Welsh Open - Ding holt Titel beim Century-Festival
Ding Junhui hat die Welsh Open gewonnen. Im Finale schlug er Mark Selby mit 9:6. Im siebten Finale seiner Karriere holte der 24-Jährige damit zum fünften Mal den Sieg bei einem Ranglisten-Turnier; Selby dagegen, der ebenfalls in seinem siebten Finale stand, wartet weiterhin auf seinen dritten Titel.
Beide Akteure hatten die Turnierwoche über teilweise geschwächelt, aber beide hatten sich ihr bestes Snooker für das Finale aufgehoben. Insgesamt fünf Centuries und sieben weitere Breaks von mehr als 50 Punkten sind der Beleg dafür. Ein kleines Trostpflaster für Selby war, dass er mit einer 145 immerhin noch das höchste Break des Turniers schaffte.
Das Finale begann am Nachmittag mit einer 102 von Selby, die Ding mit einer 64 konterte. Selbys zweites Century von 124 Punkten brachte ihn aber wieder in Führung. Der Engländer hatte sogar die Chance zum 3:1, verschoss aber Schwarz und kassierte so den Ausgleich. Davon beflügelt gewann Ding mit einem Top-Break von 90 Punkten drei der nächsten vier Frames und beendete den Nachmittag mit einer 5:3-Führung.
Am Abend drehten beide dann erst so richtig auf: Selby startete mit einer 73 zum 4:5, doch nach einer 83 hatte Ding wieder zwei Frames Vorsprung. Auch die nächsten beiden Durchgänge teilten sie sich in diesem Tempo: Selby mit einer 91, Ding mit einer 124. Nach dem Midsession Interval ließ Ding mit 130 sofort ein weiteres Hunderter-Break folgen und hatte mit 8:5 drei Frames Vorsprung.
Selbys Antwort jedoch zeigte, dass er sich noch nicht geschlagen gab: Seine 145 bedeuteten die neue Turnier-Bestmarke. Ding jedoch war davon nicht beeindruckt. Frame 15 war der einzige am Abend, der umkämpft war. Eine 42 verhalf Ding jedoch zur 47:11-Führung - danach spielte er taktisch sehr routiniert und clever, um die Führung über die Ziellinie zu bringen.

Kommentare 1 - 17 of 17
Ist zwar schon ein wenig spät und ich hab' ja auch wegen Alaaf seit Freitag nix mehr gesehen; möchte aber doch noch loswerden dass mich der Sieg von Ding Junhui doch sehr gefreut hat; der war einfach mal wieder dran!
@Karl: Angesichts des Auftritts von O'Sullivan bei den German Masters kam der Halbfinaleinzug in Newport nicht allzu überraschend. Gerade wegen des Drüsenfiebers ist die Leistung aber gar nicht hoch genug einzuschätzen.
@Andreas: Stephen Lee ist für mich bislang - neben Judd Trump - die positivste Erscheinung der Saison. Ihm haben an vielen Stellen wirklich nur Nuancen gefehlt, um die bisherige Saison wesentlich erfolgreicher zu bestreiten.
Nein, die Kommentare gehen in eine Richtung, die dem gezeigten Turniier in Newport nicht mehr entsprechen.
Für mich war Stephen Lee ein Gewinn in seiner Mimik und sicherlich auch haben andere auch mit dem Tisch gehapert. Es war nicht das Turnier eines überragenden Akteurs. Eher das von Rolf Kalb beschriebene Familientreffen. Hier wurde einmal mehr Spaß am Snooker zelebriert. Sogar Ding Junhui sah locker aus; wenn er sich auch noch so im Interview zeigt, wird es großartig.
Eigentlich ist dem Blog nichts hinzuzufügen. Die Überraschung für mich im Turnier war Ronnie! Dass er snookerspielen kann, wusste ich schon vorher. Aber er geht jetzt positiver mit bestimmten Situationen um, und das ist mir angenehm aufgefallen.
Du Herumhakerei auf John Higgins nervt schon echt. Er hat ein Vergehen begangen und wurde dafür betraft. Damit ist die Sache erledigt!!! Kritissieren dürfen ihn nur jene, die in ihrem Leben noch nie einen Fehler gemacht haben.
