Eurosport - Do 19.Jul. 16:32:00 2007
Superstar Tiger Woods hat auf der Jagd nach dem Hattrick bei der 136. British Open Championship zum Auftakt in Carnoustie einen soliden Start erwischt. Der 3:1-Topfavorit konnte zwar zur Halbzeit des 3. Golf-Majors des Jahres seine zwischenzeitliche Führung nach dem 6. Grün nicht halten.
Aber mit seiner 69er Runde auf dem Par 71-Dünenkurs (Links) an der schottischen Nordsee-Küste behauptete der 31-jährige Weltranglisten-Erste vorerst einen geteilten 4. Platz.
Die Führung bei dem mit 6,24 Millionen Euro dotierten Grand Slam behauptete bei Temperaturen um 9 Grad der Ire Paul McGinley. Der Ryder-Cup-Star von 2004 lag bis zum 15. Grün mit 6 unter Platzstandard allein an der Spitze, gefolgt vom 2005-US-Opensieger Michael Campbell (drei unter Par/Neuseeland). Deutsche Profis waren für das mit 6,24 Millionen Euro dotierte Turnier nicht qualifiziert.
"Ein erfolgreicher Beginn mit kleinen Macken aber einem erwärmenden Ende", sagte Woods nach dem Auf und Ab: Ein Eagle (zwei unter Lochstandard) am 6. Loch, drei Birdies aber auch drei Bogeys standen auf der Scorkarte. Die Finger gegen die empfindlich feuchte Kälte in wärmende Handschuhe verpackt, war Woods um 10.09 Uhr an den ersten Abschlag gekommen. Die Wetten, dass er nach 2000, 2005 und 2006 dieses älteste und wichtigste Golfturnier gewinnen wird, standen beim Londoner Buchmacher Ladbroks 3:1 für den Weltranglisten-Ersten. Zuletzt war dem Australier Peter Thomson 1956 der Hattrick geglückt.
"Alles stimmt, der Schwung, die Ballgeschwindigkeit beim Putten und das kurze Spiel. Ich muss es nur umsetzen", hatte Woods noch am Dienstag gesagt. Zwar hatte er auf die letzte Trainingsrunde auf dem mit 6785 Meter längsten British-Open-Platz der Geschichte am Vortag verzichtet. Aber die Vorschusslorbeeren nach bisher zwei Saisonsiegen auf der US-Tour und einem Preisgeld von 5,1 Millionen Dollar bei nur 10 Starts waren für die Konkurrenz der 156 besten Golfprofis der Welt erdrückende Argumente genug, dem bestbezahlten Sportler der Welt die Favoritenrolle zu überlassen.
"Tiger hat alles, was den Superstar ausmacht und dazu das begnadetste Talent" umschrieb die 71-jährige südafrikanische Golflegende Gary Player den perfektesten Spieler auf dem Globus, der bisher 12 Major-Titel gewonnen hat und auf den Spuren des "Golden Bear" Jack Nicklaus (18/USA) wandelt.
Alles lief nach Plan für den Kalifornier Woods, der nach der Geburt seiner Tochter Sam Alexis vor vier Wochen gegen seine sonstigen Gepflogenheiten auf einen einwöchigen Urlaub mit Training und Angeln in Irland verzichtet hatte. Dafür war Woods erst am Montag über den Großen Teich in das kleine Fischerdorf im Osten Schottlands geflogen, um sich akribisch wie immer auf seine strategischen Planspiele vorzubereiten. Sein berühmter Tunnelblick und das erlöste Lächeln nach 18 Löchern zeigten, unter welchen Druck sich der Tiger setzt - und die Konkurrenz beeindruckt.
dpa / Eurosport