Eurosport - So 19.Jul. 19:54:00 2009
Für Martin Kaymer (24) hat mit den British Open ein absolutes Mammutprogramm geendet. Nach zahlreichen Wettbewerben gönnt sich Kaymer nun eine Pause vom anstrengenden Turnierzirkus. Die jüngsten Ergebnisse dürften ihm allerdings Zuversicht geben, in Zukunft ganz oben angreifen zu können.
Am Ende des gewinnreichsten Golf-Marathons seiner Karriere von New York über Paris nach Schottland und fünfwöchiger Turnier-Tortur war Martin Kaymer sichtlich geschafft. Eine Top-40-Platzierung bei der 138. British Open war für den Rheinländer sicher nicht das Ziel seiner Träume. Aber der Weltranglisten-Elfte hat in Turnberry mit seinem besten Ergebnis bei einem der vier Major seit seinem Debüt 2008 beim US-Masters bewiesen, dass ein Grand Slam-Titel für den Golfstar aus Mettmann durchaus in Reichweite gekommen ist. Insgesamt 1,3 Millionen Euro an Prämien hat er in den letzten Wochen eingespielt.
Mammutprogramm beginnt schlecht
Während der 59 Jahre alte Tom Watson auf dem Weg zum sensationellsten Comeback in der Golfgeschichte um seinen 6. British Opensieg nach 1983 kämpfte, zog Kaymer nach fünfwöchiger Plackerei auf zwei Kontinenten und 285 Schlägen über vier Runden auf dem Par 70-Dünenkurs an der Irischen See schon Bilanz. "Insgesamt bin ich zufrieden. Das war viel Trubel und es hätte manches noch besser organisiert werde müssen, um auch mal Nein zu einer Einladung zu sagen. 1,3 Millionen Euro machen mich nicht schwindelig, wenn man nicht abhebt.
Trotz seiner Erschöpfung hatte er genügend Motivation, sich noch einmal "richtig reinzuhängen". Sein Mammutprogramm begann mit dem verpassten Cut am 20. Juni bei der US Open auf Long Island/New York und dem frühen Aus 7 Tage später als Titelverteidiger bei der BMW International Open in München. Dann eroberte der Rheinländer Paris und gewann seinen dritten Europatour-Titel mit dem Preisgeld von 666 660 Euro. Im Sieben-Tages-Rhythmus schnappte er sich auch den mit 579 340 Euro dotierten Sieg am Loch Lomond nördlich von Glasgow, bevor den "Marathonmann" in Turnberry die Müdigkeit einholte.
Konzentration "nicht mehr richtig da"
"Einen Tag muss ich noch, dann 14 Tage Pause", ließ Kaymer nach seinem Rückfall am Samstag von Platz 14 auf 27 wissen. "Die letzten Löcher ging nicht mehr viel." Die Bälle waren kürzer geflogen, die Konzentration "nicht mehr richtig da". Der Griff nach der silbernen Rotweinkanne "Claret Jug" als wertvollster Trophäe seiner Sammlung ging daneben. Statt der lockenden Siegesprämie von 872 500 Euro kamen unter dem Strich noch rund 25 000 Euro heraus
"Im letzten Jahr war ich in Royal Birkdale auf Platz 80, da wollte ich mich hier auf jeden Fall verbessern. Dieses Turnier ist zu wichtig, um es einfach laufen zu lassen. Das würde ich nie tun. Das wäre das Schlimmste, was man als Profi machen kann", erklärte er. Eine Woche Urlaub vom Training steht in Düsseldorf und Scottsdale an, bevor Kaymer auf der US-PGA-Tour wieder angreift.
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