Trump entthront O’Sullivan
Judd Trump hat als Erster das Halbfinale des Masters in London erreicht. Im Duell der Generationen spielte er Ronnie O’Sullivan aus und setzte sich 6:2 durch. Den Grundstein zum klaren Sieg hatte der 22-Jährige schon vor der Pause gelegt, als er in gerade mal 42 Minuten mit 4:0 in Führung stürmte.
War Frame eins noch offener, so holte sich der UK Champion mit Breaks von 66 und 30 Punkten das 2:0. Im dritten Frame legte Ronnie O’Sullivan eine 49 vor, hatte dann aber Pech beim Split. Judd Trump nutzte seine Chance zu einer 78er-Clearance bis Pink und ließ mit einer Serie von 140 Punkten ein neues höchstes Break zum 4:0 folgen.
Nach Wiederbeginn wahrte Ronnie O’Sullivan seine Chancen, als er mit einer 67 auf 1:4 verkürzte. Frame sechs war der Umkämpfteste im ganzen Match, aber nach einem Safe-Fehler des vierfachen Masters Champions auf Grün erhöhte Judd Trump auf 5:1. O’Sullivan war aber noch nicht geschlagen: Mit einer 141 verkürzte er nicht nur auf 2:5, sondern knüpfte Trump das höchste Break auch sofort wieder ab. Auch im achten Frame hatte der 36-Jährige seine Chance, musste nach einer 54 den Tisch aber wieder verlassen. Trump räumte bis Pink mit 65 Punkten ab und steht so bei seiner zweiten Masters-Teilnahme zum ersten Mal dort im Halbfinale.
Im Midsession Interval alles offen
Nach dem Match wusste Judd Trump genau, was ihn in die Lage versetzt hat, eine solche Leistung zu liefern: "Ich bin mit viel Selbstvertrauen hierher gekommen, dass ich den Titel holen kann. Ich weiß, dass die anderen mich schlagen wollen." In seiner Analyse blieb er sachlich: "Ich habe nicht viel verschossen, aber am Ende bin ich wohl ein bisschen ungeduldig geworden." Aber der Youngster lobte auch seinen Gegner: "Nur wenige haben das geschafft, was Ronnie geschafft hat; ich schaue zu ihm auf." O’Sullivan gab das Lob sofort zurück: "Judd hat immer gepunktet und fantastisch gespielt. Unter Druck hat er ein paar tolle Breaks gemacht. Ich konnte nicht mehr schaffen; er war heute der bessere Spieler."
Auch John Higgins steht im Alexandra Palace in der Vorschlussrunde. In einem rein schottischen Duell setzte er sich mit 6:3 gegen Graeme Dott durch. Zu einer kuriosen Szene kam es in Frame drei, als Schiedsrichter Jan Verhaas ein Foul von Higgins falsch bewertete. Die Diskussionen und notwendigen Korrekturen, nachdem Verhaas seinen Fehler bemerkt hatte, kosteten beide Spieler etwas an Konzentration.
Trotzdem war zum Midsession Interval mit 2:2 noch alles offen. Nach der Pause aber demonstrierte John Higgins wieder einmal, dass er dann besonders stark ist, wenn es darauf ankommt. Mit Breaks von 75, 64 und 109 Punkten zog er auf 5:2 davon. Graeme Dott steckte nicht auf, aber mehr als eine Ergebniskorrektur im umkämpften achten Frame sprang nicht heraus. Higgins krönte seine sehr gute Leistung mit einer 89 zum Sieg.
TV-Tipp:
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Kommentare 1 - 11 of 11
Nachtrag zu Post Nr. 9
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Im HUMBOLDT-Ratgeber - Snooker fand ich im Anhang dieses:
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77. Match Ball - the last ball to finish the match - der Pot, mit dem das Match gewonnen ist.
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Also ist der Frameball im entscheidenden Frame der Matchball.
Ich möchte einigen Kommentatoren, die Ronnie O'Sullivan gerne abschreiben möchten nur in Erinnerung rufen, das er als Einziger von Trumps Gegnern Selbigem bei der UK Championchip etwas entgegenzusetzten hatte, ja sein Match auch gut hätte gewinnen können. Alle anderen gingen mehr oder weniger sang- und klanglos unter. O'Sullivan spielt für meinen Geschmack noch immer ein unterhaltsames, flüssiges und gut anzuschauendes Snooker, gekonnter jedenfalls, als das was in der Rangliste vor ihm stehende, wie Dott, Higgins oder Murphy abliefern.
