Leipzig (dpa) - Siegesserie gerissen und trotzdem weiter Spitze: Nach sechs Erfolgen nacheinander hat der SC Paderborn mit dem mageren 0:0 gegen Kickers Offenbach erstmals seit dem 16. August wieder Punkte abgegeben, bleibt aber dennoch Tabellenführer der 3. Fußball-Liga.
Denn die Ostwestfalen profitierten vom Patzer des Verfolgers Kickers Emden, der durch das 1:1 bei der SpVgg Unterhaching die mögliche Ablösung vergab. Unterdessen schaffte am Sonntag der 1. FC Union Berlin durch ein 2:0 bei Werder Bremen II den Sprung auf Platz zwei.
Torlos endete das Derby zwischen dem FC Carl Zeiss Jena und Dynamo Dresden, das ein Nachspiel haben wird. Wegen erneuter Ausschreitungen leitete der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nur wenige Stunden nach Spielende Ermittlungen ein. «Die Vorfälle halten wir für so gravierend, dass wir sofort Ermittlungen aufgenommen haben», sagte der für Rechtsfragen zuständige DFB-Vizepräsident Rainer Koch. DFB-Sicherheitsbeauftragter Helmut Spahn wird bis zu diesem Montag einen umfassenden Bericht erstellen. Der Vorsitzende des Kontrollausschusses, Anton Nachreiner, hat unabhängig davon bereits am Sonntagabend mit seinen Ermittlungen begonnen.
Schon drei Minuten nach dem Anpfiff waren im Gäste-Block Böller gezündet worden und Dresdner Fans hatten versucht, auf das Spielfeld zu stürmen. Sie brachen ein Zugangstor in den Innenraum auf, doch Polizei und Ordnungsdienst konnten die Anhänger zurückdrängen. Nach einem verschossenen Jenaer Strafstoß in der 87. Minute wurden von «Dynamos» erneut Feuerwerkskörper und Rauchbomben gezündet. Provozierte Jenaer Fans rannten auf die Tartanbahn. Nach einem erneuten Polizeieinsatz unterbrach Schiedsrichter Lutz Wagner (Kriftel) die Begegnung und schickte beide Teams in den Kabinengang.
«Ich habe nicht gesehen, was passiert ist. Rauch war das einzige, was wir sehen konnten», sagte Dresdens Trainer Ruud Kaiser. Sein Jenaer Kollege René van Eck meinte: «Ich habe versucht, unsere Fans wieder zu beruhigen, so dass wir zu Ende spielen können. Zu den genauen Vorfällen kann ich nichts sagen.» Nachdem sich die Situation wieder beruhigt hatte, wurden die letzten drei Minuten ausgespielt.
Paderborn fand lange Zeit nicht ins Spiel und leistete sich viele Fehlpässe. Erst in der Schlussphase war der SC besser und hatte hochkarätige Chancen. «Wir müssen uns vorwerfen, die guten Möglichkeiten nicht genutzt zu haben», sagte Trainer Pawel Dotschew.
Die Emdener führten durch Enrico Neitzel. Drei Minuten später vergab Ralf Bucher die Chance zum Ausgleich, als er per Foulelfmeter am Emdener Torwart Daniel Masuch scheiterte. Tobias Schweinsteiger sorgte per Hacke eine Minute vor Schluss noch für den verdienten Punkt. Emdens Verfolger SV Sandhausen feierte ein 2:0 gegen Rot-Weiß Erfurt und rückte damit bis auf zwei Punkte an Emden heran. Dies verpasste dagegen Fortuna Düsseldorf. Die Rheinländer mussten sich zu Hause mit einem 1:1 gegen Bayern München II begnügen.
Eintracht Braunschweig schaffte mit einem 2:0 gegen Wacker Burghausen den dritten Heimsieg in Serie. Die Abstiegsplätze verlassen hat Zweitliga-Absteiger FC Erzgebirge Aue, der bei Jahn Regensburg mit 4:1 gewann.




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