Masters - Sieg für Master Ronnie

Eurosport - Mo 19.Jan. 07:14:00 2009

Ronnie O'Sullivan hat zum vierten Mal das Masters, das prestigeträchtigste Einladungsturnier der Welt, gewonnen. In einem immer packenden und weitestgehend auch hochklassigen Finale in der Wembley Arena setzte sich "The Rocket" mit 10:8 gegen Titelverteidiger Mark Selby durch.

SNOOKER 2007 Ronnie O'Sullivan - 0

Das Bemerkenswerteste: O"Sullivan hatte erst zwei Tage vor dem Masters sein altes Queue zerschlagen und gewann den Titel mit einem neuen Queue, das noch nicht perfekt auf ihn abgestimmt und mit dem er auch noch nicht eingespielt war: "Mit einem neuen Queue diesen Titel zu gewinnen ist wohl das Beste, das ich jemals im Snooker geschafft habe."

"Ich liebe den Wettkampf"

Bemerkenswert war aber auch, dass O'Sullivan selbst in kritischen Momenten nie aufsteckte und kämpfte, wie selten zuvor: "Ich wusste, dass es hart werden würde, aber ich habe nie aufgesteckt und immer alles gegeben, auch in Phasen, die nicht so gut für mich liefen." Dann brach die Begeisterung aus O'Sullivan hervor: "Ich liebe den Wettkampf, und ich liebe es zu gewinnen." Und dann jubelte er nur noch strahlend ins Mikrofon: "I love it!"

Die Enttäuschung bei Mark Selby hielt sich in Grenzen, wusste er doch auch um seine große Leistung im Finale: "Als Titelverteidiger hier wieder ins Finale gekommen zu sein war toll. Natürlich: Hätte ich den Titel verteidigt und das auch noch gegen Ronnie, das wäre ein Traum gewesen." Aber Selby wies auch auf den entscheidenden Punkt hin: "Eine Reihe von Frames waren knapp, und die hat in der Regel Ronnie gewonnen."

Selby wirft das Handtuch

Vier Centuries gab es im Finale (O'Sullivan 101 und 110, Selby 101 und 114), aber packend waren vor allem die hochklassigen Duelle, die sich die beiden lieferten. Es war die ganze Distanz über ein knappes Rennen. Zwar war O'Sullivan mit 2:0 und 3:1 in Führung gegangen, doch am Ende der ersten Session stand es 4:4. Nach Wiederbeginn holte "The Rocket" dann zwar den ersten Frame, aber dann begann die stärkste Phase von Selby: Dank Breaks von 101, 89 und 114 Punkten zog er auf 7:5 davon. Aber der kämpferische O'Sullivan ließ sich nicht abschütteln: Nun holte er drei Frames in Folge, nur um sofort wieder den Ausgleich zum 8:8 zu kassieren.

Frame 17 brachte so etwas wie eine Vorentscheidung: Selby führte dank eines 49er-Breaks und stand kurz vor dem Frame-Gewinn, doch O'Sullivan schaffte die Wende und gewann zum wiederholten Mal von hinten kommen auf schwarz. Frame 18 musste gar zweimal neu aufgesetzt werden, weil sich die Kontrahenten festgespielt hatten. Dann machten beide aus ihrer jeweils ersten Chance 16 Punkte. Nachdem Selby einen riskanten Einsteiger verschossen hatte kam O'Sullivan erneut ins Break, und nun machte der Weltmeister keinen Fehler mehr: Nach 55 Punkten im Break warf Selby das weiße Handtuch; O'Sullivan ist damit der zweite Spieler nach Stephen Hendry, der das Masters mehr als drei Mal gewonnen hat.

Rolf Kalb / Eurosport

Kommentare 16 - 35 of 35

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  1. Ronnie O'Sullivan ist einfach der Beste Snooker spieler !

    Von shafay_kaka, am Fr 30.Jan. 16:34
  2. er muste nicht einmal seine beste form spielen und trodztem hat er gewonen, diese spieler ist eine level oben von die anderen!

    Von rizsfeeling, am Do 29.Jan. 7:58
  3. auf jedenfall ist er im moment der beste:)

    Von dagilator, am Di 27.Jan. 23:28
  4. Jeder, der hier etwas schreibt und Snooker nicht mag, ist hier fehl am Platz. Das ist als wenn sie sich in einem 5-Sterne Restaurant über die Qualität von Pommes und Burger beschweren. Snooker ist etwas für Feinschmecker! Und sooooo oft kommt es nun auch nicht. Fussball hingegen schon, oder??? Wer mehr Bälle sehen will, muss DSF schauen.

