Frankfurt/Main (dpa) - Heim-Fluch besiegt, Durststrecke beendet: Nach dem 2:1 (1:0) gegen Hannover 96 labten sich Spieler und Trainer von Eintracht Frankfurt am ersten Bundesliga-Erfolg vor eigener Kulisse seit sechs Monaten.
«Ein halbes Jahr ist eine lange Zeit. Ich bin froh, dass wir endlich den ersten Heimsieg in dieser Saison einfahren konnten, zumal einige wichtige Spieler gefehlt haben», frohlockte Eintracht-Coach Michael Skibbe. Und Neuzugang Maik Franz meinte: «Ich habe oft genug gehört, dass wir zu Hause lange nicht gewonnen haben. Uns ist ein Stein vom Herzen gefallen. Das war ein wichtiger Schritt nach vorn», sagte der Abwehrspieler.
Das süße Gefühl des Sieges vor heimischem Publikum hatten die Hessen in der Bundesliga zuletzt am 18. April beim 4:1 gegen Borussia Mönchengladbach auskosten können. Entsprechend groß war die Erleichterung. «Diesen Sieg haben wir gebraucht», erklärte Kapitän Christoph Spycher nach 90 umkämpften, aber keinesfalls hochklassigen Minuten. «Wir haben uns jetzt im oberen Mittelfeld festgesetzt. 13 Punkte hören sich gut an», befand Franz.
Der Erfolg vor 40 700 Zuschauern durch die Tore von Nikos Liberopoulos (24.) und Alexander Meier (74.) bei einem Gegentreffer von Jiri Stajner (68.) war vor allem wichtig für die Moral. «Es war ein sehr enges Spiel. Ich habe mich sehr gefreut, dass wir nach dem 1:1 prima zurückgekommen sind. Ich bin mit der Leistung sehr zufrieden. Jeder hat seinen Beitrag geleistet. Wir haben uns den Sieg am Ende verdient», analysierte Skibbe. Er hatte sein Team mit einem besonderen Videostudium optimal eingestimmt. «Um uns zu pushen, haben wir uns vor dem Spiel alle unsere Tore in dieser Saison angesehen», berichtete der Trainer.
Allerdings war bei der Eintracht nicht alles Gold, was glänzte. Im Angriff fehlte oftmals die nötige Präzision, im Mittelfeld gab es viel Leerlauf und in der Abwehr taten sich einige Lücken auf. So hatte Torwart Oka Nikolov mehrmals Gelegenheit, sich auszuzeichnen. «Oka hat ganz hervorragend gehalten», lobte Skibbe seine Nummer 1 und hob ansonsten vor allem die Anhänger hervor: «Ich möchte mich bei den Fans bedanken, die ein gutes Gespür bewiesen und uns nach dem Ausgleich noch einmal besonders unterstützt haben. Auf sie kann man sich verlassen.» Dies darf Skibbe als einen wichtigen Erfolg seiner jungen Amtszeit verbuchen, war es in der vergangenen Saison doch zu erheblichen atmosphärischen Störungen zwischen Fans und Mannschaft gekommen.
Während die Hessen als Neunter den Anschluss an das obere Drittel hergestellt haben, stagniert Hannover mit 9 Punkten im grauen Mittelmaß und muss den Blick nach unten auf die Abstiegszone richten. Trotz eines ordentlichen Auftrittes standen die Niedersachsen am Ende wieder einmal mit leeren Händen da. Entsprechend niedergeschlagen war Trainer Andreas Bergmann: «Wir haben großen Einsatz gezeigt. Umso ärgerlicher ist es, dass wir die Partie noch verloren haben. Wir sind enttäuscht und müssen das jetzt erst einmal verarbeiten.»
Im Streit um den Wechsel des Mittelfeldspielers Szabolcs Huszti von 96 zu Zenit St. Petersburg hat der russische Erstligist eine Verzögerung eingeräumt. Die letzte Rate aus dem rund drei Millionen Euro teuren Transfer werde «in allernächster Zeit» überwiesen, sagte ein Vereinssprecher der Moskauer Zeitung «Sport Express». Als Grund für die Verspätung nannte er «technische» Probleme. Der ungarische Nationalspieler war im Januar 2009 nach St. Petersburg gewechselt. Hannovers Clubchef Martin Kind hatte angekündigt, wegen der ausstehenden letzten Rate den Weltfußballverband FIFA einzuschalten.


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