Der, der ohne Fehler ist, der werfe den ersten Stein!
Dott hat sein spiel auch geändert zum positiven Snoooker...ich hoffe selby schafft das auch noch ...aber glauben tu ich es nicht...der moderne Peter Ebdon halt...
man muss aber bedenken, dass ding eigentlich gegen lee rausgefallen wäre, wenn nicht das Handy geklingelt hätte.
Oh, ich hätte das vielleicht nicht schreiben sollen, denn das persönliche Empfinden, ob jemand einen Sportler sympatisch findet oder nicht, ist in einem Sport-Forum schon unpassend - auch wenn ich bat es bitte nicht all zu wichtig zu nehmen, es bewegt doch ein wenig die Gemüter. Es tut mir leid, wenn ich den Plot hier in eine unpassende Richtung gebracht habe.
Nun, ich freue mich auf jeden Fall schon auf den 27. Februar, wenns weiter geht. Und natürlich freue ich mich auch auf den guten Mark und alle anderen - gerade, weil sie alle so verschieden sind.
@orachorn66 (Zitat: "Wenn aber Mark Selby in seinem Element ist, ist auch er kaum zu schlagen."). Absolut. Das ist schon beeindruckend. Diese Sicherheit ist manchmal schon fast unheimlich. Aber dann verhaut er immer mal wieder zwischendrin vermeindlich "leichtere Dinger", wo ich mich manchmal dann frage, ob das nicht psychologische Taktikspielchen sind, um den Gegner zu einen riskanten Einstieg zu motivieren und dann doch eine noch bessere Position zu erlangen. Tja, und Ronny wurde am Abend vorher auch ziemlich vorgeführt. Das war schon fast an der Schmerzgrenze.
Selbys Spiel fand ich vor 2 Jahren auch noch super langweilig. Meiner Meinung nach spielt er schon flüssiger und nicht so Spielvernichtend wie seiner Zeit.
Und wer ihn hier arrogant nennt, das glaube ich gar nicht, im Gegenteil. Auf mich macht er einen positiven Eindruck, freundlich und immer zu einem Scherz aufgelegt.
Jeder verarbeitet den Druck halt anders, Selby so und Ronnie halt so.
Und wen Ronnies Gesichtsausdruck stört, der sollte mal den Dackelblick von Cope sehen, zum Davonlaufen oder Mister Griesgram Stephen Hendry,mein Gott wann hört der endlich auf?
JEDER SIEG VON JOHN H IST EINE NIEDERLAGE FÜR DEN SNOOKERSPORT UND JEDEN FAIREN SPORTMANNS
Beide sind für mich absolute Top-Spieler. Gestern hat aber Ding eindeutig besser und konstanter gespielt, somit hat er verdient gewonnen. Wenn aber Mark Selby in seinem Element ist, ist auch er kaum zu schlagen. Und wieder mal ein grosses Kompliment an Rolf Kalb: Moderation vom Feinsten! Gruss, Peter
@vibris.unitis: Ja, die Wettkampfhärte von Ding Junhui ist schon bemerkenswert.
Arroganz kann ich bei Mark Selby beim besten Willen nicht erkennen. Ich denke, er ist einer der Spieler, der sich am stärksten konzentrieren kann, vielleicht kommt dadurch ein etwas unnahbarer Eindruck zustande. Zugleich imponiert mir diese Fokussiertheit, die ein Spieler wie O'Sullivan in seinen fahrigen Phasen schnell verliert.
Bei Mark Selby bin ich oft hin und her gerissen. Auf der einen Seite bewunde ich sein außerordentlich überlegtes, zum Teil absolut überragendes Spiel - was so mancher sicher auch mit einiger Berechtigung als manchmal langatmig oder langweilig bezeichnen kann - auf der anderen Seite nehme ICH ihn immer als ein wenig arogant war und finde ihn daher nicht sonderlich sympatisch. Mir liegen wohl eher Charktere, die nicht so rund und glatt laufen, mit Ecken und Kanten wie Ronny O`Sullivan, denen man ihre Leiden und Freuden in Mimik und Gestik förmlich ablesen kann. Aber es geht um die Leistung und so bitte ich diesen Kommentar nicht all zu wichtig zu nehmen, zumal es nur meine persönliche Ansicht ist - mehr nicht.
