Eurosport - Sa 19.Jul. 15:26:00 2008
Kaum ist der Schock über den Fall Riccardo Ricco verdaut, deutet sich der vierte Dopingfall bei der Tour de France an. Das Team Saunier Duval hat am Freitag nun auch Leonardo Piepoli entlassen und damit den Bericht von der "L'Equipe" bestätigt, nachdem ein weiterer Fahrer positiv getestet wurde.
Der Rennstall bestätigte am Freitag, dass Piepoli das Team bereits verlassen habe. Der Italiener hatte am Montag die schwere Pyrenäen-Etappe nach Hautacam gewonnen. Laut Berichten der französischen Sportzeitung "L'Equipe" sei "mindestens ein weiterer Fahrer" neben Ricco positiv getestet worden.
Dass es sich um Piepoli und Juan Jose Cobo handelt, die auf der Hautacam-Etappe einen Doppelsieg feierten, war zuvor nur ein Gerücht, das sich bei Letzterem noch nicht bestätigt hat. Piepoli war bereits beim Giro d'Italia wie der ehemalige Milram-Sprinter Alessandro Petacchi mit deutlich erhöhten Werten des Asthma-Mittels Salbutamol erwischt worden, wurde dafür jedoch nicht bestraft.
Unverblümte Kritik vom Tourdirektor
Beim verbotenen Präparat soll es sich wie bei Ricco um das EPO-Nachfolge-Produkt CERA (Continuous Erythropoietin Receptor Activator) handeln, das in Österreich und Deutschland unter dem Namen Mircera hergestellt wird. EPO (Erythropoietin) ist ein Hormon, das die Bildung der roten Blutkörperchen stimuliert. Mit EPO als Dopingmittel kann der Körper mehr Sauerstoff in die Muskeln transportieren. Bei EPO der ersten Generation war das Hormon unverändert, bei der zweiten Generation waren einige Bausteine ausgetauscht und bei der nun vermutlich auch bei Piepoli festgestelltten dritten Generation wurde es an eine Trägersubstanz gebunden.
CERA ist erst seit Juli 2007 zugelassen. Es baut sich im Körper weniger schnell ab als seine Vorgänger, muss dafür aber nur alle zwei bis vier Wochen injiziert werden. Das Ursprungs-Präparat wurde hingegen ein bis zweimal wöchentlich gespritzt. Nachgewiesen wird CERA erst seit kurzem mittels eines alten aber verfeinerten EPO-Tests. Die beiden Italiener hatten damit offensichtlich nicht gerechnet.
Riccos spanischer Equipe Saunier-Duval traut selbst Tourdirektor Christian Prudhomme nicht mehr über den Weg. "Ihr Manager Mauro Gianetti ist ein Mann von schlechtem Ruf", sagte der Franzose diesmal unverblümt auf einer Pressekonferenz in Narbonne über den Schweizer. Auf die Frage nach systematischem Doping der Spanier lehnte sich Prudhomme sogar weit aus dem Fenster: "Ich weiß nicht, ob sie es organisiert betreiben. Aber was ihre Fahrer auf dem letzten Anstieg nach Hautacam gezeigt haben, schien mir doch etwas zu eindrucksvoll zu sein." Ob Saunier-Duval im nächsten Jahr noch einmal zur Frankreich-Rundfahrt eingeladen wird, ist mehr als fraglich, nachdem Prudhomme das Team Astana wegen diverser Dopingfälle aus dem Vorjahr nicht zur Tour 2008 zugelassen hatte.
Ricco droht Gefängnisstrafe
David Millar, der seit Ablauf seiner eigenen Dopingsperre 2006 als geläuterter Aktivist gegen Doping vorgeht, sagte über seinen Teamkollegen: "Ricco war zu gut, um wahr zu sein. Wir müssen herausfinden, wer dahintersteckt, woher er sein Zeug bekommen hat und wer ihm erzählt hat, er könne durch die Kontrollen kommen. Es wird im nächsten Jahr einen positiven Test geben und ohne Zweifel auch im Jahr darauf".
Vor der 12. Etappe wurde die Meldung über den positiven Dopingbefund beim 24-jährigen Italiener Ricco bekannt, worauf sich sein gesamtes Team aus dem Rennen zurückzog. Ricco befindet sich derzeit in Untersuchungshaft und hat sich zu den Vorwürfen noch nicht geäußert. Dem diesjährigen Giro-Zweiten droht wegen Besitzes und der Einnahme verbotener Medikamente eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren.