Wird im Snooker der Frameball im entscheidenden Frame nicht Matchball genannt?
@Roswitha: Zumindest ich bringe das Karriereende von Ronnie nicht ins Spiel glaube aber nicht, dass er zu den absoluten Topspielern zurückkehren wird können.
@Torben Tansani: Was spricht dagegen, dass Judd Tramp ähnliches erreicht wie Ronnie? Nur heutzutage ist das ungleich schwerer, weil die Leistungsdichte wesentlich höher ist!
Ronnie ist halt zur Zeit nicht in der Lage ein Turnier konstant durchzuspielen. Solange er nicht an Matchhärte gewinnt, wird er kaum noch mal was gewinnen. Eigentlich sehr schade, da Ronnies Spiel das beste ist,was ich je gesehen habe, ist allerdings auch 4-5 Jahre schon her.
Vielleicht schafft er es ja noch einmal, so wie Mark Williams es geschafft hat.
Trump wird erstmal in den nächsten Turnieren zu beweisen haben, dass dies keine Eintagsfliegen bleiben. Ich persönlich hab da meine Zweifel. Warten wirs ab, wenn die ersten Niederlagen kommen. Erst dann beweist sich ein Snookergenie. Und was Ronnie erreicht hat, wird für Trump ein Traum bleiben.
@Andreas: John (Higgins) hat das Master zweimal gewonnen (nicht einmal). Sein Tunier ist es trotzdem nicht. Und da es auch (bisher) nicht seine Saison ist, rechne ich nicht mit ihm im Finale.
O'Sullivan hat in letzter Zeit gut gespielt und ist von der Leistung ganz sicher ein Top-8-Spieler. Nicht nur zwei PCT-Siege belegen dies, auch seine nach wie vor unerreichte Quote an Centuries in der Saison. Das Nichtantreten bei einigen Turnieren und das frühe Treffen auf Trump hat in einiges an Ranglistenpunkten gekostet.
Was aber die Sache noch brisanter macht: O'Hearn will die Anzahl wichgtiger Turniere in China massiv erhöhen, und rechnet daher damit, dass O'Sullivan weiter in der Rangliste rutschen wird, weil er sich diesen Stress nicht antun will.
Ein weiteres Thema, was in der Berichterstattung von eurosport, wie so oft, nicht vorkommt!
Ich höre es und ich muß es auch glauben, daß es Judd Trum vorrangig darum geht, gutes Snooker zu spielen. Daß er an den Titel denkt ist nur zu verständlich, ist er doch u.a. UK - Champion. Desweiteren hat er noch keine Einbrüche im Sportlichen wie auch im Privaten erleben müssen.
Wenn ich Ronnie sehe, kommt mir das Bild, daß er a) mit Snooker Geld verdien will und b) Spass dabei haben will, ergo dann wieder in der Einsicht bleibt, keine großen Turniere mehr gewinnen zu dürfe. Berlin ist aber eine Reise wert!
John ist der einzige der Judd Trump bisher wirklich aus dem Spiel nemen konnte. Nur, das Masters ist bis auf einmal - nicht sein Turnier. Aber auch, wenn Grame Dott der Unglücksrabe war, Higgins zeigte sein Matchspiel wieder und wird, so hoffe ich der alte Allrounder bleiben.
"Trump entthront O’Sullivan"
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Wovon entthront? Titelverteidiger war Ronnie O’Sullivan ja nicht.
Immer wieder wird Ronnies Karriereende ins Spiel gebracht. Ich glaube eher, dass "The Rocket" jetzt wieder einen Ansporn bekommen hat sein Snookerspiel ernster zu nehmen. Diesen kleinen "Rotzlöffel" wird er es sicher noch mal zeigen wollen. Schließlich ist es auch seine Spielweise die Trump exerziert. Aber Trump gefällt auch durch seine Lockerheit die sich immer mehr zeigt, aber bis jetzt hat er sich auch ständig auf seine Spielstärke verlassen können. Wird interessant, wenn er mal ins Grübeln kommt.
Karl Hochleitner Ich hatte diesen Matchausgang erwartet und auch im Snookerforum und in einem Kommentar zu Rolf´s Snookerbreak prorphezeit. Jemand hat geschrieben, dass die Zeit von Ronnie vorbei sei und sein Stern am Sinken ist. Dem kann ich nur zustimmen. Er wird sich in den nächsten Jahren schwer tun unter den Top 16 zu bleiben. Leid tun mir die Ronnieanerinnen, welche dies einfach nicht wahr haben wollen und weiter von Come-Back träumen. OK, träumen dürfen sie.
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