murphy war absolut und auch in dieser Höhe verdient und mit dieser Form kann er auch das Masters gewinnen das ist meine Meinung
@Roswitha: Sicher gehört Mark Selby zu den besten Snookerspielern auf der Welt. Aber in einem Match zählt auch die eigene Tagesform und die des Gegners, ob der Gegner ein Angstgegner ist, ob einem die Atmosphäre da gefällt usw..
Gestern hat das alles einfach für den Shaun gepasst.
Was das Glück oder Pech betrifft, so kommt es nicht von ungefähr, dass immer wieder vom Glück des Tüchtigen gesprochen wird. Aber wir können beide mit dem Ergebnis leben und der Mark wird sicher auch wieder einmal ein Tournier gewinnen!
@Karl: Nun ja, heute sieht die Sache schon wieder anders aus. Gestern war ich eben sehr sehr enttäuscht. Aber scheinbar mehr Pech hat auch meistens der, der nicht wirklich gut und sicher agiert. Man sieht was Selbstbewußtsein aus macht wenn man Trump spielen sieht. Kein über das Ziel retten, wie es Selby gegen Lee erging. Mir fehlt hier einfach die Lockerheit und die Freude am Spiel dafür zuviel Zwang und Grübeln. Selby wurde gestern ja der "LEICESTER MERCURY SPORTSMAN AWARD" verliehen - wieder etwas was Druck ausübt!! Aber Mark Selby ist für mich trotzdem immer der Beste und meine Nummer Eins!!!
Hätte zu gerne gewusst, ob der Rolf unsere Kommentare liest!
@Roswitha: Erschreckend schlecht ist für mich etwas übertrieben. Außerdem hatte der Mark einigemale oredentlich Pech. Es hätte vor dem MSI locker 2 . 2 stehen können. Er hatte ja das 2 : 0 schon praktisch in der Tasche, wenn ihm nicht die Weisse an der Mitteltasche hängen geblieben wäre. Außerdem blieb ihm eine Rote exakt vor der Tasche liegen und einmal blieb der SP an einer Roten hängen!
Aber wie sagte einmal eine Fußballtrainer der deutschen Bundesliga nach einem verlorenem Match: Zuerst hatte wir kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu!
Murphy war nicht wirklich gut – ganz im Gegenteil. Mark Selby hat erschreckend schlecht gespielt. Schon bei der PTC11 hat Selby gegen Dott eine alarmierend schwache Leistung an den Tag gelegt. Und was mich zutiefst erschüttert, sind der Verlust von seinen zwingenden Safeties und seinem hervorragendem taktischem Spiel. Hier wirkt er nur mehr ideenlos und sehr ungenau, dabei ist er doch damit berühmt geworden. Ich vermute, dass er sich selbst zu viel Druck auferlegt. Viele Sportler bestätigen es ja: Es ist leichter die Nummer 1 zu werden, als diese Position dann zu verteidigen.
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