Deutschland-Tour - Voigt hat Gesamtsieg vor Augen

Eurosport - Sa 18.Aug. 10:37:00 2007

CYCLING 2007 Deutschland-Tour CSC Jens Voigt - 0

Jetzt trennen Voigt, der den Grundstein zu seinem neuerlichen Erfolg im Mannschaftszeitfahren und mit seinem zweiten Tagesrang auf der "Königsetappe" in Sölden gelegt hatte, nur noch 143,1 Kilometer von seinem zweiten Gelben Trikot in Folge bei der D-Tour. Im Gesamtklassement hat er 1:57 Minuten Vorsprung auf den jetzt zweitplatzierten Leipheimer. Voigt fuhr 15 Sekunden schneller als der zweitplatzierte Laszlo Bodrogi aus Ungarn.

Auf der Abschluss-Etappe von Einbeck nach Hannover, die wieder den Sprintern vorbehalten sein dürfte, droht Voigt kein Angriff mehr auf seine Spitzenposition im Gesamtklassement. Er wird der erste Radprofi sein, der die 1911 zum ersten Mal ausgetragene Deutschland-Tour, die nach einigen Unterbrechungen 1999 wieder belebt wurde, zwei Mal hintereinander gewinnt.

Leipheimer enttäuscht, Lang gestürzt

Leipheimer, Deutschland-Toursieger 2005 und Schnellster beim letzten Zeitfahren der Tour de France vor drei Wochen in Angouleme, enttäuschte wie auf der "Königsetappe". Der Kalifornier fuhr in 40:08 Minuten nur die drittschnellste Zeit, schaffte in Fürth aber immerhin den Sprung auf das Podium. "Ich liebe die Deutschland-Tour und wollte wenigstens die Etappe gewinnen. Aber die Tour de France hat zu viel Kraft gekostet", sagte der Profi vom Team Discovery Channel, das sich zum Saisonende zurückziehen wird. Für 2008 wird Leipheimer mit dem belgischen Lotto-Team in Verbindung gebracht.

Einer der Favoriten auf den Tagessieg, der frühere deutsche Zeitfahrmeister Sebastian Lang vom Team Gerolsteiner, büßte durch einen Sturz kurz nach dem Start alle Chancen ein. Der Erfurter rutschte weg, raste in einer Kurve in ein Absperrgitter, konnte seine Fahrt aber fortsetzen. Doch an einen Sieg war nicht mehr zu denken. Nach einer Fersenverletzung fasste Lang erst wieder langsam Tritt und nutzte die Deutschland-Tour auch zur Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften in fünfeinhalb Wochen in Stuttgart. Bei seinem Sturz in Fürth erlitt er Hautabschürfungen.

"Ich habe heute Morgen den Kurs nochmal abgefahren und ich konnte mir die Strecke perfekt einteilen. Ich habe schon früh vor mir Garcia gesehen, so dass ich wusste, von dem droht mir keine Gefahr. Der Motorrad-Polizist vor mir auf der Strecke hat die Leute am Streckenrand zum Jubeln animiert. Diese Tour mit einem Etappensieg quasi abzuschließen ist ein wunderschönes Gefühl", sagte der mutmaßliche Gesamtsieger Voigt, der auch im vergangenen Jahr das Zeitfahren bei der Deutschland-Tour am vorletzten Tag vor Bodrogi gewonnen hatte.

Voigt bereit für WM-Start

Anders als im Vorjahr will Voigt mit seinem Erfolg, der auch Zweifler auf den Plan rief, nachdem er in Sölden wie ein Hochgebirgs- Spezialist den 2671 Meter hohen Rettenbachferner regelrecht hochflog und dabei sogar die Zeit Leipheimers von 2005 unterbot, offensiv umgehen: "Ich habe keine Lust mehr mich zu rechtfertigen. Im letzten Jahr habe ich noch versucht, den Sieg klein zu reden, dazu habe ich keine Lust mehr. Ich bin einfach ein guter Radfahrer und habe in der Vorbereitung alles richtig gemacht. Ich habe nach der Tour de France weiter wie ein Mönch gelebt."

Seine gute Form würde der 35-Jährige bei der WM auch in den Dienst der Nationalmannschaft stellen. "Ich wurde vor zwei Tagen von einem Verbands-Vertreter angesprochen, der mir sagte: Jens, wir brauchen dich in Stuttgart. Da habe ich gesagt: Okay ich fahre, wenn ich am 29. August nominiert werde", sagte Voigt. Der Berliner, der seine Saison eigentlich nach der Polen-Rundfahrt ausklingen lassen wollte, will am 30. September in Stuttgart nur das Straßenrennen bestreiten.

dpa / Eurosport

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