    Ronnie hat die Snookergemeinde einmal mehr positiv überrascht. Es gibt halt doch immer Neues zu entdecken bei dem Kerl!!!

    Danke Eurosport und danke Rolf.

    Von Sportfan M, am So 25.Jan. 22:50
  5. ich finde snooker total spannend habe Stunde und um Stunde geschaut, aber für Leute die sich nicht dafür interessieren ist es nicht einfach zu verstehen und daher haben die keinen Spass daran es sich anzusehen. Das ist für diese Leute mehr als schaade denn Snooker ist ein toller Sport.

    Von Ich, am So 25.Jan. 20:23
  6. An Tina S.: Klar kann ich das, nur ist der Eurosport nicht nur für Snooker da, es gibt noch andere Sportarten. Wenn man bedenkt das die Europoals anstelle um 23.00 Uhr wegen des Livespiel beim Snooker manchmal eine Stunde später als geplant kommt und dies nicht wenige male, dann frage ich mich schon was der Eurosport mit den anderen Sportinteressenten macht wenn da bei einem Masters pro Tag 4-6 Stunden gesendet wird. Hoffe ihr Snooker fans würdet es dann auch bei Fussball und Hanball schauen, sonst könnte man auch das Gleiche schreiben man hätte die Fernbedienung und könnte umschalten, grins und nichts Ernst gemeint Tina.
    Wollte mit dem geschriebenen doch nur aufzeigen das es bei Eurosport eben noch andere Sportarten gesendet werden. Hoffe das du mich jetzt verstehst.

    Von pcavegn, am Sa 24.Jan. 17:45
  7. @pcavegn
    Kleine Info am Rande: Auf der Fernbedienung gibt es Tasten zum Programmwechseln und sogar zum Ausschalten!

    Freu mich schon, wenn es am 16.02. weitergeht mit den Welch Open.

    Von TinaS, am Fr 23.Jan. 21:21
  8. @pcavegn

    Solch "sachliche" Kommentare sind immer wieder herzerfrischend. Wahrscheinlich schaut er noch ohne Fernbedienung TV, die es ermöglicht aus- oder weiterzuschalten.

    Ich finde Snooker superspannend.

    Von rostschnauze, am Fr 23.Jan. 20:31
  9. Genial das dieses Finale endlich ein Ende hat. Wieder mal ein Masters weniger. der mit Abstand langweiligste sport zum zuschauen ist eeeeeeeeeeeeeeeendlich vorbei. och wie ist das schön, hoffe das jetzt endlich Eishockey übertragen wird. Bitte Eurosport, welche maxchen wollen schon Einschlaftabletten Sport sehen.
    So 4-6 Stunden pro tag da kann man den ewig bekommen. Punkt

    Von pcavegn, am Fr 23.Jan. 19:20
  10. Ich hab mir schon überlegt ob der Sieg nicht vielleicht WEGEN dem Queue so ausging wie er ist. Er wusste einfach er könne sich auf seine Abstimmung noch nicht so verlassen, also musste er umso mehr arbeiten. Vielleicht hat es ihn depremiert, dass er mit seinem tollen eingespielten Queue in letzter Zeit leicht nachlies (Im vergleich zum Beginn der Saison), daraufhin kam einfach der aprupte Bruck mit dem Queue...wortwörtlich.

    Von Mo V, am Di 20.Jan. 17:23
  11. Ronnie O'Sullivan konnte Mark in diesem Finale zum Teil mit dessen eigenen Waffen schlagen. Bisher konnten Ronnies Gegner eher davon ausgehen, dass Ronnie in einer ausgedehnten Safety-Schlacht irgendwann die Geduld verliert und einen zu riskanten Ball versucht und damit dem Gegner eine Chance liegen lässt. Gestern war Mark gezwungen auch selbst riskante Bälle zu spielen, da Ronnie sich mit Safeties allein nicht knacken ließ. Der Kampfgeist von Ronnie war jedenfalls einzigartig. Das hätte ich mir in seinem UKC-Match gegen Joe Perry gewünscht, aber ich glaube das war ein anderer Ronnie.;-)

    Von Ronnia, am Mo 19.Jan. 18:35
  12. @Mo V
    Ich seh das ganz Ähnlich was hier die meisten schreiben auch H. O aller dings denke ich hätte Mark Selby auch weitaus mehr Mühe gehabt, wenn Ronnie sich schon länger mit seinem Cue einspielen hätte können bzw. er seinen "alten" nicht zertrümmert hätte und er in dieser Situarion einfach Psychisch stabiler gewesen wäre. Aber genau das macht ja unseren Ronnie aus! Dennoch bin ich der Meinung das es Ronnie verdient hat, ich hätte aber auch nicht's gesagt (als großer O'Sullivan-Fan!) wenn Mark das Match gewonnen hätte!´

