Tour de France - Ausreißer schnappt sich den Sieg

Eurosport - Sa 18.Jul. 20:43:00 2009

Luis-Leon Sanchez hatte die besten Beine einer vierköpfigen Ausreißergruppe und holte sich auf der 8. Etappe über 176,5 Kilometer von Andorra-La-Vielle nach Saint-Girons seinen zweiten Tour-de-France-Etappensieg vor Sandy Casar und Mikel Astarloza.

CYCLING 2009 Tour de France 8e étape Luis Leon Sanchez Sandy Casar SLIDE - 0

Für die Fahrer ging es gleich mit einem 23 Kilometer langen Anstieg zum Port d"Envaira los. Nach mehreren Ausreißversuchen zu Beginn lancierte Casar (Francaise des Jeux) die entscheidende Attacke und überquerte den Port d'Envalira als Erster. Hinter ihm setzte sich überraschend Cadel Evans (Silence-Lotto) vom Feld ab und überquerte mit vier Begleitern eine Minute vor dem Hauptfeld den Gipfel. Doch Astana wollte den Australier in Hinblick auf die Gesamtwertung nicht enteilen lassen und machte Tempo auf der Abfahrt. Die Mühen der kasachischen Equipe zahlten sich aus und Evans wurde im ersten Flachstück wieder gestellt.

Nachdem das Tempo darauf im Feld wieder gedrosselt wurde, setzte sich Casar zusammen mit Astarloza (Euskaltel), Vladimir Efimkin (AG2R), Fabian Cancellara (Saxo Bank), George Hincapie (Columbia), Juan Antonio Flecha (Rabobank), Sanchez (Caisse d'Epargne), Sebastian Rosseler (Quick Step) und Mikhail Igniatev (Katusha) ab. Und diese Gruppe funktionierte besser als die erste und fuhr zeitweise drei Minuten Vorsprung auf das Hauptfeld heraus.

Vier Fahrer machen Sieg unter sich aus

Am letzten und schwersten Anstieg des Tages kristallisierten sich vier Fahrer heraus, die mit genau drei Minuten Vorsprung auf das Feld mit allen Favoriten die Bergwertung passierten: Es waren Astarloza, Casar, Efimkin und Sanchez. Diese Vier verloren auf der Abfahrt kaum Zeit auf das Peloton, in dem AG2R und Astana gemeinsam das Tempo bestimmten. Es war schnell ersichtlich, dass der Sieger der Etappe aus der Gruppe der Ausreißer kommen sollte.

Drei Kilometer vor dem Ziel versuchte Efimkin die entscheidende Attacke zu setzen, doch seine Verfolger arbeiteten gemeinsam, um den Russen wieder einzuholen. Dies gelang ihnen 400 Meter vor dem Zielstrich. Im Schlusssprint hatte Sanchez die besten Beine und setzte sich hauchdünn vor Casar und Astarloza durch.

Ehemaliger Tour-Sieger gibt auf

Das Hauptfeld kam mit 1:54 Rückstand ins Ziel. Sanchez' Teamkollege Jose Joaquin Rojas gewann den Sprint des Hauptfeldes. Damit könnte der Spanier im Kampf um Grün noch einmal ein Wort mitreden. Neuer Führender in dieser Wertung ist Thor Hushovd, der die ersten beiden Sprintwertungen des Tages für sich entschied und damit Mark Cavendish verdrängte. In der Bergwertung liegt jetzt Christophe Kern (Cofidis) in Führung. In der Gesamtwertung verteidigte Rinaldo Nocentini Platz eins.

Die Strapazen der Etappe zwangen zwei Fahrer zur Aufgabe. Unter ihnen ein prominenter Name: Oscar Peirero (Caisse d'Epargne), Sieger der Tour de France 2006, musste die diesjährige Rundfahrt aufgeben. Auch Eduardo Gonzalez (Agritubel) erreichte heute nicht das Ziel, was nach dem gestrigen Tag aber zu erwarten war: Der Spanier kam mit 30 Minuten Rückstand völlig entkräftet im Zielort an. Auch David Le Lay (Agritubel) stieg unterwegs aus, Koldo Fernandez (Euskaltel) kam außerhalb der Karenzzeit ins Ziel.

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Nikolaus Przemek / Eurosport

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