WM 2010 Quali - Riedle: "Es ist und bleibt ein Klassiker"

Eurosport - Mi 19.Nov. 20:46:00 2008

Eurosport-Experte Karl-Heinz Riedle (43) spricht über das Prestigeduell Deutschland gegen England (Mittwoch 20:45 Uhr im Live-Ticker bei eurosport.yahoo.de) und erklärt, warum die internen Querelen der letzten Zeit keinen Einfluss auf die Leistung der DFB-Elf haben.

FOOTBALL 2008 Riedle England Deutschland Picasso - 0

Nach dem Ausfall zahlreicher Stammspieler wie Steven Gerrard, Wayne Rooney oder Frank Lampard hat der englische Trainer Fabio Capello einige weniger bekannte Profis und sogar einen Spieler aus der zweiten englischen Liga nominiert. Wie stark ist der Gegner also?

Karl-Heinz Riedle: Es ist immer schwierig, wenn so viele erfahrene Leute fehlen. Trotzdem ist und bleibt die Partie ein Klassiker. England gegen Deutschland, da geht es immer auch ums Prestige und keiner will eine Niederlage kassieren. Grundsätzlich ist es aber schon etwas anderes, wenn alle an Bord sind und es tatsächlich um etwas geht. Ich glaube aber trotzdem, dass es ein hochinteressanter Vergleich wird.

Wie beurteilen Sie die Leistungen der beiden Mannschaften in den letzten Monaten?

Riedle: Mit England ist auf jeden Fall bei der WM 2010 zu rechnen. Ich glaube, dass Capello es bis dahin schafft, eine richtig gute Mannschaft zusammenzustellen. Talente und gute Spieler besitzen die Engländer schon seit Jahren - nur mit den Ergebnissen hat es nicht geklappt. Capello ist aber ein Trainer, der eine Siegermentalität besitzt und die Mannschaft wieder in den Griff bekommt.

England hat in den letzten Jahren die Konstanz vermissen lassen. Kann Capello dem Team das geben, was bisher gefehlt hat?

Riedle: Ja, ich glaube schon. Wie gesagt, es steht außer Diskussion, das England exzellente Einzelspieler hat. Da können die meisten anderen Nationen nicht mithalten. Nur als Team sind sie dann immer wieder gescheitert. Ich bin aber der festen Überzeugung, dass sich das mit Capello ändern wird.

In der deutschen Mannschaft gab es zuletzt Querelen um Michael Ballack und Torsten Frings. Wie bewerten Sie das?

Riedle: Es war natürlich nicht das Gelbe vom Ei, dass sich die Spieler öffentlich beklagen - aber das ist ausgeräumt worden. Ich denke, dass man das anders hätte lösen können. Nachdem die Kritik draußen war, hat Joachim Löw aber gut reagiert, indem er seine Forderungen öffentlich formuliert hat. Anders läuft das sonst nicht. Ein Trainer muss die bestimmende Person sein.

Wie sehen Sie dabei die Rolle von Michael Ballack? Hätten Sie damals als aktiver Spieler von ihrem Kapitän auch verlangt, dass er sich äußert?

Riedle: Michael hätte es intern regeln sollen. Da hätte er richtig auf den Putz hauen können. Die öffentliche Kritik war natürlich nicht ideal - und das weiß er auch selbst.

Gehen Sie davon aus, dass sich die ganze Diskussion auf die Leistung der Mannschaft auswirkt?

Riedle: Nein, das denke ich nicht. Das Thema ist erledigt. Das war jetzt kurz in den Medien, danach geht es weiter. Ich glaube nicht, dass es irgendwelche Schäden angerichtet hat.

Joachim Löw hat Marko Marin vom damaligen Zweitligisten Mönchengladbach ins Nationalteam geholt. Auch Capello greift gegen Deutschland mit Michael Mancienne auf einen Profi aus der zweiten englischen Liga zurück. Ein Trend?

Riedle: Die Engländer haben schon immer gute Spieler gehabt. Gerade in den Topmannschaften der Premier League sind aber fast immer die ausländischen Spieler die wichtigsten Akteure. Mannschaften, die nicht ganz oben mitspielen oder sich in der zweiten Liga befinden, haben dagegen einheimische Talente en masse. Deswegen wird Capello sich dort ein bisschen umschauen. Schwierig zu sagen, ob das jetzt ein Trend ist. Ich glaube nicht.

Mit den Hoffenheimern Marvin Compper und Tobias Weis hat der Bundestrainer zwei Spieler des Sensations-Aufsteigers ins Team berufen. Kommt das nicht zu früh?

Riedle: Ich habe ein paar Partien der TSG verfolgt - ob die Nominierung nun aber zu früh kommt oder nicht, ist schwer zu beurteilen. Sicher, früher hat es länger gedauert, bis einer zum Nationalspieler wurde. Compper und Weis wurden aber genau beobachtet und wenn die Leistung stimmt, ist eine Berufung in Ordnung.

Wie war das bei Ihnen, wie sind sie unter dem damaligen Bundestrainer Franz Beckenbauer in die Nationalmannschaft gekommen?

Riedle: Ich hatte 1988 eine super Saison mit 18 Bundesliga-Toren für Werder Bremen und kam deshalb zum Ende des Jahres in die Nationalelf.

Zum Abschluss noch ein Tip vom Weltmeister von 1990: Wie geht das Spiel gegen England in Berlin aus?