    Gruß

    Von Andy R, am Mo 19.Jan. 17:52
  13. der am ende gewinnt hat den titel auch verdient

    und diese clearances unter solch enormen druck muss mann erst machen

    ein fehler und der frame könnte an mark gehen können

    also nichts mit iunverdient

    Von Ronnie75DOB_3WC, am Mo 19.Jan. 16:09
  14. @friedl: so würd ich das nicht unbedingt sagen. Selby hat halt in den entscheidenden Momenten in den Frames immer wieder Fehler gemacht und Ronnie damit die Chance gegeben, auch wenn die Ausgangslage noch so schwer war, hat er diese meist genutzt. man erinnert sich an dne Frame als er zu den 2 verbliebenen Roten schwarz hätte lochen müssen und die beiden aber bei den kleinen Farben lagen. Also das war kein Glückssieg von Ronnie, sondern ein Arbeitssieg! Aber es stimmt, einen sichereren Selby in den frameentscheidenden Momenten hätte Ronnie nicht schlagen können, hat aber nichts mit Glück zu tun!

    Von Mo V, am Mo 19.Jan. 14:49
  15. An H.O Danke für deine treffende Zusammenfassung. Diese zahlreichen Safety Phasen waren effetiv eine heikle mentale Angelegenheit für beide, aber speziell hat mich Ronnie's Haltung positiv überrascht.

    Von Isa, am Mo 19.Jan. 13:52
  16. @ H.O.

    gut analysiert, ganz meine Meinung. Dass Selby nur mit seiner Zermürbungstaktik gewinnen kann, habe ich auch schon im Forum mehrmals erwähnt.

    Hinzuzufügen wäre noch, dass Ronnie sein offensives Spiel konsequent durchgezogen hat, er hat viele schwere riskante Bälle versucht, anstatt Safe zu spielen. Das wollen wir sehen Ronnie, klasse !!!

    Von Isa, am Mo 19.Jan. 13:48
  17. @friedl63
    Der der am Ende gewinnt ist immer der Glücklichere

    Von valvpitti, am Mo 19.Jan. 13:06
  18. Ronny hat nicht verdient , sondern als glücklicherer gewonnen

    Von friedl63, am Mo 19.Jan. 12:58
  19. Es war ein von der ersten bis zur letzten Minute packendes und abwechslungsreiches Finale. Jeder Frame hatte sein eigenes Highlight und kaum einer lief ohne nervenaufreibende Saftety-Phase ab. Und ein paar Kuriositäten gab es auch, sei es dass Ronnie vier Mal den Frame auf Schwarz gewann, dass Selby fast ständig bemüht war, aus den haarsträubendsten Stellungen noch Breaks zu basteln, oder seien es die zwei Reracks ausgerechnet im letzten Frame. Beim Stand von 8-8 war wohl in der Tat der Wendepunkt erreicht; als Selby trotz seiner mühevollen Arbeit leer ausging, stellte er sich innerlich auf Niederlage ein.
    Das Geheimnis von Ronnie's Erfolg war vielleicht auch, dass er dem Druck und der Zermürbungstaktik seines Gegners standhielt und immer die Nerven bewahrte. Ich bin jetzt schon gespannt, ob es ihm im nächsten Jahr als drittem Spieler gelingt, den Masters-Titel zu verteidigen.
    Für Mark Selby ist aber die wiederholte Finalteilnahme bei seinem erst zweiten Masters auch ein großer Erfolg, zumal er damit eine Phase der Unsicherheit mit recht inkonstanter Leistung überwunden zu haben scheint.

    Von Laura, am Mo 19.Jan. 12:54
  20. Ronnie ist doch immer wieder faszinierend. Ich war zwischendurch immer wieder leicht genervt von seinem Spiel, da er fast nie in sein Breakbuilding reinkam und beim Stand von 7:5 dachte ich einfach es wäre besser für seine Psyche wenn das Spiel jetzt bald mal rum wäre, aber er hat wieder mal überrascht und scih mit Händen und Füßen gegen die Niederlage gewehrt, eine Seite an ihm die man doch schon länger nicht mehr so ausgeprägt gesehen hat. Er hat sicherlich nicht sein bestes Spiel gezeigt, aber sein mit Abstand kämpferischtes!
    Gratulation auch an Mark Selby, der wird noch für so manchen schönen Turniersieg gut sein!!

    Von Mo V, am Mo 19.Jan. 11:47
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