Euro 2012 Qualifikation - Zieler schafft Sprung ins EM-Casting
Joachim Löw setzt seinen Jugendkurs auch auf der Torhüterposition fort und hat Ron-Robert Zieler vorzeitig eine Nominierung für die kommenden Länderspiele versprochen. Der Schlussmann von Hannover wird im Aufgebot der Nationalmannschaft für das EM-Qualifikationsspiel gegen Österreich stehen.
Für das Spiel am 2. September und den vier Tage später in Danzig gegen EM-Gastgeber Polen stattfindenden Test (jeweils ab 20:45 Uhr im Live-Ticker bei eurosport.yahoo.de) steht der 22-Jährige im Aufgebot. "Wir werden - wie immer bei einem Doppel-Spieltag - einen dritten Torhüter einladen. Es wird Ron-Robert Zieler sein", sagte Bundestorwarttrainer Andreas Köpke in einem Interview auf der Homepage des DFB bereits eine Woche vor der kompletten Kaderbekanntgabe durch Löw.
"Das ist ein schönes Gefühl, ich fühle mich geehrt. Sicher geht das sehr schnell, doch ich nehme es gerne an", sagte Zieler, der die Botschaft einen Tag nach dem 2:1-Sieg gegen den FC Sevilla im Kraftraum erhielt. Nach der langfristigen Verletzung von Leverkusens René Adler braucht Löw eine Alternative als dritte Kraft hinter Stammtorwart Manuel Neuer und Ersatzmann Tim Wiese. Von allen Kandidaten habe Zieler die Einladung "am meisten verdient", sagte Köpke. "Er gehört mit seinen 22 Jahren zu der jungen Generation, die das moderne Torwart-Spiel verkörpert, das wir beim DFB sehen wollen", betonte Löws Experte für Schlussmann-Fragen.
Perspektive auf EM-Teilnahme
Für Zieler eröffnet sich damit sogar die Perspektive auf eine EM-Teilnahme im kommenden Sommer, sollte Adler nicht zu Fitness und Form zurückfinden oder Neuer oder Wiese ausfallen. "Für 96 und Zieler ist das eine Auszeichnung, Herausforderung und Ansporn. Wir rücken in den Fokus und das tut uns gut", sagte 96-Trainer Mirko Slomka. Er hatte als ehemaliger Schalker Coach auch Neuer zum Stammkeeper in der Bundesliga gemacht. "Ich hoffe, dass Ron-Robert einen ähnlichen Weg wie Manuel Neuer gehen kann. Es ist ein langer Weg, aber er ist schon sehr weit", sagte Slomka.
An Konkurrenz um den dritten Torwart-Platz im DFB-Aufgebot mangelt es nicht. Neben Zieler gelten unter anderen Marc-André ter Stegen (Borussia Mönchengladbach), Kevin Trapp (1. FC Kaiserslautern) oder Oliver Baumann (SC Freiburg) als weitere potenzielle Kandidaten.
Einmal Premier League und zurück
Für Zieler erreicht eine ungewöhnliche Karrierereise ihren vorläufigen Höhepunkt. Als 16-Jähriger wechselte der gebürtige Kölner nach England zu Manchester United. Im Schatten des Torwartriesen Edwin van der Sar reifte er im Jugendteam des englischen Rekordchampions zu einem Könner seines Fachs - und durchlief in Deutschland alle DFB-Jugendteams von der U 16 bis zur U 20. Nach einem Kurzstopp bei Northampton Town erfolgte 2010 die Rückkehr in die Heimat.
Bei Hannover 96 hatte Zieler im Januar Florian Fromlowitz verdrängt, der der Nachfolger des 2009 gestorbenen Nationaltorwarts Robert Enke war. "Zieler hat großen Anteil daran, dass sein Verein Hannover 96 in die Europa-League-Qualifikation gekommen ist und damit gute Chancen hat, im attraktiven internationalen Geschäft dabei zu sein", lobte Köpke die "sehr, sehr guten Leistungen", des jungen Schlussmanns. "Wir brauchen das für die Markenentwicklung von 96", freute sich Hannovers Klubchef Martin Kind.
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Kommentare 1 - 2 of 2
* ! Marc-André ter Stegen ! *
Unabhängig von meinen nachfolgenden Sätzen, möchte ich zuerst Ron-Robert Zieler gratulieren, für seine Nominierung und sein baldiges Länderspiel-Debut, aber....so langsam frage ich mich, wer in Deutschland eigentlich nicht für die Nationalmannschaft beordert wird. Sicherlich, das sind alles junge Talente mit einer guten Perspektive, was den Verlauf ihrer Karriere betrifft.
Aber es ist schon seltsam wie viele Spieler Löw in seiner Amtszeit, meist sogar von Spiel zu Spiel neu nomininiert. In fast jedem Spiel sind mind 1 oder 2 neue Spieler dabei. Wenn man das mal mit anderen Nationalmannschaften vergleicht - dort ist es sehr schwer sich ins bestehende Team einzuarbeiten und einen Platz zu ergattern. Zwar verschafft sich Jogi Löw eine größere "Ausbeute" was die mögliche Anzahl an einsetzbaren Spielern betrifft - letztlich kann sich die Nationalmannschaft nie richtig "einspielen".
Da man sich hier so gern mit Spanien vergleicht, will ich dem Beispiel mal folgen: In Spanien sind im Grunde 95% der Spieler die für die Nationalmannschaft spielen klar (außer die Spieler sind verletzt oder im Urlaub). So brauchen diese sich nie neu einstellen, da sich sich bestens kennen und gut eingespielt sind. In Deutschland muss sich jeder jedoch bei jedem Länderspiel auf 1, 2 Neue einstellen
Vielleicht lieg ich falsch, aber eventuell sollte man sich mal auf nen "Stamm" festlegen und diese durchgehend spielen lassen und nich alle 6 Monate 5-7 neuen Spielern nen Platz in der Nationalmannschaft gewähren...
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