Riedle: Nachdem die englische Auswahl aufgrund der Ausfälle doch geschwächt ist, wird es ein knapper Sieg für Deutschland.

Das Interview führte Stefan Zürn / Eurosport

Kommentare 1 - 10 of 10

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  1. Ich kann es ehrlich gesagt nicht verstehen, das Löw Spieler im Aufgebot hat, die im Verein nicht spielen ( Podolski) sicher der hat gute Spiele für Deutschland gemacht, aber wenn Löw nach dem von ihm angekündigten Leistungsprinzip geht, dann hat ein Spieler wie Podolski dort nichts zu suchen! Auch ein Klose, der im Verein überhaupt keine Leistung bringt, hat nichts in der DFB-Elf zu suchen. Aber Klose geht es wie vielen vor ihm,wären Sie nicht so geldgeil, wären sie nicht nach München gegangen sondern bei den Vereinen, wo sie große Fußballer geworden sind.

    Von TK, am Mi 19.Nov. 20:43
  2. aha alles voll mt loosern hier im Forum!!!!!!!
    Der einzige Spieler der weltklasse hat aus Deutschland ist Ballack und den mögt ihr nicht.
    Solche Deppen!!!!!!!

    Von essien66, am Mi 19.Nov. 19:59
  3. aha alles voll mt loosern hier im Forum!!!!!!!
    Der einzige Spieler der weltklasse hat aus Deutschland ist Ballack und den mögt ihr nicht.
    Solche Deppen!!!!!!!

    Von essien66, am Mi 19.Nov. 19:59
  4. @chrismatle: kann ich nicht nachvollziehen deinen eintrag. so hat riedle beispielsweise eine klare meinung in sachen capello und ballack. wo also ist das problem?
    @svenschiemann: suggestivfragen sehen nun wirklich anders aus. da gebe ich monkishbuddha völlig recht.

    Von Oskar D, am Mi 19.Nov. 12:59
  5. Es ist Wurscht, ob man in der 1. oder 2. Liga spielt, wenn der Trainer meint, man hat die Klasse. Dann wird im Extremfall (verletzte Stammspieler) mal ein Experiment gemacht. Wenns laeuft, gut. Wenn nicht, ist man Trainer und als Spieler wieder ein wenig schlauer.
    Und nicht immer ist die Liga (gerade bei noch jungen Spielern) ein 100% Mass (sorry hab kein sz auf der Tastatur) fuer die wahre Spielstaerke.

    Von Alex, am Mi 19.Nov. 12:39
  6. Ich glaube, die Frage zielte eher darauf ab, ob es generell einen Trend gibt, auch 2.Liga Spieler in eine Nationalmannschaft zu berufen. Nicht ausschließlich auf D und ENG gemünzt. In der Vergangenheit war das ja eher unwahrscheinlich bis unmöglich

    Von MonkishBuddha, am Mi 19.Nov. 9:33
  7. Mir is egal was der Netzer und der Riedle sagen, der eine so witzig wie der andere.
    Es gibt keine Freundschaftsspiele gegen diese Inselmilchbubis.
    Wenn Löw gegen die verliert, gehört er gefeuert, und da ist auch egal, welcher Trainer mit B-, C- und F-Auswahl spielt.

    Von Christoph, am Mi 19.Nov. 9:32
  8. Typisch, Reporter, diese Suggestivfragen. Ein Trend 2.-Liga-Spieler ins Nationalteam zu holen?
    - Lukas Podolski wurde nach einem Jahr in der 1. Liga im Juni 2004 in die Nationalelf berufen. Auch nach Abstieg des FCs - 1 Monat später - blieb er als 2.-Liga-Spieler in der Nationalelf.
    - Capello beruft nach Ausfall von "8 Stammspielern" für ein Freundschaftsspiel einen 5-maligen U21 Spieler Englands, der in seinem Alter in drei Jahren 62 2.Ligaspiele gemacht hat. Allein deswegen von einem Trend zu sprechen ist doch zumindest suspekt.
    - Dann der Kommentar von KH Riedle, dass "Topmannschaften der Premier League" eher "ausländische[n] Spieler" als "wichtigste[n] Akteure" haben. Da frag ich mich, wieso ich nicht Eurosport-Experte bin... Mancienne kommt aus Chelseas Jugend, wurde aber aufgrund des stark besetzten Kaders die letzten 3 Jahre verliehen (lt. Transfermarkt). Dieses ist nicht innerhalb der 1.Liga möglich (lt. englischen Regularien, sonst wäre Mancienne u.U. schon 1.Ligaspieler, nur eben nicht Stammspieler bei Chelsea, da er dort u.a. John Terry (Kapitän der Engländer - Ausländer?!?!?!) vor sich hätte. Die Förderung einheimischer inländischer Talente durch Verleihen an 2.Liga-Clubs ist doch etwas positives, Herr Riedle, oder?

    Von svenschiemann, am Mi 19.Nov. 9:08
  9. so ist es...netzer ist ein "volldepp", hat aber wenigstens eine meinung. von riedle kommt hier nichts. absolut unnötiges gespräch weil riedle keine meinung hat!

    Von chrismatle, am Mi 19.Nov. 6:50
  10. riedle? sorry, ein wirklich guter fußballer aber wenn man dieses gespräch richtig liest merkt man, der typ redet so wie es jeder hören will. er hat noch nie eine eigene meinung gehabt, war immer ein mitläufer und genau das zeigt er auch hier!!!!

    Von chrismatle, am Mi 19.Nov. 5:37
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