Bundesliga - Hummels: "Nicht auf Augenhöhe mit FCB"

Eurosport - So 18.Okt. 10:50:00 2009

Die Karriere von Mats Hummels begann beim FC Bayern. Dort spielte der nun 20-Jährige Innenverteidiger bis ins Jahr 2008. Mittlerweile ist Hummels ein stabiler Bestandteil der Dortmunder Defensive. Im exklusiven Interview mit Eurosport spricht das große Talent über seinen Weg vom Sturm in die Abwehr.

FOOTBALL Dortmund Klopp Hummels 2009 Picasso - 0

Der BVB ist weit von seiner Form aus der vergangenen Rückrunde entfernt. Woran liegt denn das?

Mats Hummels: Auch in der tollen Rückrunde hatten wir anfänglich Probleme, das wird ja immer außer Acht gelassen. Wir sind dann erst später in einen Lauf reingekommen. Ich hoffe, dass sich alles wieder einspielt. Aber damals hatten wir kaum Verletzte mit Ausnahme von mir.

Die Erwartungshaltung in Dortmund ist groß. Kann Trainer Jürgen Klopp den BVB in den nächsten Jahren wieder an die Spitze führen?

Hummels: Ich denke schon, dass wir eine sehr gute Rolle spielen werden in den nächsten Jahren und Jürgen Klopp einen großen Teil dazu beitragen wird. Wir sollten aber nicht darüber reden, dass Dortmund dann auf Augenhöhe mit Bayern steht. Was wir wollen: gute Resultate abliefern und wie in der vergangenen Saison hin und wieder an den vorderen Plätzen schnuppern.

Wie wollen Sie am Sonntag im Derby den VfL Bochum knacken?

Hummels: Das wird schwer. Bochum hat in der letzten Zeit nicht allzu oft gegen Dortmund verloren. Ich kann mich da leider an ein paar Unentschieden erinnern. Leider. Wir wissen aber, dass wir sie schlagen können. Aber das nutzt auf dem Niveau, auf dem wir spielen, herzlich wenig, wenn man nicht alles abruft oder nicht bereit ist, alles zu geben - genau das müssen wir machen, damit wir Bochum besiegen.

Gegen Bochum fehlen Sebastian Kehl, Tamas Hajnal und Tinga. Wirken sich diese Ausfälle auch auf Ihre Spielweise in der Defensive aus?

Hummels: Nein. Ich würde Hajnal nicht als defensiven Spieler bezeichnen, er ist eher ein Zehner. Und Sebastian Kehl fällt ja leider schon länger aus. Er ist für die Defensive enorm wichtig. Er ist auf jeden Fall einer unser wichtigsten Spieler und nicht umsonst unser Kapitän. Da müssen dann halt andere in die Bresche springen.

Es heißt, Klopp überlegt wegen der vielen Verletzten, das System auf 4-3-2-1 umzustellen.

Hummels: Ich habe keine Ahnung, was der Trainer plant, wie er plant, das werden wir bis zum Bochum-Spiel sehen. Wir können in jedem System gut spielen.

Auch Sie blieben in Ihrer noch jungen Karriere nicht von Verletzungen verschont. Gleich dreimal in wenigen Monaten hat es Sie jeweils am Sprunggelenk erwischt. Zufall?

Hummels: Ich habe dieses Thema für mich abgehakt. Ich rede da nicht mehr drüber.

Aber Sie denken noch dran, wenn Sie auf dem Fußballplatz stehen?

Hummels: Nein, ganz im Gegenteil. Das ist vergangen. Ich versuche daran keine Gedanken zu verschwenden.

Arbeiten Sie in dieser Hinsicht prophylaktisch mit einem Physiotherapeuten?

Hummels: Das mit Sicherheit, das versteht sich von selbst.

Wie sehr mussten Sie Ihren Verein eigentlich überreden, dass er Sie zum U-21-Halbfinale nach Schweden fahren lässt? Immerhin hatten Sie gerade erst eine Verletzung auskuriert und keine Spielpraxis.

Hummels: Das war natürlich mit dem Verein abgesprochen und wurde auch von allen Seiten als positiv angesehen, weil ich mich dadurch an die Fitness ranarbeiten konnte, ich konnte vorher lange nicht trainieren.

Es ist ja noch einmal gut gegangen. Sie haben im Finale dazu beigetragen, dass Deutschland den Titel holt. Geht Ihr Blick auch ein bisschen in Richtung WM 2010 in Südafrika?

Hummels: Wenn es so kommen sollte, würde ich mich freuen. Ich muss aber sehr viel zeigen, damit sich überhaupt eine kleine Chance ergibt. Erst will ich meine Leistung in Dortmund und in der U 21 bringen.

Hat Bundestrainer Joachim Löw Ihre Nummer?

Hummels: (lacht) Ich weiß nicht, ob er sie schon hat. Aber es würde mich eher überraschen, wenn es schon der Fall wäre.

Sie haben mehr als zwölf Jahre beim FC Bayern gespielt. Welche Erinnerung haben Sie an diese Zeit?

