Peking 2008 - Chambers darf nicht nach Peking

Eurosport - Fr 18.Jul. 16:15:00 2008

Sprinter Dwain Chambers darf bei Olympia in Peking nicht für Großbritannien an den Start gehen. Der Londoner High Court lehnte den Antrag Chambers' auf eine Einstweilige Verfügung gegen das Britische Olympische Komitee ab, dessen Statuten einen lebenslangen Olympia-Bann für Dopingsünder vorsehen.

2008 Dwain Chambers at the High Court - 0

"Der Richter hat gesprochen", war der einzige Kommentar des geschockt wirkenden 30-Jährigen, als er von Kameramännern und Fotografen umringt das Gerichtsgebäude verließ. Chambers hatte am Samstag bei den nationalen Meisterschaften über 100 Meter in 10,00 Sekunden gewonnen.

Urteil ist "eine starke Botschaft"

Der BOA-Vorsitzende Lord Moynihan begrüßte das Urteil als Bekräftigung der "starken Botschaft", dass überführte "Doping- Betrüger" auch weiterhin bei Olympischen Spielen "nicht die britischen Farben tragen" dürfen. "Wir bedauern, dass ein Athlet mit solch unzweifelhaftem Talent wie Dwain Chambers, sich durch sein eigenes Handeln von der Teilnahme ausgeschlossen hat", sagte Moynihan. Theoretisch bleibt dem umstrittenen Sprinter noch eine Berufung, doch galten deren Chancen am Freitag als äußerst gering.

Auch Chambers früherer Trainer John Regis, der 1988 in Seoul mit der britischen 4x100-Meter-Staffel olympisches Silber gewann, begrüßte die Entscheidung. "Dwain kannte die Statuten", sagte Regis dem Sender BBC, "ich hoffe, andere Länder schließen sich dem britischen Beispiel an." Chambers war der erste britische Athlet, der gegen die Lebenssperre gerichtlich vorging. Ob es im März 2009 noch zur Hauptverhandlung kommt, ist fraglich.

Chambers 2003 positiv auf THG getestet

Vor Gericht hatten Chambers Anwälte argumentiert, ein lebenslanger Olympia-Bann sei unfair und beschränke Chambers' "Geschäftsfreiheit". Richter Mackay wies dies zurück und kritisierte Chambers dafür, erst so kurz vor der endgültigen Nominierung des britischen Olympia-Teams juristische Mittel genutzt zu haben. Großbritannien muss seinen Kader bis Sonntag melden. Das BOA hatte gewarnt, würde Chambers erlaubt, die Statuten zu umgehen, wäre das "Team GB" unter Dopingverdacht gestellt und das Ansehen aller britischen Athleten in Peking beschädigt. Auch gerate der Ruf der Spiele von 2012 in Gefahr, die in London stattfinden.

Chambers war 2003 positiv auf das Designer-Steroid THG getestet und zwei Jahre gesperrt worden. In Interviews hatte er später zugegeben, auch eine Reihe anderer Dopingmittel genommen zu haben - stets in der Annahme, nicht erwischt zu werden. Vor der Entscheidung des Gerichts hatte sich Chambers optimistisch gezeigt. "Ich bin völlig überzeugt, dass ich nach Peking gehen und dort Spaß haben kann", sagte er vergangene Woche, "ich bin gut in Form. Es wäre eine Schande, wenn ich nicht antreten dürfte."

dpa / Eurosport

Kommentare 1 - 1 of 1

Kommentare sortieren: Aktualität | Meist bewertet
  1. Hart aber richtig..........so lange der Lohn größer ist als die Strafe, bringt eine Strafe garnichts....

    Von xxxx, am Fr 18.Jul. 16:50
Kommentare sortieren: Aktualität | Meist bewertet

Kein Yahoo! User? Kostenlos .