Tour de France - Voeckler narrt die Sprinter

Eurosport - Sa 18.Jul. 20:45:00 2009

Thomas Voeckler hat die 5. Etappe von Le Cap d'Agde nach Perpignan gewonnen. Die Sprinterteams verschenkten einen erneuten Erfolg nur knapp. Mikhail Ignatiev rettete sich noch als Zweiter vor Seriensieger Mark Cavendish über die Ziellinie. Im Gelben Trikot fährt weiterhin Fabian Cancellara.

CYCLING 2009 Tour de France Voeckler podium Perpignan Bbox - 0

Voeckler war einer der Ersten, der sich erfolgreich vom Feld absetzen konnte und der Erste der nach 196,5 Kilometern jubeln durfte. Fast 190 Kilometer davon fuhr der 30-Jährige in einer Ausreißergruppe. 4000 Meter vor dem Ziel setzte der Bouygues-Telecom-Profi sich von seinen Mitstreitern ab und rettet sieben Sekunden vor dem heranrasenden Feld ins Ziel.

Noch knapper war der Kampf um Platz zwei: Die schnellen Männer, allen voran Columbia-Sprinter Cavendish flogen schon heran, doch der Zielstrich kam wenige Meter zu früh. Es war schwer zu sagen, wie knapp es war, aber Ignatiev, der lange Zeit an der Seite des Tagessiegers unterwegs war, verdarb den Sprintern auch noch diesen kleinen Erfolg und wurde Zweiter. "Okay, ich habe den Sprint gewonnen, aber eben nicht die Etappe. Dafür ist es sehr schön, dass ich weiter das Grüne Trikot tragen darf, das ist ein guter Trost", sagte Cavendish dennoch nicht ganz unzufrieden.

Ciolek zeigt was er kann

Gerald Ciolek, der noch in der neutralen Phase des Rennens stürzte, zeigte sich gut erholt und musste sich im Sprint nur Cavendish und Tyler Farrar (Garmin) geschlagen geben - Platz fünf für den deutschen Topsprinter. "Morgen Barcelona könnte uns liegen. Bei mir kam heute alles Schlechte zusammen: Erst der Sturz, dann eine Reifenpanne 20 Kilometer vor dem Ziel", sagte der U23-Weltmeister von 2005 nach der Etappe.

Die Sonderwertungen blieben alle unverändert. Fabian Cancellara (Saxo Bank) verteidigte im Kampf um das Gelbe Trikot seine 22/100-Sekunden Vorsprung auf Lance Armstrong (Astana). Auch der Columbia-Profi Tony Martin kam mit dem Hauptfeld ins Ziel und fährt weiterhin im Weißen Trikot des besten Jungprofis. Jussi Veikkanen musste sich im Rennverlauf keine Sorgen um die Bergwertung machen und trägt auch morgen das Gepunktete Trikot. Im Kampf um Grün konnte Cavendish seinen Vorsprung auf Thor Hushovd (Cervélo) ausbauen, der als Zehnter wertvolle Punkte einbüßte.

Erst kam Columbia - und dann der Wind

Schon früh fand sich eine sechsköpfige Spitzengruppe zusammen und fuhr schnell einen Vorsprung von bis zu 9:35 Minuten heraus. Im Feld war man allerdings nicht gewillt, die Ausreißer um den Franzosen Voeckler ziehen zu lassen. Vor allem Columbia sorgte dafür, dass der Abstand schnell wieder auf unter vier Minuten fiel. Das war es aber dann erstmal - bis der Wind kam.

Ab 75 Kilometer vor dem Ziel überschlugen sich die Ereignisse. Erst stürzte Robert Gesink vom Team Rabobank und kämpfte mit schmerzverzerrtem Gesicht verzweifelt, aber am Ende erfolglos um den Anschluss an das Feld. Im Peloton sorgte der Mann im Gelben Trikot höchst persönlich mit der Tempoarbeit dafür, dass wie schon vor zwei Tagen das Feld am Wind auseinander brach.

Das Feld nicht konsequent genug

Vor allem Astana versuchte in der Folge, die beiden abgesprengten Gruppen auf Distanz zu halten, und der Vorsprung der Spitzengruppe schmolz auf unter 50 Sekunden. Doch als der Zusammenschluss im Feld erfolgte, schlief auch die Tempoarbeit ein. Es waren nur noch 15 Kilometer zu fahren und der Abstand wuchs wieder auf eineinhalb Minuten, ehe man im Peloton den Ernst der Lage erkannte - zu spät wie sich herausstellte. Rolf Aldag kannte den Grund. "Wir haben zwei Tage gearbeitet. Wir können nicht alles machen. Ich möchte mal wissen, wie die anderen Teams das ihren Sponsoren erklären", sagte der Sportdirektor von Comubia und fügte hinzu: "Für uns war das keine Niederlage."

