London (dpa) - John Terry schrie den Pfosten an, riss sich später wütend die Kapitänsbinde vom Arm und schäumte noch, als die 1:2- Niederlage des FC Chelsea bei Aston Villa längst besiegelt war.
«Wir haben Manchester United vorbeiziehen lassen und unnötig drei Punkte verloren», ärgerte sich Chelseas Abwehrchef nach der zweiten Auswärtsschlappe seiner «Blues» nacheinander, bei der Michael Ballack schmerzlich vermisst wurde. Meister ManU nutzte die Gunst der Stunde, schlug die Bolton Wanderers mit 2:1 und eroberte mit einem Punkt Vorsprung die Tabellenspitze in Englands Premier League.
Wie schon vor drei Wochen bei Chelseas 1:3 gegen Wigan Athletic fehlte Ballack - diesmal wegen einer Knöchelverletzung, die der DFB- Kapitän vor einer Woche im WM-Qualifikationsspiel gegen Russland nach einer Attacke von Chelsea-Mitspieler Juri Schirkow erlitten hatte. Ohne den deutschen Mittelfeldstar gerieten die Londoner in der Defensive öfter ins Schwimmen und kassierten beide Gegentreffer nach Eckbällen per Kopf durch Villas Innenverteidiger Richard Dunne (32. Minute) und James Collins (52.). Didier Drogba hatte die «Blues» mit einem Distanzschuss in Führung gebracht (15.).
«Wir haben das Spiel wegen Standardsituationen verloren, und ich verliere nicht gern wegen Standardsituationen», erklärte Chelsea-Trainer Carlo Ancelotti und kündigte für das Champions-League-Match gegen Atletico Madrid am 21. Oktober Verbesserungen an. Der Geist von Ancelottis Vorvorgänger Luiz Felipe Scolari sei erwacht, unkte allerdings die Sonntagszeitung «The Observer»: «Der Fluch der Verletzlichkeit ist zurückgekehrt.»
Manchester United gewann alles andere als souverän. Die «Red Devils», die ohne Stürmerstar Wayne Rooney auskommen mussten, gingen durch ein durch Michael Owen erzwungenes Eigentor von Zat Knight (5.) und einen Treffer von Antonio Valencia (33.) in Führung, mussten nach dem Anschlusstreffer durch Matthew Taylor (75.) aber noch zittern. «Wir haben es uns selbst schwer gemacht», räumte Trainer Sir Alex Ferguson ein. «Wir waren nervös und haben manches Mal Panik geschoben, aber wir sind durchgekommen - so gerade eben.»
Der stark gestartete, neureiche Stadtrivale Manchester City musste gegen Wigan Athletic mit einem 1:1 (0:1) zufrieden sein und blieb auf Rang fünf hängen. Charles N'Zogbia erzielte die Führung für Wigan (45.+1), die der frühere Wolfsburger Martin Petrow nach der Pause ausglich (47.). Nach einer Gelb-Roten Karte gegen Pablo Zabaleta musste City die letzten 25 Minuten in Unterzahl spielen.
Der schlecht gestartete FC Liverpool kassierte derweil mit dem 0:1 beim FC Sunderland am 9. Spieltag schon die vierte Pleite - und das durch ein Tor mit Seltenheitswert. Der Referee ließ den Treffer von Darren Bent (5.) gelten, obwohl der Schuss von einem knallroten Strandball abgefälscht wurde, den ein Liverpool-Fan in den Torraum geworfen hatte. «So etwas kann passieren», sagte «Reds»-Coach Rafael Benitez. «Es war Pech für uns, aber entscheidend war für mich, dass wir schlecht gespielt haben.» Dem FC Arsenal reichten ein paar zauberhafte Minuten, um Aufsteiger Birmingham City 3:1 zu schlagen.


Bild vergrößern

Kommentare 1 - 2 of 2
So eine ärgerliche, aber leider immer wiederkehrende Phrase : ...ohne Ballack...
Als ob der über magische Kräfte verfügte, um Niederlagen abzuwenden. Tut er nicht.
Lächerlich und schlicht unwahr.
Das ist mal wieder eine Überschrift, wie sie nur die EuroSport-Redaktion bringt.
Bitte melden Sie sich an.
Kein Yahoo!-Nutzer? Kostenlos Registrieren.