Lissabon (dpa) - Im Prozess um die Bestechung von Fußball-Schiedsrichtern in Portugal ist der frühere Ligapräsident Valentim Loureiro zu drei Jahren und zwei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.
Ein Gericht in Gondomar im Norden des Landes sprach ihn des Machtmissbrauchs und der Rechtsbeugung schuldig. Loureiro sei aber nicht aktiv an der Bestechung beteiligt gewesen, hieß es. Zu Bewährungsstrafen von zwei und drei Jahren wurden auch der frühere Vorsitzende des Schiedsrichterausschusses des Verbandes, Pinto da Sousa, sowie der Ex-Präsident des Drittligisten SC Gondomar, José Luís Oliveira, verurteilt. Das Gericht sprach zudem ein dreijähriges Berufsverbot für fünf Schiedsrichter aus.
Der Skandal war im Frühjahr 2004 durch einen anonymen Hinweis aufgedeckt worden und war in Portugal unter der Bezeichnung «Goldener Pfiff» bekannt. Im Zuge der Ermittlungen hatte die Polizei fast 200 Verdächtige benannt, darunter etwa 50 Amtsträger aus Sport und Politik.
Im Mittelpunkt des Skandals stand der SC Gondomar, dem durch die gezielte Ansetzung korrupter Referees zum Aufstieg verholfen werden sollte. Mit Hilfe von Schiedsrichterbestechung sollte aber auch der Ausgang von Erstliga-Spielen manipuliert werden. Wegen eines weiteren Bestechungsskandals waren dem portugiesischen Meister FC Porto im Mai dieses Jahres sechs Punkte abgezogen worden. Der Verein darf dennoch in der kommenden Saison in der Champions League spielen.




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