Die Ausreißer hatten sich die Kräfte hervorragend eingeteilt und arbeiteten nach wie vor gut zusammen. Zu langsam kam das Feld wieder näher. Dann versuchte erst Ignatiev (Katusha) zwei Mal seine Begleiter abzuschütteln, ehe Voeckler die entscheidende Attacke setzte. Der Franzose hat aber "erst 300 Meter vor dem Ziel wirklich an den Sieg geglaubt".

TV-Tipp:

Der Kampf ums Gelbe Trikot täglich Live: Verfolgen Sie die Tour de France hautnah mit allen 21 Etappen von Monaco nach Paris, über Pyrenäen und Alpen, durch Regen und Hitze in unseren ausführlichen TV-Übertragungen, mit dem Eurosport Player oder im Live-Ticker bei eurosport.yahoo.de!

Jonathan Schwarz / Eurosport

Kommentare 11 - 30 of 30

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  1. suesse maedels unter vvvvvvv agogo-pattaya com

    Von marc s, am Do 9.Jul. 14:21
  2. @tobispitz:

    OK, bezüglich Cipollini brauchen wir nicht­ diskutieren, alleine seine Auftritte am Start waren das­ Einschalten von Eurosport wert :-))). Seine Sprints­ waren mehr als nur erste Sahne.
    Was die Zahl der Siege­ von Cavendish betrifft, nicht vergessen, er ist noch­ jung, das kann noch kommen. Was die großkotzige Art­ betrifft, ich denke da gibt es nur diesen lächerlichen­ Texaner, der den Titel "Großkotz" verdient­ hat.

    Zu Sean Kelly, ich denke 4 x das grüne Trikot bei­ der Tour machen ihn schon zu einem Sprint-Tier der­ "de Luxe Klasse", oder?

    Aber ich denke wir­ sind uns einig, daß die Etappe einfach nur schön war,­ auch wenn die Sprinter das Nachsehen hatten, das gehört­ dazu.

    Von virenquefan, am Do 9.Jul. 12:57
  3. Voeckler ist seit seinem Gelb-Ritt 2004 einer meiner­ Lieblingsfahrer!
    Er konnte so schön leidend sein Gelbes­ Trikot ein ums andere mal
    verteidigen. Ich gönne ihm­ den gestrigen Etappensieg daher umso mehr!
    Allez­ Vökläääääääär!

    Von pangmann7, am Do 9.Jul. 12:07
  4. Sagen wir mal so ich denke eursoposrt hat gemerkt das­ Ard un Zdf das nich mehr o wircklich ernstenhemen also­ können se so noch 5 Euro mehr einnehmen!

    Von nixgud90, am Do 9.Jul. 10:38
  5. Warum gibt es eigentlich keinen kostenfreien Live­ Stream mehr von Eurosport????

    Von engel, am Do 9.Jul. 10:23
  6. Voeckler hat gestern einfach mal wieder gezeigt das er­ richtig stark ist es war immerhin ein Ignatiev in der­ Truppe dabei der bei Leibe kein schlechter Mann ist um­ kurz vor dem Ziel zu attackieren. Alles in allem mal­ wieder eine klasse Leistung von Voecke und jetzt sin­ auch alle Franosen froh.

    Von nixgud90, am Do 9.Jul. 10:09
  7. @andreS, thats right, der sieg gestern sollte alle­ ausreisser ermutigen alles zu geben, die sprinterteams­ verpockern sich manchmal wie man sieht und dann kommen­ noch zwei etappen ohne teamfunk, was ausreissern, ich­ denke da an jens vogt, entgegenkommen sollte. bravo­ thomas

    Von topschmarrn, am Do 9.Jul. 8:53
  8. Ich freue mich über jeden Sieger, der nicht Lance­ Armstrong heißt!
    Nieder mit dem König der Schummler­ und Betrüger!

