Eurosport - Mo 19.Jan. 17:07:00 2009
Gernot Bauer ist bei der Dakar 2009 in Argentinien und Chile als Reporter unterwegs und wirft für eurosport.yahoo.de regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen - heute zum vorerst letzten Mal!
Die letzten Kilometer sind gefahren, die letzten Schrauben nachgezogen, die Champagner-Gläser gefüllt. Die Rallye Dakar ist zu Ende und hatte in Buenos Aires wieder einmal einen perfekten Empfang.
Wie schon bei der Vorstellung der Teilnehmer machten die argentinischen Fans ihrem guten Ruf alle Ehre und sorgten für eine richtige Fiesta. In einem Stierkampf-Arena-artigen Stadion auf dem Messegelände wurde jeder Teilnehmer mit seiner Dakar-Trophäe geehrt. Dabei kam es zu einigen lustigen Szenen.
Gordons Show
Das Bild des Tages bot sicherlich Robby Gordon. Nachdem er sich schon auf dem Podium hatte feiern lassen, legte er mal eben schnell den Rückwärtsgang ein, forderte die Leute auf ein wenig Platz zu machen und preschte dann mit dem H3 erneut auf die Rampe mit dem Effekt diese als Sprungschanze zu nutzen und in die Arena zu springen. Die Menge liebte es!
Auch die neben mir stehenden Dieter Depping und Timo Gottschalk applaudierten der Einlage, die mit diversen Donoughts im Sand endete. Vollkommen eingestaubt suchten ich und mein Kamera-Mann zusammen mit den VW-Piloten hinter deren Race Touareg Schutz. Hat nicht viel geholfen...
Giniel de Villiers zeigte sich sichtlich bewegt und dankte seinem Team von Herzen. Dieses Lob war ehrlich gemeint und nicht nur eine heutzutage oft gebrauchte Floskel. Giniel war am Abend zuvor auf der Red Bull-Party lange Arm in Arm mit seinen Mechanikern gewesen, hatte sich bei jedem ausführlich bedankt. Ein verdienter Dakar-Sieger, der den perfekten Übergang der Rallye nach Südamerika symbolisiert. Ein Afrikaner gewinnt erstmals die Rallye auf dem neuen Kontinent, dem neuen Zuhause der Dakar.
Trost für Roma
Marc Coma tröstete Nani Roma derweil, als dieser vom Podium kam. Nani, Ex-Sieger bei den Bikern, hatte die Chance verpasst den Racing Lancer auf das Podium zu stellen. Doch der baumlange Spanier konnte den ersten Diesel-Etappensieg für Mitsubishi einfahren, die ansonsten eine katastrophale Bilanz vorzuweisen gehabt hätten. Als siebenmaliger Seriensieger hätten sie fast kein einziges Auto ins Ziel gebracht.
Guerlain Chicherit vom X-Raid Team war der erste, der die Zuschauer mit Sand eindeckte, als er seinen X3CC querstehend über den Sand der Arena jagte. Er wird sich nach der Dakar um seine Ski-Firma kümmern und hat mich gleich eingeladen, sich bei ihm in Tignes umzuschauen.
Auf den Dächern der Trucks
X-Raid-Team-Manager Sven Quandt hat sein Versprechen wahr gemacht und noch zwei seiner Autos in die Top Ten gebracht. Wer immer mal die Dakar fahren will, der ist - das entsprechende Kleingeld vorausgesetzt - bei X-Raid wohl am besten aufgehoben. Nirgendwo sonst bekommt man ein derart konkurrenzfähiges Auto und Top-Service.
Die Stimmung war ausgelassen und am ende brachen die Dämme. Als die LKWs kamen hoben die ersten Piloten spontan die Zuschauer auf die Trittbretter, später dann sogar die Dächer der Trucks. So dankten sie den Fans für die phänomenale Unterstützung und diese durften das Podium live und hautnah erleben. Muchas gracias!
Argentinien, wir freuen uns schon wieder auf das nächste Jahr!
Bis dahin: Hasta luego!
Euer Gernot
Kommentare 1 - 4 of 4
Wir haben gelernt:
Wahre Racer kommen aus Spanien...! Leider sind aber die Bücher nicht richtig korrekt:(
Endlich fangen die Menschen an zu begreifen, wie sagenhaft schön die Länder Argentinien, Chile und auch noch Uruguay und Perú sind ! Leute, nicht die USA sind AMERIKA !! Aber es ist auch schade, denn der "Geheimtip" Argentina und Chile ist ab sofort keiner mehr ! Nirgendwo auf der Welt gibt es liebenswertere Menschen, eine freundlichere Gastfreundschaft und sagenhaftere Landschaften. Es waren die Menschen in Argentinien, die die Deutschen nach dem Krieg mit ihrem Rindfleisch gefüttert haben. Hat Deutschland das den Argentiniern jemals gedankt ? Argentinien und Chile waren immer die treuesten Freunde der Deutschen. Vielleicht erinnern sich die Deutschen jetzt einmal daran, das es die tragitionell deuschfreundlichen Länder waren, die in der Not immer wieder geholfen haben. Es gibt jetzt keinen Grund zur Überheblichkeit mehr.
Ich wünsche mir, das Argentina und Chile in den Focus "der Deutschen" kommt.
Wer die liebenswerten und sehr "europäischen" Menschen dort kennenlernen möchte, der sollte sich auf die unglaublich weite und üppige Natur vorbereiten. Die größten Gletscher, die weitesten Steppen, die wildesten Berge, die herrlichsten Seen. Tolle Menschen, eine ungeahnte liebenswerte Gastfreundschaft, gutes Essen, die wohl besten Weine....! Leute, fahrt nach Argentinien, Chile, Perú und Uruguay. Ihr werdet es niemals vergessen. Das Abenteuer Motorsport verbindet Menschen. Gut so.
Das macht einfach Spass ! Weiter so
ein treuer esp user sagt danke an esp und danke an gernot bauer für seine amüsanten, tiefsinnigen und teilweise auch zum nachdenken anregenden artikel. sehr gut!
Bitte melden Sie sich an.
Kein Yahoo! User? Kostenlos anmelden.