Hummels: Nur sehr gute. Das war mein einziger Verein vor Dortmund, deswegen bin ich mit ihm noch verbunden. In München bin ich zur Schule gegangen und habe dort noch einen großen Freundeskreis.

Ihr Vater ist heute Scout beim FC Bayern und er war ein Jahr lang Ihr Trainer. Welchen Anteil hat er daran, dass Sie heute Fußball-Profi sind?

Hummels: Ja, mit Sicherheit einen riesengroßen. Er hat mich ja nicht nur ein Jahr lang trainiert, sondern sich Spiele angeschaut und mir Tipps gegeben. Zum Teil habe ich einzeln nur mit ihm trainiert. Er hat mich auch vom Stürmer zum Defensivspieler umfunktioniert.

Das war bestimmt nicht immer einfach.

Hummels: Ja. Das ist für beide Seiten nicht einfach. Der Trainer muss immer aufpassen, dass er seinen Sohn nicht bevorzugt. Und ich muss aufpassen, dass ich das Widersprechen, das es zu Hause manchmal gibt, nicht ins Training einbaue. Es ist alles andere als einfach, wenn der eigene Vater der Trainer ist.

Ihr Vater hat nicht nur Sie, sondern früher in Mainz auch mal Ihren jetzigen Trainer Jürgen Klopp trainiert. Was hat er Ihnen erzählt?

Hummels: Ich bin schon zu Borussia Dortmund gewechselt, als Thomas Doll noch Trainer war, deswegen hat das keine so große Rolle gespielt.

Aber Sie haben unter Klopp in Dortmund verlängert.

Hummels: Ich bin dann gekauft worden. Es liegt aber nicht nur am Trainer, sondern am gesamten Verein, dass ich mich sehr wohl fühle.

Fühlen Sie sich eher als Dortmunder oder als Münchener?

Hummels: Ganz klar: als Dortmunder. Ich lebe hier. Nach München halte ich eher telefonischen Kontakt.

Beim FC Bayern München war für Sie der Sprung ins Nachwuchsteam unter Hermann Gerland kein Problem. Warum hat es unter Ottmar Hitzfeld bei den Profis nicht geklappt?

Hummels: Ich habe nur ranschnuppern können. Unter Felix Magath war ich auch schon im Training dabei. Die Bayern hatten in der Saison, als ich nach Dortmund ausgeliehen worden bin, mit Lucio und Martin Demichelis aber auch ein Verteidigerduo, das ihresgleichen gesucht hat.

Ein Demichelis steht bei Bayern auch heute noch unter Vertrag - und ein Holger Badstuber spielt trotzdem. Haben es Spieler wie Badstuber und Thomas Müller unter Trainer Louis van Gaal einfacher?

Hummels: Die beiden bringen die nötige Qualität mit. Mehr möchte ich dazu nicht sagen, weil ich deren Situation in München nicht kenne.

Meinen Sie, dass Sie unter van Gaal mehr Spielpraxis gesammelt hätten?

Hummels: Das ist alles nur Spekulation. Ich bin einfach nur froh, dass ich in Dortmund bin und deswegen beschäftigt mich das in keinster Weise.

Ihr Vertrag in Dortmund läuft noch bis 2013. Wo sehen Sie sich dann?

Hummels: Ich sehe mich mit Borussia Dortmund höher als jetzt angesiedelt und hoffe, dass wir bis dahin einige erfolgreiche Jahre hatten.

TV-Tipp:

Verfolgen Sie die Auslosung für die Playoffs der europäischen WM-Qualifikation am Montag, 19. Oktober, ab 14:00 Uhr, LIVE im Stream auf eurosport.yahoo.de.

Das Interview führte Jens Sitarek / Eurosport

Kommentare 1 - 16 of 16

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  1. hallo Antonio B.
    wir vom HSV sind froh, wenn von­ unserer Mannschaft ein Spieler zu Bayern geht.
    Denn wir­ wissen dann, jetzt hat er endlich Erfolg.
    Ausserdem­ weiß ich jetzt, dass die besten Spieler beim FC Bayern­ spielen.
    Und die Spieler die der FCB abgibt, sind­ entweder nicht gut genug oder schon überaltet.
    Oder wie­ der Hummels, der hätte bei dem Kader von Bayern, nie­ eine Chance gehabt.
    Aber es gibt auch Ausnahmen, siehe­ Müller.

    Von Punisher, am Mo 19.Okt. 18:29
  2. Warum es keine Erwähnung gibt das Hummels vom FCB­ Kommt?
    Weil es nichts zu Erwähnen gibt!Denn es ist doch­ so,das Bayern nur ein Spieler sammler ist und zeigen­ möchte,das sie Geld haben und sich alle Leisten können­ und dann Verrotten sie auf der Bank.
    Hummels Talent­ wurde weder von den Herren im Vorstand erkannt,noch von­ zwei Weltklasse Trainer,er wäre beim FCB 2 Versauert­ und bei uns zum Fussballer Gereift.
    Und die Aussage von­ (Gert Müller)zeigt meine annahme doch das wenn man­ möchte Hummels wieder zurück kaufen könnte,ne absolute­ Frechheit finde ich,denn von der Borussia den Spieler­ Ausbilden lassen und dann mit Geld zurücklocken,ich­ finde das ist keine Seriöse Clubphilosophie von­ FCB.
    Lasst unseren Mats Hummels in Frieden seinen weg­ gehen und das machen,was der FCB nicht erkannt hat,er­ ist ein Superstar und Nationalspielheld der Zukunft und­ in seinem Herzen Schlägt das Schwarz-Gelbe Herz von­ Borussia Dortmund 09!

