Köln und Sieg-Torschütze Novakovic atmen auf

So 18.Okt. 09:47:38 2009

Köln (dpa) - Milivoje Novakovic ließ sich jede Menge Zeit. Als Letzter verließ der «Mann des Tages» frisch geduscht die Katakomben des Kölner Stadions, in dem der Slowene in der 42. Minute des Fußballspiels 1. FC Köln gegen Aufsteiger FSV Mainz 05 gleich zwei Negativ-Serien beendet hatte.

Das 1:0 war für ihn der erste Bundesliga-Treffer seit dem 3. Mai und für den FC der erste Heimsieg nach ebenfalls 167 Tagen und dem 1:0 gegen Bremen. «Das ist eine Erleichterung für uns und die Fans», kommentierte Novakovic den doppelten Befreiungsschlag. Und schob seine fast trotzige Kernaussage nach: «Ich habe keinen Fehler gemacht.»

Der Kapitän war während der Länderspielpause zur FC-Reizfigur und zum Anlass eines mittleren Hauskrachs geworden. Manager Michael Meier und Chefcoach Zvonimir Soldo sahen es höchst ungern, dass Novakovic die WM-Qualifikationsspiele für Slowenien in der Slowakei und San Marino bestritt und mit dem Team die Playoffs erreichte, anstatt auf eines zu verzichten und in Köln zu trainieren. «Es war überhaupt kein Streit. Man muss nur miteinander kommunizieren», relativierte der lange an Leiste und Adduktoren verletzte Profi den Vorgang.

Der Erfolg gab ihm Recht - aber auch dem geduldigen FC-Coach, der Novakovic den Platz im Kader und am Spieltag den in der Startformation offeriert hatte. Eine mutige Variante: Novakovic bildete zusammen mit Manasseh Ishiaku und dem von der ungewohnten rechte Seite kommenden Lukas Podolski ein Angriffstrio, das endlich den Heim-Bann brechen sollte. «Nova hat bewiesen, wie wichtig er für uns ist», sagte Soldo später zu seiner Maßnahme, die Vorgeschichte und die Eigenmächtigkeit seines Kapitäns beiseite zu stellen.

Novakovic verteidigte sich: «Ich habe mich nie gegen den FC entschieden.» Stattdessen habe er angesichts seiner Verletzungsmisere und der verpassten Saisonvorbereitung die Praxis gesucht: «Ich will spielen, ich bin hungrig.» Als «clever und professionell» ordnete er sein nicht abgesprochenes doppeltes Fernbleiben ein. Das Vertrauen Soldos belohnte Novakovic gegen Aufsteiger Mainz mit seinem 47. Tor im Geißbock-Trikot - eines der wichtigen möglicherweise, denn mit dem ersten Heimsieg 2009/2010 stellte der FC den Kontakt zum Tabellen-Mittelfeld wieder her.

Schön war es nicht anzusehen, was die 49 000 Fans geboten bekamen: «Ein Spiel für die Zuschauer war das nicht. Wichtig waren nur die drei Punkte», sagte Podolski, der nun dem Derby der rheinischen Rivalen in Mönchengladbach entgegenfiebert. Gäste-Coach Thomas Tuchel befand das 0:1 für in Ordnung. «Da ist es schwer, ein Tor zu erzielen», meinte der Trainer-Novize angesichts einer statistischen Besonderheit: Während der 90 Minuten gelang den Rheinhessen nicht ein Schuss auf das FC-Gehäuse.

 

Kommentare 1 - 1 of 1

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  1. wurde ja auch Zeit das der FC endlich aus den Puschen­ kommt

    Von Ingo, am So 18.Okt. 10:39
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