Eurosport - Sa 18.Jul. 20:38:00 2009
Mit einem bravourösen Husarenritt durch das Elsass von Vittel nach Colmar über bergige 200 Kilometer hat Heinrich Haussler vom Schweizer Cervélo-Team den größten Erfolg seiner Karriere gefeiert und bei der 96. Tour de France für den ersten deutschen Etappensieg gesorgt.
Schon bei Kilometer drei von 200 auf dem Weg von Vittel nach Colmar lösten sich sieben Fahrer um den Tagessieger vom Feld. In der Abfahrt vom höchsten Punkt der Etappe auf dem Col du Platzerwasel setzte sich der gebürtige Australier von seinem letzten Wegbegleiter, Sylvain Chavanel (Quick Step), ab und stürmte im Regen als Solist in Richtung Ziel. "Auf der letzten Abfahrt habe ich mein Ding durchgezogen. Im Ziel war es wie ein Traum für mich", freute sich Haussler über seinen Überraschungscoup.
Souveräne Solofahrt
Das Feld, das bei der Bergwertung der ersten Kategorie noch auf unter drei Minuten heran gekommen war, ließ Haussler gewähren. Auch Amets Txurruka (Eukaltel) und Brice Feillu (Agrtubel), die einen völlig entkräfteten Chavanel noch einfingen, hatte der 25-Jährige im Griff. Der Sieg geriet auf den letzten 50 Kilometern, die er allein unterwegs war, zu keinem Zeitpunkt in Gefahr.
Den Sprint des Feldes um Platz fünf, gewann Peter Velits (Milram) vor Thor Hushovd (Cervélo), der dennoch das Grüne Trikot des abgehängten Mark Cavendish übernahm. Auch das Gepunktete Trikot wechselte den Besitzer und gehört jetzt Liquigas-Profi Franco Pellizotti (77.), der Egoi Martinez (Euskaltel/71.) in der Bergwertung überholte. Das Gelbe Trikot verteidigte auch heute wieder Rinaldo Nocentini (Ag2r) ebenso wie der Columbia-Youngster Tony Martin das Weiße. Beide kamen mit dem 57 Fahrer umfassenden Hauptfeld ins Ziel.
Gerdemann hat es probiert
Der siebenköpfigen Gruppe, die sich zu Beginn löste, wurde zunächst kein Abstand von mehr als 45 Sekunden zugestanden. Erst als nur noch Haussler, Chavanel und Ruben Perez (Euskaltel) an der Spitze waren, nahm man im Feld die Beine hoch. Bis auf neun Minuten konnte das Trio seinen Vorsprung ausdehnen, verlor aber Zeit in den Anstiegen.
Milram-Kapitän Linus Gerdemann konnte sich mit Risikobereitschaft auf der regennassen Abfahrt vom Col de la Schlucht (2. Kategorie) vom kleiner werdenden Verfolgerfeld absetzen und versuchte auf eigene Faust zu den Spitzenreitern aufzuschließen. "Die Idee kam spontan. Leider hat dieser Akzent nichts gebracht. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt", erklärte der 26-Jährige, der sein Vorhaben aufgeben musste, als er im Anstieg zum höchsten Gipfel von den 20 verbliebenen Fahrern der Gruppe um das Gelbe Trikot wieder gestellt wurde.
In dieser Steigung konnte auch Perez dem Tempo der Spitzengruppe nicht mehr folgen. Haussler sorgte dann in der darauf folgenden Abfahrt für die Vorentscheidung, als er sich Stück für Stück von Chavanel absetzen konnte. Als der Deutsche auch im Flachen und im Anstieg zur vorletzten Bergwertung seinen Vorsprung ausbaute, hatte er dem auf diesem Terrain stärker eingeschätzten Franzosen endgültig den Zahn gezogen.