Ding Junhui hat überzeugt. Eiskalt zog er sein Spiel durch - auch nach dem Rückstand. Seine Safteys - Wow! Respekt. Ich finde, er hat fast noch mehr Wettkampfhärte gezeigt, als es Mark Selby immer nachgesagt wird. Und sein Interview - einfach nur nett.
Ich danke beiden Spielern (und dem guten Rolf Kalb) für ein tolles Finale, was mir gemütlich vor dem Kamin einige sehr schöne Stunden beschert hat.
Fand es auch ein gutes Endspiel, welches doch früher fertig war als ich gedacht hätte. Hätte vermutet das man viele Safety-Austausche sieht - aber Nein .... Dafür viele schöne flüssige Breaks. Und wer hier Mark Selby als angeblich langweilig hinstellt, der sollte sich mal ein Match von Rory McLeod oder Rod Lawler anschauen. Zudem spielte The Jester bisher in der Saison 48 Centuries - kann ja so lahm nicht sein.
Mark Selby sagte es im Interview nach dem Spiel am treffendsten: Gegen Sam Baird war er nur eine Kugel von einer Niederlage in seiner ersten Runde entfernt, da könne er sich nicht beschweren, das Finale erreicht zu haben. Tatsächlich ist Selby von seinen brillanten Matches von vor ein paar Jahren derzeit ein Stück weit entfernt. Auf der anderen Seite reicht das immer noch zu Platz 1 der Weltrangliste...
Ich glaube, wenn Selby seine Unbekümmertheit und insbesondere seine Longpots und seine Safetys von vor einigen Jahren mit seinem Breakbuilding, der Lochsicherheit und dem taktischen Spielverständnis von heute kreuzen würde, dann wäre er praktisch unschlagbar. Dennoch fand ich schön, dass er vor, während und nach dem Match gelächelt hat, wirklich wohltuend, wenn man die verbissenen Gesichtsausdrücke eines Ronnie O'Sullivan oder Stephen Maguire kennt.
So bleibt die Erkenntnis, dass in Ding Junhui ein Spieler gewonnen hat, der sich einen Ranglistentitel nach langer Zeit redlich verdient hat. Ding war der kompaktere Spieler im Finale, vor allem seine Saftetys waren wahnsinnig präzise.
@Jörg: Natürlich gewinnt der Snooker, den Selby zeigt, nicht immer den Schönheitspreis. Ich fand das German Masters Finale O'Sullivan - Maguire auch "schöner", da flüssiger. Aber Selby sagt selbst, dass er, wenn er so schnell spielen würde wie O'Sullivan, keine Chance hätte. Und sicher aussteigen ist nun einmal genauso legitim in diesem Sport (und für mich auch nicht weniger attraktiv!). Im übrigen ist Selby einer der wenigen, der, wenn er einen Frame sicher hat, mitunter noch ein paar Kunststöße zeigt.
Ich habe Selby voriges Jahr bei den German Open live gesehen. Furchtbarers Snooker. passiv ohne Ende, immer bestrebt die Frames in die Länge zu ziehen, Sicherheit voran und damit das entstehen von schwierigen Bildern. Das langweiligste Snooker das es gibt. Das ist sein Spiel und daran ändert auch das Finale in Wales mit ein paar hohen Brakes nichts. Für mich einer der langweiligsten Spieler auf der Tour.
Mit diesem Ergebnis kann Mark Selby sicher gut leben. Für mich zeigte er die beste Leistung im Match gegen Maquire. Denn der Schotte ist zurzeit in Hochform und Selby hat sich dabei wieder seine gute Form zurückerkämpft. Tolle Sache. Ding überrascht beim Interview mit Schüchternheit und Unsicherheit, dabei gibt er sich während einer Partie so selbsbewusst. Gratulation an beide.
Bravo!
Das war ein grandioses Finale von Beiden.
Sehr gute Lochquote, soviele hohe Breaks und zum Schluss dann noch ein taktisches Duell, was dann Ding für sich entschieden konnte.
Gratulation
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