dpa

Ex-Sportstars fühlen als Fernsehexperten mit

Mo 18 Aug, 10:21 Uhr


Peking (dpa) - Sie fiebern, fühlen und freuen sich mit ihren Nachfolgern und ehemaligen Mitstreitern. Franziska van Almsick unterdrückte in Peking nur mit Mühe die Tränen nach dem ersten Schwimm-Gold von Britta Steffen.

Nach dem zweiten Triumph lobte sie Deutschlands bislang größten Olympia-Star als Expertin der ARD: «Sie hat so eine Lockerheit bekommen, das ist großartig», sagte die ehemalige Weltrekordlerin über Steffen. «Franzi» ist nicht die einzige Ex-Athletin, die mit Fachwissen und Emotionen Einblicke in ihre Sportart im TV geben. Für das ZDF gab der ehemalige Weltmeister Christian Keller beim Schwimmen den Fachmann.

Eher wenig Grund zum Überschwang hatte Roland Baar, einstiger Schlagmann des Deutschland-Achters und fünfmaliger Weltmeister, der als ZDF-Experte die historische Pleite der deutschen Ruderer kommentieren musste. Auf die eine oder andere Nervenprobe wurde Hockey-Rekordnationalspieler Philipp Crone gestellt. «Ein guter Ausweg ist, die Spielsituationen zu analysieren, dann kann man die Emotionen etwas ausklammern und das Herz fängt nicht ganz so an zu schlagen», erläuterte Crone, der von 1996 bis 2007 auf dem Feld 327 Länderspiele für Deutschland bestritten hatte.

Packt einen so nah dran bei Olympia nicht die Lust, Mikro und Kopfhörer wieder gegen Krummschläger und Mundschutz zu tauschen? «Vorher habe ich gedacht: Ja, das Jucken kommt. Aber ich weiß auch, auf was die Jungs alles verzichten mussten, um hier dabei zu sein», antwortete Crone. «Ich weiß, dass ich niemals mehr dort sein wollte, denn die zwei Jahre vorher hätte ich nicht durchgestanden», erklärte der Münchner. Er hat den Wechsel auf die andere Seite der sogenannten «Mixed-Zone», in der Sportler sich unmittelbar nach ihrem Wettkampf oder Spiel den Journalisten-Fragen stellen, vollzogen.

Die Liste der «Ehemaligen» im TV-Einsatz ist lang bei Olympia. Birgit Fischer, mit acht Gold- und vier Silbermedaillen die bis dato erfolgreichste deutsche Olympionikin, steht mit Rat und Tat dem ZDF beim Kanu im Shunyi-Park bei. So wie Ronny Ziesmer in der Turnhalle.

Sein Olympia-Traum als Sportler zerplatzte durch einen tragischen Trainingsunfall vor den Spielen in Athen. Der Cottbuser zog sich bei einer Landung nach einem Doppelsalto einen Bruch des Halswirbels zu und ist seitdem vom Kopf abwärts gelähmt. In Peking analysiert er nun die deutschen Turn-Leistungen. Bei «Eurosport» geben Jens Fiedler im Bahnrad-Fahren, Jörg Lütcke im Basketball, Lena Asmus in der Rhythmischen Sportgymnastik, Monika Dietrich im Kunst- und Turmspringen sowie Monika Striepecke im Kanu-Slalom aus dem Studio Einblicke in die Sportlerseele.

 

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