Bundesliga - Verkehrte Welt: Hertha dreht Partie

Eurosport - So 19.Apr. 20:10:00 2009

Mit dem ersten Heimsieg gegen Werder Bremen seit siebeneinhalb Jahren hat Hertha BSC seinen Champions-League-Traum erhalten. Der Brasilianer Raffael erzielte drei Minuten vor dem Ende das entscheidende und erlösende 2:1 (0:1) in einem ansonsten eher mittelmäßigen Bundesliga-Spiel.

FOOTBALL 2008-2009 Bundesliga Bremen Berlin Pizarro Simunic - 0

Mit 52 Zählern haben die Berliner als Tabellenvierter nun weiter zwei Punkte Rückstand auf einen Champions-League-Platz. Vier Tage nach dem Einzug ins UEFA-Pokal-Halbfinale verpassten die Bremer ihren zweiten Auswärtssieg in dieser Saison und die richtige Einstimmung auf das anstehende Dauerduell gegen den Hamburger SV. In der Tabelle rangieren die Werderaner als Zehnter im Niemandsland.

"Das war unglaublich wichtig für die Tabelle, um oben dran zu bleiben. Jetzt ist auch was drin für uns in Hoffenheim", sagte der verletzte Hertha-Kapitän Arne Friedrich, der auf der Tribüne mitfieberte. "Das ist eine Sache des Charakters. Wir haben uns in der zweiten Halbzeit mehr bewegt und sind mehr gelaufen", lobte Trainer Favre sein Team für die Wende und den ersten Sieg nach drei Niederlagen in Folge.

1. Halbzeit:

Vor 68.022 Zuschauern im Berliner Olympiastadion begannen die Hausherren mit viel Drang nach vorn. Der für den gesperrten Andrej Voronin im Sturm spielende Marko Pantelic legte ab auf Gojko Kacar, der im Nachsetzen knapp über den Querbalken zielte (3.).

Doch in der Folge gab es vor beiden Toren nicht viel zu sehen. Die Kontrahenten neutralisierten sich weitestgehend im Mittelfeld. Der Abschluss war häufig ausbaufähig. Beispielsweise versuchte sich Kacar mit einem Schuss aus 16 Metern, blieb aber an der Bremer Verteidigung hängen (22.).

Dann wurde es doch einmal brenzlig. Nach Flanke von Raffael setzte Cicero den folgenden Kopfball an den rechten Pfosten (26.). Werders Schlussmann Tim Wiese war bereits geschlagen und hatte Glück, dass die Kugel von seiner Hand zur Seite wegsprang und nicht den Weg ins Tor fand.

Die Gäste von der Weser ließen sich jedoch keineswegs hinten rein drängen und versuchten ihrerseits in Führung zu gehen. Frank Baumann löffelte das Spielgerät nach schöner Kopfballvorlage von Sebastian Prödl aber aus elf Metern nur über den Kasten (30.). Ein paar Minuten später hätte Alexandros Tziolis die Führung köpfen müssen, verfehlte das Tor nach präziser Flanke von Torsten Frings aus fünf Metern jedoch knapp links (36.).

Bremen kam immer drangvoller vor das Hertha-Gehäuse und Per Mertesacker drückte die Überlegenheit in der Führung aus. Nach Ecke von Frings stocherte der Verteidiger im Fünf-Meter-Raum erfolgreich gegen Kacar und Keeper Jaroslav Drobny und netzte zum 1:0 ein (43.).

2. Halbzeit:

Bremen ging mit der Führung im Rücken selbstbewusst in den zweiten Abschnitt. Naldo startete einen Sololauf aus der eigenen Hälfte und wurde im Hertha-Strafraum von Leandro Damian Cufre elfmeterwürdig zu Boden gerissen. Doch der Pfiff von Schiedsrichter Babak Rafati blieb aus (48.).

Mit einer Doppelchance hätte Werder danach frühzeitig die Weichen auf Sieg stellen müssen. Zunächst verfehlte Markus Rosenberg mit einem Schuss das Gehäuse am linken Pfosten (59.). Dann köpfte Peter Niemeyer aus sechs Metern knapp neben das rechte Lattenkreuz (60.).

Das Auslassen der Chancen sollte sich für die Hanseaten rächen. Wie aus dem Nichts köpfte Hertha-Kapitän Josip Simunic nach Flanke von Pal Dardai zum 1:1 ein (71.). Im Rückwärtslaufen traf der Abwehrrecke genau in den rechten Winkel.

Danach hätten die Hauptstädter den Spielverlauf völlig auf den Kopf stellen können. Armine Chermiti köpfte in der 83. Minute nach Flanke von Lukasz Piszczek an den rechten Pfosten.

Schließlich konnten die Berliner das Ruder doch noch herumreißen. Der agile Raffael fasste sich aus 22 Metern ein Herz und hielt mit dem Vollspann drauf. Mertesacker fälschte entscheidend ab und die Kugel schlug im rechten oberen Eck ein (87.). Somit endete ein aus Bremer Sicht fast schon gewonnen geglaubtes Spiel mit einer unnötigen Niederlage.

Spieler des Spiels: Raffael

Der Brasilianer sorgte mit seinem Treffer in der Schlussphase für den vollen Erfolg der Hertha, die damit oben dran bleibt. Der 24-Jährige war auch sonst vor dem Tor gefährlich und legte gut für seine Mitspieler auf.

Maik Eckardt / Eurosport

Kommentare 1 - 2 of 2

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  1. zum einen hat naldo zuerst gefoult und cufre hat nicht­ gefoult also kein elfmeter ... raffael hat sich auch­ hingeworfen wird dafür auch ein elfmeter gefordert ?­ nein. dieser artikel wurde nicht neutral geschrieben

    Von josuadirk, am Mo 20.Apr. 6:54
  2. bei diesen artikel wird vergessen das es ein tor mit­ der hand war und das mertesacker vorher kacar foulte,­ bremen war außerdem zu keiner spielphase überlegen

    Von josuadirk, am Mo 20.Apr. 6:48
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