Eurosport - Sa 18.Jul. 20:44:00 2009
Der Norweger Thor Hushovd (Cervélo) hat die 6. Etappe der Tour de France von Gerona nach Barcelona im Sprint gewonnen. Nachdem "Flüchtling" David Millar (Garmin) 1200 Meter vor dem Ziel eingeholt worden war, setzte sich Hushovd vor den beiden Spaniern Oscar Freire und Jose Joaquin Rojas durch.
Auf den letzten 10.000 Metern sorgten weiter hinten im Feld zwei Stürze für Unruhe. Einer der Betroffenen war der belgische Sprinter von Quick Step, Tom Boonen. Vor dem Feld fuhr immer noch Millar, der die letzten 27 Kilometer allein unterwegs war. Doch einen Kilometer vor dem Ziel war die Solofahrt des Schotten zu Ende und das Hauptfeld formierte sich zum Sprint.
Die letzten 2000 Meter waren leicht ansteigend uns kosteten einige Fahrer noch den Anschluss und Sekunden. Hushovd zeigte sich unbeeindruckt und übersprintete Freire, der im Vorfeld der Etappe mehrfach als Favorit genannt wurde. "Das war großartig. Ich habe immer gesagt, dass Mark (Cavendish) nicht unschlagbar ist", freute sich der Norweger nach der Zielankunft.
Cavendish enttäuscht als 16.
Millar, der in den ersten Ergebnislisten noch auf Rang 17 geführt wurde, kam am Ende mit einem Rückstand von 1:21 Minuten auf Platz 96 ins Ziel. "Natürlich ist es ein wenig enttäuschend, wenn man so kurz vor dem Ziel noch abgefangen wird", meinte der Garmin-Profi. "Meinen Angriff habe ich eher aus einem Bauchgefühl heraus gesetzt." Für Cavendish war die Zielgerade zu schwer. Er rettete mit dem 16. Rang im Kampf um das Grüne Trikot noch ein mageres Pünktchen vor dem Tagessieger. Gerald Ciolek bestätigte erneut seine gute Form und wurde im Sprint Vierter. "Der Sprint heute war sehr speziell. 400 Meter vor dem Ziel habe ich den richtigen Antritt etwas verpasst. Aber der vierte Platz ist doch respektabel", tröstete sich der Profi vom Team Milram.
Auch die Gesamtwertung blieb unverändert. Sowohl Fabian Cancellara (Saxo Bank) als auch Lance Armstrong (Astana) kamen mit einer Gruppe von 43 Fahrern ins Ziel, die alle mit der gleichen Zeit gewertet wurden. Auch von den Favoriten verlor keiner weitere Zeit. Nur Rabobank-Kapitän Denis Menchov gehörte erneut zu den Geschlagenen und Michael Rogers (Columbia) verlor nach einem Sturz im Regen über 13 Minuten.
Augé holt sich das Bergtrikot
Nach erfolglosen Versuchen zu Beginn der Etappe schafften es drei Fahrer sich nach 48 Kilometern abzusetzen. Das Feld, in dem heute nicht Columbia das Zugpferd spielte, wollte aber auf Nummer sicher gehen und ließ Millar sowie die beiden Franzosen Stéphane Augé und Sylvain Chvanel nie weiter als vier Minuten ziehen. Augé holte sich auf der Flucht drei Bergwertungen und sicherte sich zusätzlich zu seinen drei Punkten von der zweiten Etappe weitere elf Zähler. Der Franzose hat damit die Führung in der Bergwertung von Jussi Veikkanen übernommen.
Als vor der letzten Bergwertung der Vorsprung der inzwischen zum Quartett herangewachsenen Ausreißergruppe auf 40 Sekunden gesunken ist, setzte Millar eine Attacke. Außer dem zur Spitze aufgeschlossenen Amets Txurruka (Euskaltel) hatte niemand ein Interesse daran, den Zeitfahrspezialisten aufzuhalten. Der Spanier versuchte es zunächst noch auf eigene Faust wieder zum Schotten vor zu fahren. Doch auch die Unterstützung von Rémi Pauriol (Pauriol), der sich am Anstieg noch vom Feld löste, führte nicht zum Erfolg.
Barcelona bringt Entscheidung
Auf der regennasen Abfahrt konnte Millar den Vorteil der Solofahrt ausnutzen und seinen Vorsprung in Richtung Zielort wieder bis auf über eine Minute ausdehnen. Erst in den rutschigen Straßen von Barcelona konnte das Feld, das angeführt von mehreren Teams einige Verluste zu verzeichnen hatte, den Abstand auf den Führenden wieder verringern. In der leichten, aber nach der langen Etappe kraftraubenden, Schlusssteigung zum Montjuic war das Zeitpolster von Millar trotz großem Kampf dann endgültig aufgebraucht.
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