Kommentare 18 - 37 of 37
PETRA@
GEBE DIR NICHT GANZ UNRECHT
ICH HABE GESTERN EINEN BEITRAG VON CHINA GESEHEN,BETREFFEND DOPING.
EHRLICH,DA KOMMT EINEN DAS KOTZEN.
UND DOCH SITZT DIE HALBE WELT VORM TV.UND FEIERT MIT.
ALL DENJENIGEN DIE DAFUER VERANTWORTLICH SIND,DASS PEKING DIE OLYMPIADE ERHALTEN HAT,MUEESTEN ZUM MOND GESCHOSSEN WERDEN,OHNE PROVIANT UND RUECKKEHR MOEGLICHKEIT
Die Tour wird umbenannt: "Eilige Arzneimittel"
Hoffentlich werden nicht nur die Fahrer bestraft, sondern auch die Verantwortlichen im Hintergrund. Nachdem ich gestern bei der tour.ARD gesehen habe, dass es in Spanien ein Labor gibt, welches Tests anbietet, damit sich die Fahrer bis an die Grenzen mit Doping vollpacken können, ist mein Interesse an dieser Tour gegen Null gegangen. Schade eigentlich für die Sportler, die ehrlich sind.
Vorschlag:
Nicht nur den einzelnen Fahrer härter bestrafen sondern auch das dazugehörende Team. Dies würde zu einer höheren verbindlicheren Verantwortung und dadurch weiter zu einer Eindämmung des Problems führen.
und die Tour de Dope geht weiter.
Viel Spaß beim Schaun Leute !!
Sportlichen Leiter es sind doch fast noch dieselben von früher. Oder ex Fahrer ( DOPER) die jetzt das sagen haben in eimem Team.Warum sollte sich was verbessern . Leider
So lange nicht alle Doping Fahrer für immer gesperrt werden, wird jeder weiter machen. Und er hoffen nicht erwischt zu werden !! In Italien kann man weiter fahren in Frankreich kann man für ein paar Tage einsitzen ! Siehe Zabel , er darf doch auch weiter fahren !! Man sollte erwischte Fahrer für immer Sperren !!
Dann ist die Abschreckung doch größer und das in der ganzen Welt .Aber wie schon immer das große Geld regiert die Welt !!!
Yasmina - Respekt!
Ich hab dich bei der EM mal scharf kritisiert wegens eines m.E. dummen Beitrags, aber die letzten beiden Tage lese ich durchaus mal Verständliches von dir, auch wenn es immer mal 10 Minuten dauert, bis ich es einigermaßen verstanden habe. Liegt vieleicht auch an mir...
Dieser Beitrag hier ist aber ganz entscheidend vorne, weil man richtig versteht was du meinst, auch wenn es relativ nichtssagend ist.
@ otto
dann hoffe ich, dass du weder olympia noch sonst irgendeinen sport guckst...
tut mir leid, so ist es heutzutage, wenn geld und erfolg im spiel ist, betrügt der normaler sportler und mensch wo es nur geht, diejenigen, die sich an die regeln halten sind in der unterzahl
die welt ist schlecht, warum sollten radfahrer dann engel sein?
Also ich schaue mir prinzipiell nur Sportarten an, wo gedopt wird. Da kommen Tennis, Leichtathletik, Schwimmen, Hand-, Basket-, Fuss- und Völkerball ja wohl nicht in Frage. Nur eben Radsport !
mein vorschlag:
totaler boykott aller medien.resultat: keine sponsoren mehr.keine sponsoren,kein geld mehr.kein geld mehr,keine rennveranstaltungen mehr.ergebniss: die rennstaelle(sind sie das noch?) loesen sich auf.
ich bin angeekelt was da laeuft und welch eine scheinheiligkeit demonstriert wird.
drum schluss mit diesen perversen veranstaltungen, die sich radrennen nennen!
war klar das der o gedopt is
Also ich bin mir fast sicher das Saunier Duval die Tour nicht ohne Grund verlassen hat. Ich denke die haben allen ihren Fahrern das selbe Mittel gegeben weil sie sicher waren dass die damit nicht erwischt werden können. Da dass Mittel aber jetzt nachweisbar ist, hauen sie schnell ab bevor der Rest vom Team auch noch des Dopings überführt wird. Denn wir wissen alle, es ist ein spanisches Team mit sportlicher Leitung aus Italien. Normalerweise würde aus diesen Ländern niemand wegen eines "bedauerlichen Einzelfalls" das ganze Team raus nehmen. Ich hoffe sie haben noch 4 oder 5 von denen getestet, damit das ganze Ausmaß bekannt wird und das Team verschwindet.