Die Leiden des Sylvain Chavanel
Txurruka nutzte den Schwung über die Bergwertung am Col du Platzerwasel, um sich vom Feld abzusetzen und wurde wenig später von Feillu begleitet. Der Franzose nutzte eine kleine Zwischensteigung vor der Abfahrt, um zum Spanier aufzuschließen. Später an der letzten Bergwertung des Tages ließ Txurruka dann den Agritubel-Profi hinter sich.
Für das Peloton schien auf dem höchsten Berg des Tages die Arbeit getan. Astana war mit den meisten Fahrern an der Bremsarbeit beteiligt, ehe erst am letzten Berg die Fahrer von Ag2r noch mal das Tempo erhöhten, um Feillu nicht zu weit entwischen zu lassen. Dort holte sich dann Pellizotti noch die entscheidenden Punkte, um das Bergtrikot zu übernehmen.
Zu diesem Zeitpunkt war auf den vorderen Positionen fast alles klar. Nur Chavanel konnte in der Verfolgung sein Tempo nicht mehr halten und schleppte sich mit letzter Kraft noch vor dem Peloton ins Ziel. Txurruka musste der Franzose in der letzten Steigung an sich vorbeiziehen lassen und Feillu hatte er im abschließenden Flachstück nichts mehr entgegen zu setzten. An der Spitze war die Messe bereits gelesen. Haussler starrte schier ungläubig auf die Zeittafeln und konnte wenig später in aller Seelenruhe die Zielankunft genießen - mit einem Lächeln auf den Lippen und Tränen in den Augen.
TV-Tipp:
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Kommentare 30 - 49 of 49
Tja Doping lässt grüssen schwammige Trainingsaussagen von ihm tragen dann noch den Rest dazu ,nun ja bin gespannt .Ansonsten tolle Leistung wer hätte das gedacht nach den vergangenen Leistungen in letzter Zeit.
Endlich mal ein Fahrer, der sich über seinen Erfolg so richtig freuen kann. Sowas braucht der Radsport.
HERTZLICHEN GLÜCKWUNSCH!
Aber was ist mit der Gesamtwertung? Haben die Herren Schleck, Sastre, Evans und co Angst vor Astana?
Noch ne Frage: Was haltet ihr eigentlich von Christian Vande Velde, war ja letztes Jahr vierter. Den kann Ich echt nicht einschätzen, fährt unauffällig mit. Aber wer weiß?
@Virenqefan
stimme dir voll zu. Könnte mich über diese Typen auch nur aufregen, die sinds aber nicht wert.
@detlef s
welcher Chemiekonzern hat dir das Hirn rausgenommen?
Mal ne Frage an alle: Glaubt ihr es hätte was gebracht wenn die Etappe auf dem Firstplan geendet hätte? Habe ja gestern schon gesagt das nichts passieren wird.
Der Sieg für HH ist natürlich Supergeil.
Dem Kommentar von Von Kristin K, am Fr 17.Jul. 22:41 kann ich mich nur anschliessen. Das sind Berichte die Spass machen zu lesen, da schreibt wer der etwas versteht vom Radsport, weiter so!!
es wäre deutlich besser wenn gerdemann auf der nach dem berg angegriffen hätte wie felliue
dann hätte er was rausgeholt
evtl. sogaqr top 15
schade
ich gönne ihm den erfolg
er muss ansonsten die sprints für hushovd
Astana sah heute teilweise gar nicht gut aus. Selbst Armstrong machte schon einen besseren Eindruck. Das läßt für dieZukunft hoffen. Um Chavanell tut es mir ein bißchen leid - weiß jemand, warum er so einbrach?
Haussler hat zumindest alles richtig gemacht und die Etappe am Ende klug nach Hause gefahren. Ein schöner Sieg.
Ach nee, tobispitz der Vollpfosten ist wieder da...
@detlev S: ich frage mich ernsthaft, welche Pillen Du Dir einwirfst. Was hat Begeisterung für eine Sportart, unabhängig davon ob Radfahren, Leichtathletik oder somstiges damit zu tun, daß Pharmaunternehmen Umsatz erwirtschaften?? Ich war Amateur-Rennfahrer und bin noch Hobbyfahrer und verfolge mit Begeisterung seit über 20 Jahren die Tour und andere Radveranstaltungen, und mein einziger Beitrag zum Reichtum der Pharmakonzerne ist mein regelmäßiger Kauf von Aspirin.