    Von Antonio, am Mo 19.Okt. 10:51
  3. @ skapiert
    Du sagst es.Man möchte gar nicht­ aufzählen,
    wieviel talentierte Spieler beim FCB,
    ­ schon versaut wurden.

    Von borkode, am So 18.Okt. 23:38
  4. Auf jeden Fall ein absoluter Glücksgriff!
    Und dass er­ sich als Dortmunder fühlt macht ihn doch sehr­ sympathisch.. ( ;

    Von Ju, am So 18.Okt. 20:30
  5. hi skapiert,
    du hast Recht.
    Aber Eines hast du­ vergessen!!
    Wenn dann so ein Spieler, wie Hummels sehr­ gut spielt, dann holt ihn dann eben der FC Bayern­ wieder zurück - Geld hat der FCB ja eh genug.

    Von Gerd Müller, am So 18.Okt. 18:32
  6. @ Gerd:
    Das ist der Unterschied...
    Wäre er bei Bayern­ geblieben würde er immer noch auf der Bank sitzen!
    SO­ ist er inzwischen einer der besten Spieler in der­ U-21...
    Das heißt einer der besten in seiner­ Altersklasse!

    Achso das ist Fußball...
    Da gibt es halt­ Rivalität....
    Ihr könnt euch doch freuen das ihr so­ viele Neider habt!
    Manch ein anderer Verein würde sich­ das wünschen!

    Von skapiert, am So 18.Okt. 17:54
  7. servus manfred,
    eigentlich kann man diesen Bericht auch­ bei den Bayern-Seiten einordnen.
    Hummels hat über 12­ Jahre bei den Bayern gespielt - oder gesessen - ist eh­ egal.
    Noch ein Tipp von mir, zeige mehr Achtung anderen­ Menschen gegenüber.
    Einen schönen Gruß aus München
    der­ echte Gerd Müller (nicht der Kopierer namens Punisher)

    Von Gerd Müller, am So 18.Okt. 17:35
  8. Tja liebe BCB-Fans,

    mit keinem Wort wird von euch­ erwähnt, daß Hummels vom FC Bayern kommt!!!!!
    Jetzt, wo­ er bei eurem geliebten Verein spielt, hebt ihr ihn in­ den Himmel - als zukünftigen Superstar.
    Bleibt auf den­ Teppich und wartet erstmal ab.
    Und seid zu anderen­ Spielern in anderen Vereinen, vor allem die, die beim­ FC Bayern spielen etwas fairer.

    Von Gerd Müller, am So 18.Okt. 17:03
  9. Solche Spieler wie Ihn braucht der BVB,und sollte der­ Verein alles geben,damit solche Jungs beim BVB­ bleiben.Nicht so Geldgiere Geiers wie in der­ Vergangenheit,davon hatte der BVB genug!!!

    Von Sebastian, am So 18.Okt. 16:16
  10. der junge ist einfach super
    er kann ein großer borusse­ werden =)

    NUR DER BVB !!!!

    Von schusterdane, am So 18.Okt. 14:39
  11. Kommentar nicht angezeigt durch zu niedrige Bewertung. Zeigen

    lol :)

    Von Frank, am So 18.Okt. 14:30
  12. Super Interview mit einem super Spieler. Der Junge­ macht seinen Weg, ganz sicher. Hoffentlich beim BVB,­ denn "Schwarz-Gelb" ist einfach der beste­ Verein mit den geilsten Fans in Deutschland!!! BVB­ forever!!! :-))

    Von Susann S, am So 18.Okt. 13:55
  13. wieso soll er von verlängern reden wenn er gerade erst­ bis 2013 verlängert hat.
    davon redet man vllt ein oder­ zwei jahre bevor der vertrag ausläuft!

    Von screep, am So 18.Okt. 13:48
  14. Philip
    was fürn schwachsinn, das is in 4 jahren. kein­ wunder, dass er nix sagt, er weiß doch nicht ob er in 4­ jahren weltklasse oder kreisklasse spielt (er ist­ verletztungsanfällig und soetwas kann profis die­ karierre kosten).

    Von simonjanssen24, am So 18.Okt. 13:48
  15. hummels wird definitiv wechseln 2013 das hört man schon­ er erwähnt nichts vonverlängern falls es erfolg gibt­
    aber hummels is auch ein top spieler genau wie subotic­ der is nich lang zu halten

    Von Philip, am So 18.Okt. 13:26
  16. Was für dumme Fragen. Ich hoffe, dass Hummels gesund­ bleibt, dann hat er sicherlich Chancen ein richtig­ guter Spieler zu werden.

    Von farms_sanctum, am So 18.Okt. 13:23
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