    Von flobisle, am Do 9.Jul. 8:15
  9. das tragische bzgl der leistung eines thomas voekler­ ist vor allem, dass ein solcher aussreißersieg stets­ als ein gnadengeschenk der fehlerhaftigkeit der arbeit­ der sprintermannschaften ausgesehen wird. aber sein­ antritt, zu dem zeitpunkt, ohne steigung, war einfach­ so gut, dass man das auch mal so stehen lassen kann. im­ rahmen der marke thomas voeckler, die er nunmal­ naturgemäß vertritt hat er zwar betont, dass er einfach­ mal glück gehabt hat. aber sein antritt in diesem­ kreisverkehr war derart verschmitzt, dass ich ihm­ wirklich das prädikat weltklasse verleihen möchte...

    Von André S, am Do 9.Jul. 3:27
  10. Allez Thomas
    petit bon homme

    Von kuriziwau, am Do 9.Jul. 0:37
  11. @ nehcbes
    bye :))

    Von dabayer11, am Do 9.Jul. 0:29
  12. Imposant, was Cancellara da zeigt...vor allem, da er­ Zeitfahr-Spezialist ist! Find ich wirklich Klasse...­ Mal schauen, obs für den Schluss auch noch reicht. Auf­ jeden Fall muss die Sportwelt langsam Angst vor den­ Schweizern haben... ;)

    Von msf85, am Mi 8.Jul. 23:59
  13. coole tour bis jetzt, macht echt spass zu schauen danke­ eurosport und allen radlern! es lebe der radsport....­ der coolste sport der welt!!! freue mich schon super­ auf freitag, das wird geil!!! super voecki...!

    Von bock.roger, am Mi 8.Jul. 23:34
  14. clever gemacht von voeckler. und ihm gönn ichs auch. er­ ist wenigstens jedes jahr bei der tour bereit und geht­ volles risiko für einen etappensieg. und cavendish hält­ rein, als ob er es diesmal ernsthaft über die berge­ probieren will. bin mal gespannt, ob er das schafft.­ wenn ja, dann macht hushovd keinen stich um grün. mark­ fährt in einer anderen sprintliga.

    Von Kristin K, am Mi 8.Jul. 23:16
  15. @ nehcbes oder heiko d.
    verschon uns doch endlich und­ schreib in anderen foren, nicht mehr auf eurosport. es­ nervt einfach nur noch.
    danke eurosport für die klasse­ übertragungen, weiter so.

    Von dabayer11, am Mi 8.Jul. 23:16
  16. Hey philipp_standl,
    dann schau dir halt Leichtathletik­ an, da sind auf jeden Fall alle sauber...

    Von machodijai, am Mi 8.Jul. 22:17
  17. @philipp_standl: wenn Du keine Ahnung von irgendeiner­ Sportart hast, dann verschone uns bitte mit Deinen­ Ansichten. Du kannst gerne so saubere Sportarten wie­ Eisschnellaufen, Leichtathletik, Schwimmen oder­ Dressurreiten mit Deiner Aufmerksamkeit beehren.
    Oder­ wie wir Lateiner sagen: Si tacuisses, philosophus­ manisses!

    Von virenquefan, am Mi 8.Jul. 22:12
  18. Kommentar nicht angezeigt durch zu niedrige Bewertung. Zeigen

    Jaja...Der best gedopte gewinnt...gesponsert von Bayer

    Von Philipp, am Mi 8.Jul. 21:49
  19. Das war wieder einmal eine Etappe, die richtig Spaß­ gemacht hat. Es ist doch wirklich schön, daß Ausreißer­ für Ihre Flucht belohnt werden und nicht von den­ Sprintermannschaften aufgeschnupft werden. Allerdings­ frage ich mich was das taktieren 3000m vor dem Ziel­ sollte. Vöckler hat das wohl noch rechtzeitig begriffen­ und ist abgehaun. Es freut mich für ihn, daß er­ gewonnen hat.

    Cavendish, Hushovd und der Rest der­ Wahnsinnigen Ziellinien-Kamikazes haben vielleicht nach­ den Bergen nochmals ihre Chance.

    An alle anderen, die­ über Cavendisch meckern. Was wollt Ihr eigendlich? Er­ ist ein würdiger Nachfolger von Sean Kelly (für­ Unwissende, das war der Sprintstar der 80/90 er bei der­ Tour aus Irland), Chippollini, Petacchi und Zabel.

    Von virenquefan, am Mi 8.Jul. 21:40
  20. Wie lange darf nehcbes hier eigentlich noch sein­ Unwesen treiben?...

    Von MonkishBuddha, am Mi 8.Jul. 20:58
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