Mir reichts jetzt von der "Tour de dopping". Warum muss man sich im TV diesen Schmarrn ansehen und dann auch noch für bezahlen, dass die Deppen sich dopen.
Letztes Jahr hat das Fernsehen mal ein Einsehen gehabt und es nicht mehr übertragen.
Ich denke, es ist mal wieder an der Zeit, seine Ziele woanders zu sehen als nur bei Radfahrern, die Drogen verkonsumieren.
Hallo Julian,
Millar fährt bei Garmin.
Der Satz ist schon etwas missverständlich geschrieben - das war eine Aussage von ihm 2006, als sie anscheinend noch Teamkollegen waren.
ich dachte David Millar fährt nicht mehr für Saunier Duval oder hab ich da was falsch verstanden
@ Hans W
Bist Du sicher? Ich glaube nicht, dass man das von der Platzierung abhängig machen kann....lt. Aussagen früherer Dopingsünder (vor allem zur Hochphase des EPO) nahmen sie das zeugs, um überhaupt eine Chance bei der teaminternen Nominierung für die Tour zu haben. So einfach ist das nicht, nur die "besten" über einen Kamm zu scheren. Aber das ist ja eh das gefährliche im medialen Umgang mit dem Thema: Schwarzweißmalerei! Die macht die ganze Sache nur noch dreckiger, als sie eh schon ist...
@hzanier
eigentlich hast du recht, nur juristisch ist das ganze sicher schwierig. einen hersteller kannst du nicht belangen, denn sein mittel ist ja legal. auch für die mittelsmänner wird es schwierig werden, denn wann ist EPO (+weitere mittel) nur ein medikament und wann sind es drogen/doping mittel. bis jetzt ist man ja in deutschland noch nicht richtig weiter gekommen mit einer wirklich juristischen sanktionierung von dopen. da haben sich auch die sportverbände sehr stark gesträubt. frankreich ist immerhin schon so fortschrittlich, dass wenn fahrer dopingmittel besitzen, dies unter strafe gestellt werden kann.
ich finde, die juristischen möglichkeiten müssen ausgebaut werden. erst wenn die polizei und übergeordnete justizbehörden die dopingstrukturen verfolgen können wie andere bereich wird sich etwas ändern. aber auch dann wird es doper geben. hoffentlich nur nicht mehr soooo viele.
Mit Doping wird zumeist nur der Profi-Radsport in Verbindung gebracht. Wie war das doch damals mit dem berüchtigten Fuentes; da hieß es, dass sehr viele Sportler, nicht nur Radfahrer, bedient wurden. Wurde jemals der Name eines anderen Sportlers bekanntgegeben?
Solange immer nur die Radfahrer kontrolliert und bestraft werden, wird sich nicht viel ändern. Die strengen und umfangreichen Kontrollen müssen auf alle Sportarten ausgedehnt werden, auch auf den Amateursport. Ich denke, die Firmen, die diesen ganzen Mist herstellen, haben gerade im Amateursport die großen Abnehmer.
Olympia steht vor der Tür, dazu noch in China; lassen wir uns überraschen, was da wieder Alles auf uns zu kommt .....
Man sollte den letzten drei Fahrern die Medaillen geben! Bei denen kann man sich wenigstens sicher sein, dass Sie nicht gedopt haben!
Doping kontrollen müssen sein. Keine Frage. Was die Fahrer leisten in den 3 Wochen bzw. leisten müssen ist enorm. Gegenüber die Formel 1 fahrer sind die Radprofi doch total unterbezahlt. Diese Fahrer gehen an ihr Limit. Da kann ich mir schon vorstellen, das einige zu unerlaubten Mittel greifen, "Wird schon gut gehen". Doch meiner Meinung nach sind nicht nur die Fahrer selber Schuld.
Das Doping wird aber immer ein Thema bleiben.
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