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VfB-Kapitän Hitzlsperger lernt seine neue Rolle

Do 18 Sep, 11:48 Uhr


Stuttgart (dpa) - Im Gespräch mit Thomas Hitzlsperger spürt man sehr schnell, warum Trainer Armin Veh den 26-Jährigen vor Saisonbeginn zum Kapitän des VfB Stuttgart gemacht hat.

Immer wieder wählt Hitzlsperger Formulierungen wie: «Es reicht nicht, auf dem Papier Qualität zu haben, wir müssen das auf dem Platz umsetzen», «Wir müssen immer das Ziel haben, noch weiter nach oben zu kommen», «Wir müssen dranbleiben» oder «Entscheidend ist, dass wir immer noch besser werden». Diese Art von Leitsätzen also, die wohl jeder Fußball-Trainer seinen Profis gerne zur Verinnerlichung dauerhaft unters Kopfkissen legen würde.

Hitzlsperger begreift sich bei dem von ihm so stark betonten Prozess des stetigen Lernens als Teil seiner Mannschaft. «Es reicht nicht, gute Einzelkönner zu haben. Wir müssen es schaffen, diese konstant auf hohem Niveau zusammenzufügen», sagte Hitzlsperger der Deutschen Presse-Agentur dpa. Da lag für Veh die Entscheidung nahe, den Musterprofi im Sommer durch die Kapitänsbinde zur offiziellen Integrationsfigur des Teams zu befördern. «Er bemüht sich unheimlich, die Belange der Mannschaft zu sehen und danach zu handeln. Ich finde es gut, wie er es macht», beurteilte der 47-Jährige die ersten zwei Monate von Hitzlsperger als VfB-Anführer.

Der 41-malige Nationalspieler selbst sieht sich zunächst vor allem als «Hilfe und Antreiber auf dem Platz». Dennoch spürt der Mann mit dem strammen Linksschuss, der im Sommer 2005 vom englischen Premier-League-Club Aston Villa zum schwäbischen Bundesligisten wechselte, auch abseits des Rasens den Aufstieg in der Team-Hierarchie. «Die Verantwortung und die Aufmerksamkeit sind noch größer geworden. Aber das entwickelt sich alles noch. Die Saison ist noch jung und ich bin ja auch erst seit wenigen Monaten Kapitän», sagte Hitzlsperger. Und dann wieder: «Ich hoffe, dass ich noch viel dazulerne.»

Angesprochen auf die Schlagzeilen vor Saisonbeginn, der VfB könnte sich in Ex-Nationaltorhüter Jens Lehmann sowie dem Tschechen Jan Simak und dem Niederländer Khalid Boulahrouz schwierige Charaktere ins Team geholt haben, reagiert Hitzlsperger ungewohnt impulsiv. «Das wurde geschrieben, richtig, aber was ist jetzt?», fragt er empört. «Jetzt schreibt niemand darüber, dass es keine Probleme in der Mannschaft gibt und dass diese vermeintlich schwierigen Typen ganz normale und charakterlich einwandfreie Menschen sind.»

Der neue Kapitän sieht den VfB in den kommenden zweieinhalb Wochen zwar vor tückischen Klippen, eine langfristige Weichenstellung für den Rest der Saison erwartet er jedoch nicht. «Gefährlich sind besonders die Spiele im UEFA-Cup und im DFB-Pokal. Wenn wir in diesen beiden Wettbewerben in der nächsten Runde nicht mehr dabei sind, haben wir ein Ziel nicht erreicht», sagte Hitzlsperger mit Blick auf das «Power-Programm» mit sechs Spielen innerhalb von 17 Tagen.

«In der Bundesliga sind ein oder zwei Wochen aber nicht entscheidend, da kann man ein schlechtes Ergebnis auch mal wieder kompensieren», meinte Hitzlsperger. Dass das für das Derby gegen Karlsruhe nicht gilt, ist ihm aber bewusst: «Unser Anspruch ist zu sagen: Wir sind besser als der KSC. Das wollen wir zeigen.»

 

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