Kohde-Kilsch: So unfair war Steffi Graf
So 18.Dez. 12:21:00 2011
Claudia Kohde-Kilsch fährt schwere Geschütze auf gegen ihre ehemalige Doppel-Parterin Steffi Graf. Die ehemalige Nummer vier der Welt wirft der besten deutschen Tennis-Spielerin aller Zeiten vor, das Doppel-Halbfinale 1988 bei den Olympischen Spielen mit Absicht verloren zu haben.
Der vermeintliche Grund: Steffi und ihr Vater Peter Graf wollten verhindern, das Kohde-Kilsch eine Olympia-Goldmedaille gewinnt.
"Steffi hatte schon Gold im Einzel, dann haben wir das Halbfinale im Doppel gespielt. Und ich habe mich die ganze Zeit gewundert, dass sie ihren Rückhand-Return immer voll durchgezogen hat.Sie hat ja sonst immer den Slice gespielt, den konnte sie traumwandlerisch sicher", erklärte Kohde-Kilsch der "Süddeutschen Zeitung".
"Es war schon sehr komisch"
Doch damit nicht genug. "Nachdem wir verloren hatten, fragte mein Vater den Graf, warum die Steffi immer durchgezogen hat. Der Graf sagte nur: Meinst du etwa, die Claudia soll auch eine Goldmedaille kriegen?".
Beweisen, so Kohde-Kilsch, könne sie das nicht. "Aber es war schon sehr komisch. Und es wäre nicht untypisch für eine Familie, die niemandem etwas gönnt."
Die Millionen sind komplett weg
Kohde-Kilsch war der große Star der deutschen Tennis-Szene, als Graf noch ein junges Talent war. Später gewannen sie als Doppel Olympia-Bronze 1988. Doch nun ist Kohde-Kilsch pleite. "Ich habe vor einigen Wochen Insolvenz angemeldet", sagte die Saarbrückerin dem Magazin der "Süddeutschen Zeitung".
Dabei spielte sie 15 Jahre auf der Tennis-Tour, gewann dabei sieben Turniere. Sie stand im Halbfinale der Australian Open und der French Open, triumphierte im Fed Cup und holte die Doppel-Titel in Wimbledon und bei den US Open. Bis auf Platz vier der Weltrangliste hatte sie sich 1985 vorgekämpft.
Doch von den Preisgeldern ist ihr nichts geblieben: "Die Millionen waren schon weg, als ich 1999 meine Karriere beendete", so die 48-Jährige. Zu sorglos hatte sie ihrem Stiefvater vertraut, der als ihr Manager auch die Geschäfte regelte. Einen späteren Rechtsstreit gegen Jürgen Kilsch gewann sie zwar - doch dieser starb 2004.
Das verbliebene Geld hatte Kohde-Kilsch gemeinsam mit ihrem Ehemann in eine Musikproduktionsfirma investiert, die Ehe wurde allerdings 2010 geschieden.
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