Also erst das Hirn einschalten und dann schreiben. Oder wie man auch über Amis sagt "No brain, no headache!"
detlef s, dein geschwafel interessiert niemanden. :(
viva la dope.....
was hat er denn genommen??? her damit......
Mässig spannende Etappe, aber mit einem mehr als erfreulichen Sieger. Da hat er schön durchgezogen, als er gemerkt hat, dass Chavanell schwächtelt. Endlich mal ein Deutscher, der sich was traut. Auch Gerdemann hat es probiert, aber den wollten sie dann doch nicht fahren lassen. Die Favoriten bleiben ruhig und Astana leckt nach dem Ausfall von Leipheimer erst einmal die Wunden. Obwohl der eh für Epo-Lance gefahren wäre, also gut für AC. Die lassen es wirklich auf die letzten Etappen ankommen. Schade, damit wird es ein Rennen zwischen AC und Epo. Schleck ist zu schlecht im Zeitfahren und Evans wird AC am Berg nicht abhängen. Bleibst noch Saestre, aber der ist auch kein ausgewiesener Zeitfahrspezialist. Oder Tony Martin hat sich Heute mal angeschaut, wie ein Fahrer mit Eiern das macht und tut es Haussler auf einer der nächsten Etappen gleich. Glückwunsch an Heinrich Haussler.
großartige leistung von haussler!! gratulation! und das bei dem sch__wetter!
jo das stimmt auch
suuuuper,
was hat er genommen ?
gebt mir auch von dem zeug.....
ja dann würde der Sieger wahrscheinlich Cavendisch heissen ;) Nein aber mit den Bonifikationen begünstigst du ja auch die Etappensieger (20, 15, 10 sek.). dann wäre es vorbei mit dem Bummeln! Schaut euch doch frühere TDF an, da wurde am letzten Berg immer attackiert und die Führenden wurden meistens eingeholt, weil es eben diese Sekunden gab und diese können mitentscheident sein! Dann lässt man die Ausreisser nicht so weit fahren und auch in der ersten Woche würde anders gefahren werden. Gut dqas wäre schade für die Ausreisser, aber auch jene hatten ihre Tage (Vogt oder Voeckler in der Vergangenheit). naja so wird es langweilig bleiben
ne ich mein keine kriterien: es gibt rundfahrten mit mehrerebn etappen, wo die gesamtwertung nich nach zeit geht, sondern nach punkten. die werden so vergeben ungefär:
1 platz pro etappe: 150 punkte
2. platz 148 punkte
.....
und nach allen etappen wird zusammen gerechnet
@ferdi R: kleine Anmerkung am Rande. Du redest da von Kriterien, oder auch Kirmesrennen genannt, die bestenfalls 1500 m die Runde haben und bis zu 30-50 x durchfahren werden. Nach so einem Rennen hast Du einen Edeldrehwurm. Da gibt es eine Spezies Rennfahrer, die da gut sind (Sprinter) und die anderen Rennfahrer, die auf richtigen Kursen und in den Bergen gut fahren können, gehen da baden. Ich habe diese Punktejagt immer gehaßt, weil ich keine Sprintkanone war.
@ferdi R: dem ist nichts hinzuzufügen. Man fragr sich ob die sogenannten Mitfavoriten den Toursieg an den Cowboy verschenken wollen.
@mcfewitoho: wenn man schon mitreden will, dann sollte man auch Grundkenntnisse des Sports haben. Im Reglement ist es schlichtweg so festgeschrieben, daß bei Massenankünften für die Gruppe eine Zeit genommen wird. Abgesprengte Fahrer oder Gruppen mit Abstand erhalten dann die Zeit gemäß Abstand. So einfach kann die Radsportwelt sein.
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