Eurosport - So 19.Jul. 20:44:00 2009
Mercedes-Pilot Gary Paffett hat den vierten Lauf der DTM im niederländischen Zandvoort gewonnen. Mit dem zweiten Saisonsieg übernahm der Brite die Führung in der Gesamtwertung von Timo Scheider (Audi), der Achter wurde. Die Plätze zwei und drei belegten Matthias Ekström und Oliver Jarvis.
"Jetzt habe ich zwei Rennen in der Tasche und wir haben die Führung wieder. Wir sind wieder da!", jubelte der neue Spitzenreiter Paffett nach seinem zweiten Saisonerfolg. Zum ersten Mal seit fast zwei Jahren führt damit ein Mercedes-Pilot die Meisterschaft an. Für heftige Debatten sorgten nach dem Rennen Mutmaßungen, dass Audi dem Schweden Rang zwei mit Blick auf das Gesamtklassement durch eine verbotene teaminterne Stallorder ermöglicht haben könnte. Das Rennergebnis blieb daher zunächst vorläufig.
Verbotene Stallorder?
Stein des Anstoßes war, dass Ekström in der Schlussphase mit bemerkenswerter Leichtigkeit an seinen im vorherigen Rennverlauf schnelleren Markenkollegen Jarvis (Großbritannien) und Alexandre Prémat (Frankreich) vorbeigezogen war, die sich dadurch auf den Plätzen drei und vier einreihten. Den schalen Beigeschmack verstärkte, dass Audi den Boxenfunk dieser drei Fahrer, anders als üblich für Live-Schaltungen der TV-Sender, sperrte. Dank des zweiten Platzes bleibt Ekström mit nun 22 Punkten Paffett (24) in der Gesamtwertung auf den Fersen. Der bislang führende Champion des Vorjahres, Timo Scheider (Altach), fiel als Achter des Rennens auf Rang drei (18) zurück.
Die Mercedes-Sicht
"Schade, dass die offensichtliche Stallorder unserer Rivalen das echte Rennergebnis verfälscht hat", beklagte sich Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug trotz der Freude über den ersten Sieg in Zandvoort seit 2005, den Paffett in 1:05:52,688 Stunden herausgefahren hatte. Haugs Ingolstädter Kollege Wolfgang Ullrich wies die Anschuldigungen zurück und verwies auf die Renntaktik Ekströms, der erst in der 22. der 41 Runden à 4,307 Kilometer (Gesamtdistanz: 176,587 Kilometer) und damit später als seine Konkurrenten an die Box gefahren war.
Die Audi-Sicht
"Er hatte heute die richtige Strategie und hat sich mit einem langen ersten Stint in die Position gebracht, am Ende mit den frischeren Reifen deutlich schneller fahren zu können als die Autos vor ihm. Er war in den letzten Runden auch wesentlich schneller als Paffett", erklärte Ullrich, dessen Mannschaft das Dünen-Rennen in den vergangenen beiden Jahren mit zwei Vierfach-Siegen dominiert hatte. Jarvis und Prémat hätten in ihren Vorjahreswagen am Ende mit den Reifen zu kämpfen gehabt und Ekströms Tempo nicht parieren können. "Dass sie in so einer Situation einem schnelleren Markenkollegen das Leben nicht schwer machen, ist bei Audi selbstverständlich. Dafür braucht man keine Stallregie. Strategie ist ein Teil des Motorsports."
Mit einer Entscheidung zum Fall Ekström wurde am Sonntag nicht mehr gerechnet, doch noch am Abend straften die Kommissare Audi mit vier Disqualifikationen ab. Prémat, Markus Winkelhock, Scheider und Christian Bakkerud - zuerst auf den Plätzen vier, sechs, acht und 15 geführt - wurden aus der Wertung gestrichen. Prémat war wie Scheider zu spät, Bakkerud gar nicht zum Wiegen erschienen; Winkelhock hatte nicht die laut Reglement erforderliche Restmenge Sprit im Tank.
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